UVV-Unterweisung im Fuhrpark: Fahrerunterweisung für Dienstwagen

Ob Fahranfänger oder Routinier – ohne regelmäßige Fahrerunterweisung nach UVV darf kein Dienstfahrzeug genutzt werden. Diese Präventionsmaßnahme ist mehr als nur Bürokratie: Sie sensibilisiert für Gefahren, vermittelt praktische Tipps und sorgt dafür, dass Ihr Fahrer sicher unterwegs ist. Was die Unterweisung beinhalten muss, erfahren Sie im Überblick.
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UVV-Unterweisung im Fuhrpark: Fahrerunterweisung für Dienstwagen LapID Service GmbH
Stefanie Effer
 

Auf einen Blick

  • Die Fahrerunterweisung nach UVV ist eine jährliche, verpflichtende Sicherheitsunterweisung für alle Mitarbeiter, die Dienstfahrzeuge nutzen.
  • Sie basiert auf der DGUV Vorschrift 70 und dient der Unfallprävention sowie der Einhaltung der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.
  • Verantwortlich ist der Arbeitgeber, die Durchführung kann an Dritte (z. B. Fuhrparkmanager) delegiert werden.
  • Inhalte müssen stets aktuell gehalten und für verschiedene Fahrzeugtypen oder Anforderungen im Unternehmen angepasst werden.
  • Fehlende oder fehlerhafte Unterweisungen können zu ernsten rechtlichen Konsequenzen für Arbeitgeber und Fuhrparkverantwortliche führen.

Was ist eine Fahrerunterweisung nach UVV?

Um die Arbeitssicherheit im Fuhrpark zu gewährleisten, ist der Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet, seine Mitarbeiter im Umgang mit Dienstfahrzeugen zu unterweisen. Bei der Fahrerunterweisung nach UVV steht die Sicherheit im Straßenverkehr im Fokus. Der Mitarbeiter soll dabei für mögliche Gefahren während der Fahrt sowie für grundlegende Themen rund ums Fahrzeug und den Straßenverkehr sensibilisiert werden.

Verantwortlich für die Fahrerunterweisung im Unternehmen ist der Arbeitgeber. Die Pflicht zur Durchführung von Unterweisungen kann dieser allerdings an einen oder mehrere Mitarbeiter im Unternehmen delegieren. Das kann bspw. der Fuhrparkmanager sein.

Wird die Fahrerunterweisung für den Dienstwagen gar nicht oder nicht ordnungsgemäß durchgeführt, drohen dem Arbeitgeber und dem Fuhrparkverantwortlichen im Schadenfall rechtliche Konsequenzen.

Inhalte der Fahrerunterweisung nach UVV

Die Inhalte der Fahrerunterweisung für Pkw sind breit gefächert und berücksichtigen eine Vielzahl von Themen. Die rechtliche Grundlage für die Fahrerunterweisung ist die DGUV Vorschrift 70. Zudem orientiert sich die Fahrerunterweisung für Firmenwagen auch an der durchgeführten Gefährdungsbeurteilung im Unternehmen. Hauptsächlich geht es bei der Fahrerunterweisung nach UVV für Pkw um Themen, die vor und während der Fahrt zu beachten sind. Doch auch das Verhalten im Falle eines Unfalls spielt eine besondere Rolle.

Die Inhalte sind vor jeder Unterweisung auf Aktualität zu prüfen und für die Mitarbeiter aufzubereiten. Schwerpunkte können im Rahmen der Fahrerunterweisung bspw. folgende Bereiche sein:

 Die wichtigsten Definitionen vorweg im Überblick:

  • Dienstwagen: Ein Fahrzeug, das ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern für geschäftliche Zwecke zur Verfügung stellt.
  • Gefährdungsbeurteilung: Ein systematischer Prozess zur Ermittlung und Bewertung potenzieller Gefahren am Arbeitsplatz sowie zur Festlegung geeigneter Schutzmaßnahmen.
  • UVV (Unfallverhütungsvorschriften): Gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsregeln und Maßnahmen zur Prävention von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.
  • DGUV Vorschrift 70: Eine spezifische Unfallverhütungsvorschrift der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, die Regelungen für Fahrzeuge enthält.
  • Fahrerunterweisung: Eine verpflichtende Schulung für Mitarbeiter, die Dienstfahrzeuge nutzen, um sie über Sicherheit und Gesundheitsschutz im Straßenverkehr aufzuklären.

Vor der Fahrt

Vor der Fahrt muss das Fahrzeug u. a. auf seine Betriebssicherheit geprüft werden. Bei einem Poolfahrzeug, das von unterschiedlichen Mitarbeitern genutzt wird, müssen der Autositz sowie Spiegel individuell eingestellt werden. Aber auch die richtige Schuh- und Kleiderwahl spielt eine Rolle für die sichere Fahrt.

Die Beleuchtung des Fahrzeugs muss überprüft werden – ebenso wie die generelle Funktionsweise des Fahrzeugs.

Lenk- und Ruhezeiten

Die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten wird durch das Arbeitszeitgesetz geregelt und ist ein Bestandteil des Fuhrparkmanagements. Bei Fahrten mit dem Dienstwagen ist zudem regelmäßig zu prüfen, welche Zeiten als Arbeitszeitgelten. Hierfür spielen bestimmte Faktoren wie Anweisungen des Arbeitgebers eine wichtige Rolle.

Verhalten während der Fahrt

Kommt es im Fahrtverlauf zu einem Stau, ist die Bildung einer Rettungsgasse Pflicht. Wie die Regelungen dafür lauten und wie man sich sonst während eines Staus verhält, wird ebenfalls in der Fahrerunterweisung nach UVV vermittelt.

Steht man im Stau, stellt sich bspw. auch die Frage, wie mit dem Mobiltelefon umzugehen ist. Wann und in welcher Art und Weise darf man das Telefon im Auto nutzen? Auch der Umgang mit anderen Ablenkungen im Straßenverkehr ist wichtig.

Sicherheitsausstattung des Fahrzeugs

Zur Standardsicherheitsausstattung eines Fahrzeugs gehören die Warnweste, das Warndreieck und der Erste-Hilfe-Kasten. Alle drei Gegenstände müssen immer im Fahrzeug mitgeführt werden.

Die Fahrerunterweisung nach UVV sensibilisiert Dienstwagenfahrer für den richtigen Umgang mit der Sicherheitsausstattung.

Ladungssicherung

Sind Dienstwagenfahrer mit Gepäck oder einer anderen Ladung unterwegs, muss auf die Sicherung dieser Gegenständegeachtet werden. Hierfür gibt es besondere Vorschriften und Regelungen. Diese sind ebenfalls Bestandteil der Fahrerunterweisung für Pkw.

Fahrverhalten bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen

Verschiedene Witterungsverhältnisse können die Fahrt erschweren. Gerade im Herbst und Winter können hier Gefahren auf den Dienstwagenfahrer und sein Fahrzeug zukommen. Schnee, Eis und Glätte, aber auch Nebel, Regen und Wildwechsel können dann zu einer Gefahr werden.

Tipps rund ums Fahrzeug

Moderne Fahrzeuge sind mit einer Vielzahl zusätzlicher Technik ausgestattet. Mit diesen sollte sich der Fahrer auskennen, daher lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf die Funktionsweise von Fahrassistenzsystemen.

Die genauen Inhalte einer Fahrerunterweisung für den Dienstwagen können je nach Unternehmen und Branche variieren. In der Regel orientieren sie sich an den geltenden Unfallverhütungsvorschriften und den Anforderungen an eine sichere und umweltbewusste Fahrweise. Werden andere Fahrzeugtypen im Fuhrpark eingesetzt, sind die Unterweisungsinhalte an diese Fahrzeuge anzupassen. 

 

E-Learning-Unterweisungen: Sicher unterwegs mit interaktiven Modulen

Mit den interaktiven E-Learning-Unterweisungen von LapID können Mitarbeiter die Fahrerunterweisung nach UVV einfach, digital, orts- und zeitunabhängig durchführen. Das LapID System stellt hierfür verschiedene Module zur Verfügung (z.B. Pkw, Nutzfahrzeuge, Lkw, Ladungssicherung, E-Mobilität). Fahrer werden automatisch an den nächsten Termin erinnert und durchgeführte Unterweisungen werden sicher im System dokumentiert.

Mit dem individuellen PDF-Dokument können zusätzlich eigene, unternehmensspezifische Inhalte zur Unterweisung ergänzt werden.