Richtiges Verhalten im Stau

Einige Regionen in Deutschland sind Magneten für Staus. Nicht nur bei der diesjährigen NRW-Landtagswahl war dies ein bestimmendes Thema. Laut ADAC gab es 2016 deutschlandweit fast 700.000 Staus. Viele Autofahrer verbringen somit viel Zeit in Staus. Dabei ist es wichtig zu wissen, wie man sich in Stausituationen zu verhalten hat und worauf man achten muss. Wir haben weitere Tipps zusammengetragen, die das Fuhrparkmanagement seinen Dienstwagenfahrern und Poolnutzern mit auf den Weg geben kann.

Bei Stau: IMMER eine Rettungsgasse bilden

Neben Baustellen zählen Unfälle zu den häufigsten Stauursachen. Kommt es zu einem Unfall im Straßenverkehr, ist es wichtig, Rettungskräfte nicht zu behindern und schnell zum Unfallort zu lassen. Eine Rettungsgasse ist daher Pflicht. Was viele jedoch nicht wissen: Rettungsgassen müssen bei jedem Stau gebildet werden! Zumindest immer auf Autobahnen und bei Straßen außerhalb von Ortschaften, die aus mindestens zwei Spuren bestehen. So schreibt es die Straßenverkehrsordnung vor (§ 11 Absatz 2 StVO). Bei Straßen mit drei Spuren wird die Rettungsgasse zwischen der linken und der mittleren Spur gebildet. Wird die Rettungsgasse gebildet, wenn Feuerwehr, Polizei oder Krankenwagen schon in Reichweite sind, kann es im schlimmsten Fall zu spät sein. Bei Nichteinhaltung droht ein Verwarngeld in Höhe von 20 Euro.

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Einsatzkräfte nicht behindern

Sofern Autofahrer nicht unmittelbar an einem Unfall beteiligt sind oder als Ersthelfer möglichen Verletzten helfen, sollten Sie sich von der Unfallstelle fernhalten. Durch Schaulustige können nämlich nicht nur die Rettungsarbeiten behindert werden – auch könnten sie sich selbst und andere Autofahrer gefährden. Bereits das bloße Gaffen am Unfallort wird mit einem Bußgeld bestraft. Auch vom Filmen oder Fotografieren des Unfalls sollte dringend abgesehen werden. Andernfalls kann dies zu einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren führen.

Standstreifen freihalten

Bei Stau den Standtreifen zu nutzen, um schneller zur nächsten Ausfahrt oder Raststätte zu gelangen, ist unzulässig. Dieser ist für die Polizei freizuhalten. Bei Missachtung drohen ein Bußgeld bis zu 75 € und ein Punkt in Flensburg. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Wenn Verkehrsschilder ausdrücklich auf die Benutzung des Standstreifens hinweisen.

Stau auf der Autobahn: Nicht zu Fuß unterwegs sein

Gerade bei längeren Staus ist das Vorankommen schon mal mühselig. Autofahrer kommen dann häufig auf die Idee, sich die Füße zu vertreten, um die Wartezeit zu verkürzen. Jedoch ist grundsätzlich auch das Aussteigen bei Staus auf der Autobahn außer bei „dringenden Bedürfnissen“ nicht erlaubt. Die mögliche Konsequenz: Ein Verwarngeld in Höhe von 10 Euro. Auch die Überbrückung der Wartezeit mit einem Smartphone kann teuer werden. Lässt man den Motor im Stau laufen, ist die Benutzung des Handys nach wie vor unzulässig. Wer erwischt wird, zahlt hier 60 Euro Strafe und erhält einen Punkt.

Keine Sonderrechte für Motorradfahrer

In Stausituationen kommen manche Motorradfahrer auf die Idee, neben den stehenden Autos vorbeizufahren oder Rettungsgassen auszunutzen. Dies ist jedoch ebenfalls nicht erlaubt. Ein Vorbeifahren gilt als unerlaubtes Rechtsüberholen und wird mit einem Bußgeld in Höhe von 100 Euro geahndet. Dazu kommt ein Punkt in Flensburg.

Allgemeines Verhalten in Stausituationen im Überblick

  • Warnblinker einschalten, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen
  • Tempo an die Situation anpassen
  • Genügend Abstand halten (ca. 1-2 Fahrzeuglängen), um mögliche Auffahrunfälle zu vermeiden
  • Rettungsgasse bilden
  • Vom Ausweichen über den Standstreifen absehen
  • Möglichst die Spur halten: Ständig die Spur zu wechseln, behindert meist den rückwärtigen Verkehr
  • Nicht Aussteigen oder bei laufendem Motor das Handy benutzen
  • Auf Verkehrshinweise über das Radio oder Navigationssystem achten und nach Möglichkeit auf Umleitungsstrecken ausweichen

 

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