Inhaltsverzeichnis:
- Was sind Witterungsverhältnisse?
- Welche Auswirkungen haben Witterungsverhältnisse auf das Fahrverhalten?
- Wie wirken sich Witterungsverhältnisse auf Unfallstatistiken aus?
- Wie beeinflussen Witterungsverhältnisse den Straßenverkehr?
- Compliance und rechtliche Rahmenbedingungen
- Maßnahmen zur Bewältigung von Witterungsverhältnissen im Fuhrpark
Was sind Witterungsverhältnisse?
Der Begriff Witterung kommt aus der Meteorologie. Er bezeichnet den durchschnittlichen Charakter des Wetters an einem bestimmten Ort über einen bestimmten Zeitraum. Dies können Tage, Wochen oder Jahreszeiten sein. Um die Witterung zu bestimmen, messen Meteorologen z. B. Niederschlag, Temperatur, Wind und Luftfeuchtigkeit, sofern diese über eine längere Zeit ähnlich bleiben.
Wichtig ist dabei folgende grundlegende Unterscheidung: Witterung und Wetter sind nicht dasselbe, obwohl die Begriffe häufig synonym verwendet werden.
Wichtig für Sie als Fuhrparkmanager ist diese grundlegende Unterscheidung:
- Wetter beschreibt den momentanen atmosphärischen Zustand. Es ist kurzfristig und ändert sich schnell (Beispiel: "Es regnet gerade").
- Witterung bezieht sich auf wiederkehrende Muster über einen längeren Zeitraum. Ein gutes Beispiel ist die „O-bis-O-Regel“ (Oktober bis Ostern) für Winterreifen. Sie bezieht sich auf eine feste Witterungsperiode.
Für das Fuhrparkmanagement ist diese Unterscheidung zentral: Sie planen Reifenwechsel und Wartungszyklen basierend auf langfristigen Witterungsbedingungen, nicht auf kurzfristigen Wetterereignissen.
Welche Auswirkungen haben Witterungsverhältnisse auf das Fahrverhalten?
Unterschiedliche Witterungsverhältnisse zwingen Fahrer dazu, ihr Fahrverhalten aktiv anzupassen. Bei Regen, Schnee und Nebel lautet die oberste Regel: Fuß vom Gas und defensiv fahren. Auch Dunkelheit erfordert vorausschauendes Fahren.
Unterschätzen Sie zudem vermeintlich harmloses Sommerwetter nicht. Helles Sonnenlicht und abrupte Lichtwechsel schränken die Sicht gefährlich ein. Fahrer sollten daher stets eine Sonnenbrille griffbereit haben.
Wie wirken sich die Witterungsverhältnisse auf Unfallstatistiken aus?
Laut Umweltbundesamt steigt die Unfallgefahr in den Herbst- und Wintermonaten signifikant an. Winterunfälle passieren häufiger, fallen aber durch die angepasste, niedrigere Geschwindigkeit oft leichter aus. Sommerunfälle ereignen sich seltener, enden jedoch meist folgenschwerer.
Wie beeinflussen Witterungsverhältnisse den Straßenverkehr?
Witterungsbedingungen verändern die grundlegenden physikalischen Eigenschaften des Straßenverkehrs. Darauf müssen sich Ihre Fahrer je nach Jahreszeit einstellen:
Autofahren im Frühling
- Heuschnupfen: Pollenflug senkt die Konzentration. Niesen und juckende Augen verlängern die Reaktionszeit der Fahrer extrem.
- Wildunfälle: Im Frühjahr suchen Jungböcke neue Reviere. Die Zeitumstellung sorgt zudem für längere Dunkelheit im Berufsverkehr. Das Risiko für Wildunfälle steigt.
Autofahren im Sommer
Auch das Autofahren im Sommer bringt einige Herausforderungen mit sich. Darauf müssen Sie vorbereitet sein:
- Autofahren bei Hitze: Heiße Temperaturen im Auto haben sowohl Auswirkungen auf das Fahrzeug als auch auf die Fahrweise. Erfahren Sie in unseren 9 Tipps für unbeschwerte Autofahren, wie Sie mit der Hitze am besten umgehen.
- E-Fahrzeug bei Hitze: Im Sommer benötigen E-Fahrzeuge besondere Aufmerksamkeit, da die Batterieleistung bei extremen Temperaturen abnimmt und die Reichweite sinkt. Erfahren Sie in unseren 9 Tipps, worauf Sie bei Hitze und E-Fahrzeugen unbedingt achten sollten.
- Autofahren bei Gewitter: Sogenannte Hitzegewitter kommen bei hohen Temperaturen im Sommer häufig vor. Das Fahren bei Gewitter erfordert extreme Vorsicht – bei Starkregen bildet sich ein Schmierfilm auf dem Asphalt, was Aquaplaning verursacht. Wie Sie sich bei Gewitter richtig verhalten, können Sie in unseren 6 Tipps für eine sichere Fahrt bei Gewitter
- Klimaanlage: Hohe Außentemperaturen können zu weit höheren Temperaturen im Fahrzeug führen, da sich die Hitze im Auto staut. Abhilfe können Klimaanlagen schaffen.
Autofahren im Herbst
Wenn der Sommer zu Ende geht, ändern sich die Witterungsbedingungen und das Wetter wird unbeständig. Mit diesen Gefahren im Herbst müssen Sie rechnen:
- Fahren bei Nässe: Herbstlaub, Ackererde und Matsch verwandeln regennasse Straßen in gefährliche Rutschbahnen.
- Nebel: Bei Sichtweiten unter 50 Metern gilt maximal 50 km/h. Zudem müssen Fahrer
- Nebelschlussleuchte und Nebelscheinwerfer korrekt einsetzen.
- Autofahren bei Sturm: Herbststürme und starker Regen führen zu deutlich erhöhter Unfallgefahr, weshalb Fahrzeuge nicht unter Bäumen geparkt werden sollten, da herabfallende Äste erhebliche Schäden verursachen. Zudem droht vor allem auf Brücken und Waldschneisen kräftiger Seitenwind. Wir haben 6 Tipps zum Autofahren bei Sturm und Unwetter zusammengestellt. Ist trotzdem ein Schaden entstanden, geht es um die Schadenabwicklung– hier ist es wichtig, den Versicherungsschutz zu überprüfen sowie Schäden zu dokumentieren und zu melden.
Autofahren im Winter
Autofahren im Winter birgt vielfältige Gefahren. Dazu gehören die folgenden:
- Glätte: Blitzeis und Glätte führt zu extrem verlängerten Bremswegen, die sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt um ein Vielfaches verlängern, was Kontrollverlust und schwere Unfälle begünstigt.
- Tiefstehende Sonne: Der frühe Sonnenuntergang blendet Fahrer stark und führt schnell zu Unfällen. Minimieren Sie das Unfallrisiko mit unseren 7 Tipps.
- Dunkelheit: Beim Fahren bei Nacht sind mehrere Faktoren zu beachten. Zum einen verschlechtern die Sichtverhältnisse, sodass die Wahrnehmung von Hindernissen oder anderen Verkehrsteilnehmern sinkt. Außerdem kommt oft Müdigkeit dazu.
- Diesel im Winter: Bei sehr kalten Temperaturen kann Dieselkraftstoff gefrieren. Lesen Sie unsere Tipps, wie sie das verhindern können.
- Mangelndes Frostschutzmittel: Bei Temperaturen unter 0 Grad kann die Kühlflüssigkeit gefrieren. Das kann wiederum Motorschäden oder Bremsausfälle verursachen. Daher ist Frostschutzmittel im Winter unerlässlich.
Nicht nur Autofahren, sondern auch Fahrradfahren im Winter ist möglich – und stärkt sogar das Immunsystem. Aber auch dabei müssen Sie auf einige Dinge achten: Mit unseren 5 Tipps fürs Radfahren im Winter kommen Sie sicher ans Ziel.
Compliance und rechtliche Rahmenbedingungen
Als Fuhrparkmanager haften Sie für die gesetzlichen Vorgaben. Ignorieren Sie Sicherheitsstandards, riskieren Sie den Versicherungsschutz, hohe Bußgelder und Punkte in Flensburg.
Gesetzliche Anforderungen:
- Situative Winterreifenpflicht: In Deutschland gilt von Oktober bis Ostern eine situative Winterreifenpflicht bei winterlichen Verhältnissen. Vorsicht im Ausland: In Österreich oder Italien gelten oft noch strengere Regeln!
- Schneeketten: Es besteht in Deutschland zwar keine grundsätzliche Schneekettenpflicht, aber das Verkehrszeichen 268 macht sie notwendig. Wer sich nicht daran hält, zahlt 20 Euro Bußgeld.
- Beleuchtung: Eine defekte oder nicht an die Witterung angepasste Beleuchtung
führt schnell zu Strafen und Punkten im Fahreignungsregister.
Maßnahmen zur Bewältigung von Witterungsverhältnissen im Fuhrpark
Fahrzeuginspektionen und Wartungen
Neben saisonalen Checks gehören regelmäßige Inspektionen und Wartungen gemäß Herstellervorgaben sowie die jährliche Fahrzeugprüfung nach UVV zum Standard. Diese Maßnahmen verhindern ungeplante Ausfallzeiten und verlängern die Lebensdauer der Fahrzeuge.
Eine digitale Fahrzeugverwaltung wie die von LapID hilft dabei enorm. Sie überwacht Wartungsintervalle automatisch und dokumentiert Inspektionsberichten und Mängeln rechtssicher. So weisen Sie Ihre Compliance lückenlos nach.
Regelmäßige Fahrerunterweisungen
Jährliche Fahrerunterweisungen sind verpflichtend, um Mitarbeiter u.a. für witterungsbedingte Risiken zu sensibilisieren und die Arbeitgeberpflicht zu erfüllen. Je nach Fahrzeugtyp ist eine angepasste Unterweisung erforderlich. Lkws sind z. B. einem höheren Risiko bei Wind, Nässe und extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt, während Hitze und Kälte bei E-Fahrzeugen zu Einbußen der Batterieleistung und Reduktion der Reichweite führen können.
LapID bietet Fahrerunterweisungen per E-Learning für alle relevanten Fahrzeugtypen an. Sie können je nach Bedarf die für Ihre Fahrzeuge passenden Module auswählen.

Schreiben Sie den ersten
Kommentar!