Autofahren bei Hitze: 9 Tipps für unbeschwerte Autofahrten

Sommer, Sonne Hitzestau: Wer beruflich viel im Dienstwagen unterwegs ist, für den werden hohe Temperaturen schnell zur Belastungsprobe. Auch Fuhrparkverantwortliche stehen in der Pflicht die eigenen Fahrer bestmöglich zu schützen. Wir geben hilfreiche Tipps für Autofahrten bei Hitze und zeigen, worauf Sie achten sollten.
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Autofahren bei Hitze: 9 Tipps für unbeschwerte Autofahrten © ChenPG – stock.adobe.com/ LapID Service GmbH
Stefanie Effer
Auf Aktualität geprüft am 10.04.2026

Inhaltsverzeichnis:

1. Tipp: Kinder und Tiere nie im geschlossenen Auto zurücklassen

Immer wieder kommt es vor, dass Kinder und Tiere im aufgeheizten Auto zurückgelassen werden. In diesen Fällen ist es ratsam, die Polizei oder Feuerwehr zu informieren, bevor man selbst am Auto tätig wird.

Bei einer Außentemperatur von 20 Grad steigt die Temperatur im Auto innerhalb von 5 Minuten auf 24 Grad, nach 30 Minuten sind es bereits 36 Grad und nach über einer Stunde ist die Temperatur im Auto auf über 46 Grad gestiegen.

Gerade im Sommer können die Temperaturen auch schon einmal die 30 Grad-Marke überschreiten. Bei 32 Grad Außentemperatur steigt die Innentemperatur im Auto nach 60 Minuten auf 58 Grad an. Lassen Sie daher Kinder, andere Personen und Tiere nie in geschlossenen Fahrzeugen zurück. Ohnmacht, Kreislaufkollaps und Tod können die Folge sein.

Hitzeentwicklung im AutoQuelle: Freiwillige Feuerwehr Pinneberg

Handelt es sich um eine akute Notsituation, darf auch ohne Polizei und Feuerwehr direkt gehandelt werden. Muss die Scheibe des Fahrzeugs eingeschlagen werden, sollten allerdings ausreichend Zeugen vor Ort sein, die die Notsituation bestätigen können, um im Nachgang Ärger mit dem Autobesitzer zu vermeiden.

 

2. Tipp: Schattige Parkplätze bevorzugen

Stellen Sie Autos, wenn möglich, immer im Schatten ab. Bei der Wahl des Parkplatzes ist mitunter auch der Sonnenstand im Tagesverlauf entscheidend. Steht das Auto am Morgen noch im Schatten, kann sich dieser Platz bereits ab Mittag komplett in der Sonne befinden.

Ist ein anderer Parkplatz nicht zu finden, kann die Sonneneinstrahlung durch Sonnenschutz-Planen auf der Windschutzscheibe reduziert werden. Sitze können durch Sonnenschutzvorrichtungen an den Scheiben vor Sonneneinstrahlung geschützt werden. Zusätzlich können Fahrer den Sitz mit einem Tuch abdecken.

Auf trockenen Wiesen sollte ebenfalls nicht geparkt werden, denn die Hitze unter dem Auto oder durch aufgeheizte Fahrzeugteile steigert die Brandgefahr. Entsteht ein Brand durch eigenes Verschulden, kann die Kfz-Haftpflichtversicherung die Leistung verweigern. Ebenso kann die Feuerwehr eine Rechnung für den Einsatz stellen.

3. Tipp: Auto lüften – Vorsicht vor Dieben

Wer kennt es nicht: Man möchte schnell einkaufen gehen und lässt das Fenster auf, um für eine ausreichende Belüftung des Fahrzeugs zu sorgen. Wird man hierbei erwischt, droht gemäß § 14 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) ein Verwarnungsgeld von 15 Euro, denn offene Fenster und Verdecks bieten Dieben die Gelegenheit, schnell und einfach an Wertgegenstände zu gelangen, die im Auto verstaut wurden. Ist das Fenster jedoch nur einen schmalen Spalt offen, muss in der Regel nicht mit einer Verwarnung gerechnet werden.

Für Dienstwagennutzer gilt: Öffnen Sie zu Beginn der Fahrt alle Fenster und lüften Sie das Auto einmal durch. So kann die warme Luft aus dem Fahrzeug herausströmen und frische Luft gelangt ins innere des Dienstwagens. 

4. Tipp: Auto an sehr heißen Tagen nicht komplett volltanken

Da sich Treibstoff bei großer Hitze ausdehnt, empfiehlt es sich, den Tank im Sommer nie ganz voll zu machen. Denn ca. 50 Liter Kraftstoff dehnen sich bei hohen Temperaturen um etwa ein Liter Volumen aus. Ist dies der Fall, kann der Tank überlaufen und es entstehen Schäden für die Umwelt und das Auto selbst, denn der Treibstoff greift auch den Lack an. Neben Umweltschäden kann das Herauslaufen des Treibstoffs im schlimmsten Fall auch das Fahrzeug in Brand setzen.

Für das Fuhrparkmanagement gilt: Die hohen Temperaturen belasten nicht nur den Treibstofftank, sondern den gesamten Motorraum. Informieren Sie Ihre Fahrer darüber, zum Beginn des Sommers die Füllstände von Kühlflüssigkeit und Motoröl zu überprüfen. Ein überhitzter Motor gehört zu den häufigsten und teuersten hitzebedingten Ausfallursachen. 

5. Tipp: Die Alternative zur Klimaanlage: Ventilatoren

Klimaanlage

Der übermäßige Einsatz der Klimaanlage oder auch kalte Zugluft durch offene Fenster können zu einem steifen Nacken oder anderen Muskelbeschwerden, Ohrenentzündungen oder Erkältungen führen. Auch Kreislaufprobleme können aufgrund des hohen Temperaturunterschieds eine Folge sein. Empfehlenswert ist ein Temperaturunterschied von maximal acht Grad zwischen Innen- und Außentemperatur.

Mobile Klimaanlagen

Es gibt speziell entwickelte mobile Klimaanlagen für das Auto. Diese verrichten ihren Dienst mit Energiezufuhr aus dem Zigarettenanzünder und können an der Windschutzscheibe oder dem Armaturenbrett befestigt werden. Der integrierte Wassertank soll für bis zu acht Stunden Abkühlung sorgen - je nach Modell.

Ventilatoren

Neben der Klimaanlage und dem offenen Fenster können auch Ventilatoren für eine angenehme Belüftung des Fahrzeugs sorgen. Grundsätzlich ist eine Installation erlaubt, sofern diese nicht die Sicht behindert. Vor Beginn einer Autofahrt sollte das Innere des Autos heruntergekühlt werden. Der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außentemperatur sollte hierbei jedoch nicht zu groß sein, da Kreislaufprobleme folgen können, die nachhaltig das Fahrverhalten und die Konzentrationsfähigkeit beeinflussen.

6. Tipp: Sperrige Gegenstände und wertvolle Arbeitsmittel sicher verstauen

Insbesondere im Außendienst auf dem Weg zum nächsten Kunden hat man einige Dinge mit dabei, die sonst bei Autofahrten nicht üblich sind. Musterkoffer, Werkzeug, Werbematerialien oder Laptops nehmen nicht nur Platz weg, sondern müssen auch bei der Ladungssicherung berücksichtigt werden. Bei der Verladung sperriger Gegenstände ist darauf zu achten, dass diese auch bei Brems- und Ausweichmanövern sicher verstaut sind und nicht die Sicht einschränken. Ist dies der Fall, wird die Ladung nicht korrekt gesichert, drohen Bußgelder zwischen 35 und 60 Euro.

Grundsätzlich sollten bei hohen Temperaturen bestimmte Gegenstände nicht im Auto zurückgelassen werden. Hierzu zählen insbesondere elektronische Geräte, wie Smartphones, Laptops und Powerbanks. Diese können durch hohe Temperaturen schnell einen Hitzeschaden erleiden, der durch die Garantie nur selten abgedeckt ist. Auch Spraydosen gehören im Sommer nicht ins Auto. Durch die darin enthaltenen Gase steigt die Explosionsgefahr. Gleiches gilt auch für stark kohlensäurehaltige Getränke.

Für Dienstwagennutzer gilt: Nehmen Sie Laptops, Smartphones, Tablets und andere Gegenstände bei der Pause oder bei Kundenterminen immer mit aus dem Auto. 

7. Tipp: Die Wahl der richtigen Kleidung und Accessoires

Kleidung

Generell gibt es keine Vorschriften darüber, welche Kleidung bei Autofahrten getragen werden muss. Im beruflichen Kontext ist der Spagat zwischen geschäftlichem Dresscode und relevanten Sicherheitsaspekten zu meistern. Auch wenn der Business-Dresscode es oft noch verlangt: Legen Sie Sakkos oder Krawatten während der Fahrt ab. Nutzen Sie für wichtige Termine Wechselkleidung. Wichtig ist, dass die Kleidung während der Fahrt nicht behindern oder stören.

Schuhwahl

Zur eigenen Sicherheit sollte man aber im Sommer auf festes Schuhwerk achten. Während es für Privatfahrer keine direkte gesetzliche Pflicht gibt, gilt für Dienstwagenfahrer die Unfallverhütungsvorschrift (UVV). Die DGUV-Vorschrift 70 schreibt vor, dass festes, das Fußgelenk umschließendes Schuhwerk erforderlich ist. Rutscht man in den Schuhen hin und her, steigt die Gefahr eines Unfalls durch unbeabsichtigtes Bremsen oder Beschleunigen. Fahren mit Flip-Flops oder barfuß bedeutet im beruflichen Kontext ein Verstoß gegen den Arbeitsschutz. Kommt es zu einem Unfall, kann die Versicherung eine Mithaftung aussprechen. 

Sonnenbrillen und getönte Scheiben

Sonnenbrillen gehören im Sommer zur Standardausstattung und auch bei Autofahrten sind diese sinnvoll. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Tönung nicht über 75 Prozent liegen sollte. Höher getönte Brillen, insbesondere zu krasse Orange- und Rottöne, verschlechtern die Lesbarkeit von Verkehrsschildern und Ampeln. Ein weiterer Schutz gegen die Sonne und UV-Strahlung sind getönte Scheiben. Diese sind allerdings nur an der Heckscheibe und den hinteren Seitenscheiben erlaubt. Wer dagegen verstößt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 90 Euro und einem Punkt im Verkehrszentralregister rechnen.

Hüte und Accessoires

Hüte tragen ebenso zum Sonnenschutz bei wie Sonnenbrillen. Diese dürfen auch während der Autofahrt getragen werden, wenn die Sicht nicht beeinträchtigt wird. Fährt man mit einem Cabrio, bietet es sich an neben Hut und Sonnenbrille auch für Sonnenschutz zu sorgen. Denn bei Fahrtwind ist die Kraft der Sonne nicht direkt spürbar.

8. Tipp: Ausreichend Pausen machen und trinken

Bei längeren Fahrten sollten vermehrt Pausen eingelegt werden. Fuhrparkverantwortliche sollten ihre Dienstwagennutzer im Rahmen der Fahrerunterweisung aktiv auf die Pausenregelungen hinweisen. Dies trägt dazu bei Sekundenschlaf durch Erschöpfung zu vermeiden.

Zusätzlich ist für ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu sorgen. Bei den Getränken empfiehlt es sich, auf Eiskaltes zu verzichten. Eiskalte Getränke erzeugen eine Gegenreaktion des Körpers, um den hohen Temperaturunterschied auszugleichen. Hierdurch entsteht ein zusätzlicher Flüssigkeitsverlust. Besonders Wasser, verdünnte Säfte oder Kräutertees bieten Abkühlung bei hohen Temperaturen.

Planen Sie immer ausreichend Pausen ein für ausgiebiges Essen und Trinken, denn gerade diese Aktivitäten lenken Autofahrer während der Fahrt zusätzlich ab. Ein Schluck Wasser zwischendurch ist allerdings erlaubt und unproblematisch.

9. Tipp: Straßenschäden im Blick haben

Auch bei der Fahrt selbst ist auf Schäden durch hohe Temperaturen zu achten. Spurrillen durch weichen, verformten Teer sind im Sommer keine Seltenheit. Bei Straßen, die nicht aus Asphaltfahrbahnen bestehen, steigt zusätzlich das Risiko des Blow Up-Effekts. Hierbei löst sich die Betonoberfläche auf und es entstehen Risse und Löcher in der Fahrbahn.

Für das Fuhrparkmanagement gilt: Stellen Sie sicher, dass die gesamte Flotte rechtzeitig auf Sommerreifen umgerüstet wird. Extreme Hitze weicht Winterreifen stärker auf, und verlängert dadurch den Bremsweg. Dienstwagenfahrer sollten zudem den Reifendruck regelmäßig überprüfen. Bei Hitze dehnt sich die Luft im Reifen aus, der ohnehin schon hohe Druck kann zu sehr steigen und Reifen beschädigen. 

Fürsorgepflichten für das Fuhrparkmanagement

Extreme Temperaturen im Sommer sind nicht nur eine Frage des Komforts. Im gewerblichen Bereich sind sie auch ein relevantes Thema für den Arbeitsschutz. Gemäß der gesetzlichen Fürsorgepflicht des Arbeitgebers muss die Gesundheit der Mitarbeiter - auch und besonders im Außendienst - geschützt werden.

Für Fuhrparkverantwortliche bedeutet das bei extremer Hitze konkret:

  • Sensibilisieren: Dienstwagenfahrer müssen über die Gefahren von Hitze im Straßenverkehr aufgeklärt werden. Hierzu zählen z.B. Konzentrationsverlust, Sekundenschlaf oder Dehydrierung. Eine Möglichkeit Mitarbeiter auf diese Risiken aufmerksam zu machen ist die regelmäßige Fahrerunterweisung nach UVV. 
  • Fahrzeugzustand prüfen: Ein verkehrssicheres Fahrzeug ist die Grundvoraussetzung für Fahrten im Sommer. Hierzu zählt auch die funktionierende Klimaanlage. Fällt diese bei extremer Hitze aus, kann die Fahrtüchtigkeit des Mitarbeiters beeinflusst werden und das Unfallrisiko steigt. 
  • Kommunizieren: Im Fuhrparkmanagement sollten Sie klare Vorgaben machen, was bei der Mitnahme und Lagerung von Arbeitsequipment zu beachten ist. Damit kann Überhitzen und der daraus resultierende Hardwareschaden oder Datenverlust vermieden werden.