Inhaltsverzeichnis:
- Was sind Over-the-Air Updates?
- Funktionsweise und Prozess: Wie das Update ins Auto kommt
- Inhalte der Over-the-Air-Updates
- Funktions-on-Demand: Mehr Flexibilität für den Fuhrpark
- Sicherheit und Datenschutz bei Over-the-Air-Updates
- Vorteile von Over-the-Air-Updates für den Fuhrpark
- Koordination von Fahrzeugen mit OTA-Update im Fuhrpark
Was sind Over-the-Air Updates?
Over-the-Air-Updates (OTA-Updates) sind Softwareaktualisierungen, die Hersteller drahtlos über eine Mobilfunkverbindung oder WLAN an Fahrzeuge senden. Sie dienen u.a. der Fehlerbehebung, Aktualisierung von Navigationsdaten oder der Optimierung von Fahrzeugsystemen, wie dem Batteriemanagement bei E-Autos.
Funktionsweise und Prozess: Wie das Update ins Auto kommt
Der Prozess eines Over-the-Air-Updates funktioniert ähnlich wie ein Softwareupdate bei einem Smartphone. Allerdings sind OTA-Updates aufgrund der Sicherheitsrelevanz eines Fahrzeugs komplexer abgesichert.
Die Over-the-Air-Updates ersetzen technische Aktualisierungen, die bisher nur in Werkstätten durchgeführt werden konnten. Technische Grundvoraussetzung ist eine Verbindung zum Internet. Diese kann via WLAN oder verbauter SIM hergestellt werden.
Und so funktionierts:
- Download: Das Fahrzeug lädt das Datenpaket im Hintergrund herunter. Dies kann während der Fahrt (via SIM) oder im Stand (via WLAN) erfolgen.
- Verifizierung: Das System prüft die Integrität der Daten, um sicherzustellen, dass keine Manipulation vorliegt.
- Installation: Das System erhält die Neuerungen und überschreibt oder erweitert bereits vorhandene Informationen. Dies ist der kritische Moment für Fahrer und Fuhrparkleiter. Geht hier etwas schief, kann es zu Fehlfunktionen kommen.
Damit die Installation starten kann, müssen spezifische Sicherheitsbedingungen erfüllt sein:
- Geparktes Fahrzeug: Das Fahrzeug muss sicher abgestellt sein und die Parkbremse muss aktiviert sein. Eine Nutzung während der Installation ist ausgeschlossen.
- Ladezustand: Bei Elektrofahrzeugen verlangen Hersteller oft einen Mindestladestand der Batterie (häufig ca. 50 %), um sicherzustellen, dass der Prozess nicht durch Energiemangel unterbrochen wird.
- Verschlossenes Fahrzeug: Fenster und Türen müssen i.d.R. geschlossen sein, und das Fahrzeug darf nicht an einer öffentlichen Ladesäule aktiv laden (je nach Hersteller unterschiedlich).
Auch wenn der Fahrer mit dem Dienstwagen nicht mehr in die Werkstatt muss, sollte trotzdem ein Timeslot von ca. 30 Minuten eingeplant werden. In der Zeit kann das Fahrzeug nicht genutzt werden. Der Fahrer wird vom Fahrzeug über ein bevorstehendes Update informiert und muss dieses händisch bestätigen.
Inhalte der Over-the-Air-Updates
Wurden früher lediglich Navigationskarten aktualisiert, greifen moderne Updates tief in die Steuergeräte der Fahrzeuge ein.
Typische Inhalte umfassen:
- Infotainment: Aktualisierung von Benutzeroberflächen, Integration neuer Apps oder Streaming-Dienste.
- Fahrzeugsteuerung: Optimierung des Motormanagements oder der Schaltkennlinien bei Automatikgetrieben.
- Elektromobilität: Updates können das Thermomanagement verbessern, die Ladekurve optimieren (schnelleres Laden) oder sogar die Reichweite erhöhen, indem die Batterie effizienter genutzt wird. Dies ist ein entscheidender Faktor für E-Flotten.
- Fahrerassistenzsysteme: Verbesserung der Spurerkennung oder des adaptiven Tempomaten für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.
- Functions-on-Demand (FoD): Nachträglich können auch Funktionen freigeschaltet werden, die zwar von Beginn eingebaut sind aber nachträglich aktiviertwerden können.
Functions-on-Demand: Mehr Flexibilität für den Fuhrpark
Das Konzept der Functions-on-Demand ist nicht nur für private Halter interessant, sondern kann auch für das Fuhrparkmanagement interessante Möglichkeiten bereithalten. Hierbei verbauen Hersteller Hardware-Komponenten (z.B. Sitzheizungen, Navigationsmodule oder Matrix-LED-Scheinwerfer) bereits ab Werk in alle Fahrzeuge, deaktivieren diese jedoch softwareseitig. Diese Funktionen können dauerhaft, aber auch nur zeitweise freigeschaltet werden.
Für den Fuhrpark ergeben sich daraus neue strategische Optionen:
- Nachträgliche Aktivierung: Haben Sie ein Poolfahrzeug, das plötzlich für Langstrecken im Außendienst eingesetzt wird? Sie können das große Navigationspaket oder den Abstandstempomaten einfach digital hinzubuchen.
- Saisonale Buchung: Funktionen wie die Sitz- oder Lenkradheizung lassen sich bei einigen Herstellern monatsweise abonnieren. Bestellen Sie diese Funktion in den Sommermonaten ab, spart das Fuhrparkmanagement Geld und die Fahrer genießen im Winter trotzdem alle Annehmlichkeiten.
- Flexible Fahrzeugnutzung: Auch ein online Fahrtenbuch kann bei manchen Herstellern als Function-on-Demand aktiviert werden. Praktisch, wenn sich ein Fahrer für diese Art der Versteuerung entscheidet.
- Testphasen: Fahrer können Assistenzsysteme testen, bevor der Fuhrparkleiter entscheidet, ob diese dauerhaft zur Ausstattung gehören sollen.
Dies erfordert jedoch eine Anpassung der Car Policy. Hier muss geregelt werden, wer welche Funktionen buchen darf, für welchen Zeitraum und wer die zusätzlichen Kosten trägt (Dienstwagenberechtigter vs. Firma).
Sicherheit und Datenschutz bei Over-the-Air-Updates
Da OTA-Updates tief in die Fahrzeugsteuerung eingreifen, ist die Cybersicherheit von höchster Priorität. Da Updates auf Lenkung und Bremse Einfluss nehmen können, besteht hier eine große Gefahr durch Hacker-Angriffe für Fahrer und Straßenverkehr. Auch Angriffe auf das Unternehmensnetzwerk sind möglich, sofern das Fahrzeug einen Zugang zum System hat. Hersteller müssen daher gemäß der UN-Regelung Nr. 156 (Software-Update-Managementsystem) nachweisen, dass ihre Prozesse sicher sind. Die Kommunikation zwischen Server und Fahrzeug erfolgt Ende-zu-Ende verschlüsselt.
Für den Datenschutz sind Over-The-Air-Updates äußerst relevant. Wichtige Fragen, die vor Nutzung geklärt werden müssen:
- Werden nur Updates durchgeführt oder auch Daten abgerufen?
- Welche Daten werden an den Hersteller zurücksendet?
Oft werden im Zuge von Updates auch Diagnose-Daten übermittelt. Fuhrparkverantwortliche sollten prüfen, ob hierbei personenbezogene Daten der Fahrer (z. B. Bewegungsprofile, Standort-Daten oder Fahrverhalten) übertragen werden. Darauf muss in den Datenschutzhinweisen zur Dienstwagennutzung aufmerksam gemacht werden.
Vorteile von Over-the-Air-Updates für den Fuhrpark
Die Integration von Fahrzeugen in die Flotte, die mit Over-the-Air-Updates auf dem neusten Stand gehalten werden, kann ökonomische und organisatorische Vorteile bieten.
- Reduzierung von Werkstattbesuchen und Ausfallzeiten
Dies ist der größte Vorteil. Rückrufe, die rein softwarebasiert gelöst werden können, erfordern keinen physischen Werkstatttermin mehr. Das Fahrzeug bleibt produktiv, der administrative Aufwand für die Terminbuchung entfällt und es muss kein Ersatzfahrzeug gebucht werden. Dies optimiert die Reparatur und Wartung nachhaltig. - Verlängerter Lebenszyklus
Während Fahrzeuge früher nach einigen Jahren überholt waren, verlängern die Over-the-Air-Updates die Lebensdauer. Somit profitiert auch ein älterer Dienstwagen regelmäßig von verbesserten Fahreigenschaften, modernisiertem Infotainment-System und Verbesserungen des Verbrauchs. Dienstwagen bleiben dem Fuhrpark so länger erhalten. - Kostenkontrolle durch bedarfsgerechte Ausstattung
Anstatt Vollausstattungen "auf Verdacht" zu leasen, können Funktionen dann freigeschaltet werden, wenn sie tatsächlich benötigt werden. Dies kann die monatliche Leasingrate senken und Kosten und Funktionen können so flexibel reguliert werden. - Schnelle Behebung von Sicherheitslücken
Sollten Sicherheitslücken in der Fahrzeugsoftware bekannt werden, können Hersteller diese binnen Tagen patchen, anstatt Monate auf einen Werkstatttermin warten zu müssen. Dies erhöht die Risikoprävention und die Sicherheit der Fahrer.
Koordination von Fahrzeugen mit OTA-Updates im Fuhrpark
Da Fahrzeuge seltener zur Werkstatt müssen, um Updates zu erhalten, entfällt oft der klassische Beleg durch den Servicepartner. Um dennoch den Überblick über den Softwarestatus der Flotte zu behalten, ist die Kommunikation mit den Fahrern entscheidend.
Mit der LapID Fahrzeugverwaltung stehen Sie im direkten Austausch mit Ihren Fahrern – komplett zeit- und ortsunabhängig. Über das System können Sie unkompliziert den aktuellen Softwarestand abfragen oder Fahrer aktiv daran erinnern, ein bereitstehendes Update durchzuführen. So gewährleisten Sie Transparenz über den Flottenzustand und stellen sicher, dass alle Fahrzeuge technisch auf dem neusten Stand sind, ohne dass Sie manuell Listen pflegen müssen.
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