Verkehrszeichen in Deutschland und ihre Bedeutung

In der Fahrschule hat man sie alle schon einmal gelernt, die Verkehrszeichen. Jeder von uns hat sich sicher schon einmal die Frage gestellt, ab wann diese Verkehrszeichen eigentlich gültig sind? Muss man sich erst an das Verkehrszeichen halten, wenn man es passiert hat, oder gilt das Zeichen bereits dann, wenn es im Sichtbereich erscheint? Wir erklären die wichtigsten deutschen Verkehrszeichen und Zeichenarten und geben einen Überblick über deren Bedeutung.

Verkehrszeichen allgemein

Verkehrszeichen dienen der Unterstützung des Verkehrsteilnehmers bei der Teilnahme im Straßenverkehr. Unterschieden wird hier zwischen:

  • Vorschriftszeichen
  • Gefahrzeichen
  • Richtzeichen
  • Verkehrseinrichtungen
  • Zusatzzeichen

Die meisten Verkehrszeichen gibt es in den Bereichen der Vorschrifts- und Gefahrzeichen. Diese werden in der Regel durch Zusatzzeichen unterstützt und ergänzt. Geregelt werden die Verkehrszeichen durch die Straßenverkehrsordnung (StVO). Hier sind insbesondere die §§ 40-43 von Relevanz.

Vorschriftszeichen

Vorschriftszeichen werden in § 41 StVO geregelt und enthalten Gebote und Verbote. Diese Zeichen werden auf der rechten Seite der Fahrbahn angebracht. Bezieht sich die Gültigkeit des Vorschriftszeichens nur auf eine bestimmte Fahrbahn, wird das Zeichen darüber angebracht.

Zu befolgen sind Vorschriftszeichen ab oder an dem Aufstellungsort. Handelt es sich um Ankündigungen, ist die Entfernung bis zur Gültigkeit des Vorschriftszeichens durch ein Zusatzzeichen anzugeben.

Zu unterscheiden ist bei Vorschriftszeichen zwischen:

  • Warte- und Haltegeboten
  • Vorgeschriebener Fahrtrichtung
  • Vorgeschriebener Vorbeifahrt
  • Haltestellen
  • Sonderwegen
  • Verkehrsverboten
  • Streckenverboten
  • Halteverboten

Warte- und Haltegebote

Warte- und Haltegebote betreffen beispielsweise Bahnübergänge, Kreuzungen und andreaskreuzEinmündungen. An Bahnübergängen werden diese beispielsweise durch das Andreaskreuz gekennzeichnet. Dieses gilt unmittelbar vor dem Bahnübergang. Ist das Schild mit einem Zusatzpfeil in Schwarz versehen, gilt das Andreaskreuz nur für den Straßenverkehr in Richtung des Pfeiles. An einem Bahnübergang mit Andreaskreuz hat der Schienenverkehr immer Vorfahrt.

An Kreuzungen und Einmündungen trifft man häufig das „Vorfahrt gewähren“-Schild an. Dieses steht unmittelbar vor der Kreuzung oder Einmündung oder vor der Stelle und wird dann durch ein Zusatzschild (z.B. 100m) angekündigt.

Ebenso gibt es an Kreuzungen und Einmündungen das Zusatzschild für Radverkehr. Dieses Schild steht ebenfalls unmittelbar vor der dafür gültigen Stelle. Es bedeutet: „Vorfahrt gewähren und auf kreuzenden Radverkehr von links und rechts achten!“.

Bei Stoppschildern gilt das Haltegebot in jedem Fall an der Haltelinie. Außerhalb geschlossener Ortschaften wird das Stoppschild durch ein Zusatzschild (z.B. 100m) angekündigt.

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Vorgeschriebene Fahrtrichtungen

Vorgeschriebene Fahrtrichtungen sind häufig bei Kreisverkehren und Einbahnstraßen anzutreffen. Ein Kreisverkehr wird durch das entsprechende Verkehrszeichen angekündigt. In diesem Fall haben alle Verkehrsteilnehmer innerhalb des Kreisverkehrs Vorfahrt. Handelt es sich um einen unechten Kreisverkehr ohne entsprechendes Kennzeichen, gelten andere Vorschriften. Diese sind durch entsprechende Verkehrszeichen gekennzeichnet.

Einbahnstraßenschilder gelten grundsätzlich für alle Verkehrsteilnehmer. Der Radverkehr im Gegenverkehr kann in einer Einbahnstraße zulässig sein, wenn die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h oder weniger begrenzt ist. Diese Ausnahme ist dann durch ein entsprechendes Zusatzschild gekennzeichnet.

Vorgeschriebene Vorbeifahrt

Seitenstreifen nicht mehr befahren - 223-2-50Wird durch ein Verkehrszeichen vorgeschrieben wie die Vorbeifahrt an einer bestimmten Stelle geregelt ist, werden die Verkehrszeichen 222 und 223.1-223.3 verwendet. Zeichen 222 regelt, ob links oder rechts an einer Verkehrsstelle vorbeigefahren werden muss. Dies tritt insbesondere bei Verkehrsinseln auf. Die Zeichen 223.1-223.3 sind überwiegend auf Autobahnen zu finden, da diese die Befahrbarkeit des Seitenstreifens kennzeichnen. Die Befahrbarkeit des Seitenstreifens kann über diese Schilder freigegeben und aufgehoben werden. Zusätzlich gibt das Schild 223.3 an, dass der freigegebene Seitenstreifen bald endet. Hat die Fahrbahn mehr als zwei Fahrstreifen, wird das Schild um die entsprechende Anzahl an Fahrstreifen ergänzt.

Haltestellen

Bei Haltestellenschildern handelt es sich um die Schilder 224 und 229, welche zum einen Bushaltestellen und zum anderen Taxistände kennzeichnen. Beide Schilder können durch weitere Zusatzschilder ergänzt werden, die beispielsweise die Art des Busses oder die Anzahl der Taxis angibt, die an dieser Stelle halten dürfen.

Sonderwege

Sonderwege kennzeichnen Verkehrswege, die nur durch eine bestimmte Personen-/Fahrzeuggruppe genutzt werden dürfen. Die Zeichen 237-239 kennzeichnen Sonderwege für Radfahrer, Reiter und Fußgänger.

Eine Abwandlung dieser Zeichen gibt an, ob die Wege gemeinsam oder getrennt von verschiedenen Personen-/Fahrzeuggruppen genutzt werden dürfen.

Sonderwege können auch für bestimmte Zonen gekennzeichnet werden. Hierbei handelt es sich um Fußgängerbereiche und Fahrradstraßen. Ebenso gibt es für bestimmte Fahrzeugarten wie Linienomnibusse Sonderfahrstreifen, die nur durch diese Fahrzeugart benutzt werden dürfen. Sonderwege können allerdings auch durch Zusatzschilder für andere Verkehrsteilnehmer freigegeben werden (z.B. Fahrrad frei).

Verkehrsverbote

Bei Verkehrsverboten handelt es sich um eine Einschränkung für verschiedene Fahrzeugarten. Diese Verbote sind aufgrund der Luftverunreinigungen notwendig, die durch verschiedene Fahrzeugtypen entstehen. Schilder zeigen zu Beginn einer Verkehrsverbotszone an, welche Fahrzeuge die Zone befahren dürfen. Die Fahrzeuge erhalten entsprechende Umweltplaketten, die deutlich machen, ob die Fahrzeuge diese Zone befahren dürfen oder nicht

Neben diesen Verkehrsverbotszeichen gibt es zusätzlich Zeichen, die den Verkehr für alle Arten von Fahrzeugen verbieten. In Verkehrsverbotszonen kann durch ein Zusatzschild gekennzeichnet werden, dass z.B. spielende Kinder auf der Fahrbahn und den Seitenstreifen zulässig sind.

Das Verkehrsverbot kann allerdings auch ganz speziell auf verschiedene Fahrzeugtypen bezogen sein. Hierfür gelten die Verkehrszeichen 251 (Kraftfahrzeug), 253 (Kraftfahrzeuge über 3,5t) sowie die Zeichen 257-52 bis 257-58 für weitere Verkehrsteilnehmer wie z.B. Kraftomnibusse, PKW, PKW & LKW mit Anhänger sowie Fahrzeuge die nicht schneller als 25 km/h fahren.

Streckenverbote

Um Streckenverbote handelt es sich, wenn der Verkehr durch die Verkehrszeichen eingeschränkt wird. Darunter fallen Zeichen, die z.B. die zulässige Höchstgeschwindigkeit, eine vorgeschriebene Mindestgeschwindigkeit oder Überholverbotszeichen kennzeichnen.

Das Zeichen zur zulässigen Höchstgeschwindigkeit kann durch Zusatzschilder oder Zonenschilder ergänzt oder eingeschränkt werden. So kann beispielsweise bei Nässe die Höchstgeschwindigkeit reduziert werden. Eine vorgeschriebene Mindestgeschwindigkeit regelt hingegen, welche Art von Fahrzeugen bestimmte Streckenabschnitte benutzen dürfen. Durch diese Schilder werden beispielsweise Fahrzeuge für die Benutzung der Autobahn ausgeschlossen.

Überholverbotsschilder stellen ebenfalls Streckenverbote dar und können sich auf bestimmte Fahrzeuggruppen beziehen. Diese Verbote werden in der Regel mit einem Zusatzschild, welches die Distanz des Verbotes angibt, versehen.

Streckenverbote werden nur durch ein eigenes Schild wieder aufgehoben, wenn das Verbotszeichen nicht in Zusammenhang mit einem Gefahrzeichen angebracht ist oder aus der Örtlichkeit erkennbar ist, für welchen Abschnitt das Streckenverbot gilt. Ist eine Distanz des Streckenverbots angegeben, ist ebenfalls kein aufhebendes Zeichen notwendig.

Halteverbote

Halteverbotszeichen sind die Zeichen 283 und 286, die absolute und eingeschränkte Halteverbote kennzeichnen. Diese Schilder können um Zusatzschilder ergänzt werden. Halteverbote können durch Zusatzschilder für bestimmte Personengruppen aufgehoben werden. Bei diesen Zusatzschildern ist zu beachten, dass der Parkausweis gut sichtbar sein muss.

Bei Halteverboten ist zu beachten, dass diese nur auf der Straßenseite gelten, auf der die Schilder angebracht sind. Sie gelten bis zur nächsten Kreuzung oder Einmündung, sofern Sie nicht durch ein aufhebendes Schild nivelliert werden. Halteverbotsschilder gelten hierbei immer ab ihrer Position. Anfang und Ende werden mit einem Pfeil in oder entgegen der Fahrbahn gekennzeichnet. Im Halteverbotsbereich können wiederholende Schilder mit einem Pfeil in und entgegen der Fahrbahn stehen.

Gefahrzeichen

Gefahrzeichen werden in §40 StVO geregelt. Sie weisen auf eine angekündigte Gefahr hin. Aufgestellt werden diese außerhalb von Ortschaften ca. 150-250 Meter vor der Gefahrenstelle. Die Dauer der Gefahrenstelle kann durch Zusatzschilder ergänzt werden.

Vekehrszeichen-151_Unbeschränkter BahnübergangTypische Gefahrzeichen sind beispielsweise die Zeichen 124 und 125 die zum einen vor Stau und zum anderen vor Gegenverkehr warnen. Ebenso können Gefahrzeichen auf Ampeln, Fußgänger oder andere Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer oder Bahnen hinweisen. Hierfür dienen die Schilder 131, 133, 138 und 151. Bei Bahnübergängen kann das Gefahrzeichen zusätzlich durch andere Zeichen ergänzt werden. Diese Baken kennzeichnen 160m und 80m vor dem Gefahrzeichen die Gefahrstelle aus.

Richtzeichen

Richtzeichen dienen der Erleichterung des Verkehrs und können zusätzlich bestimmte Anordnungen enthalten. Grundlage dafür ist §42 StVO.

Bei Richtzeichen wird unterschieden zwischen:

  • Vorrangzeichen
  • Ortstafeln
  • Parkzeichen
  • Verkehrsberuhigte Bereiche
  • Autobahnen und Kraftfahrtstraßen
  • Hinweiszeichen
  • Wegweiser
  • Vorwegweiser
  • Umleitungszeichen

Vorrangzeichen sind beispielsweise die Zeichen für die Vorfahrt, welche mit den Zeichen 301 und 306 gekennzeichnet sind. Orts- und Parkzeichen sind u.a. die Zeichen 310 und 314. Bei Parkzeichen ist zusätzlich das Park- und Halteverbot zu beachten, welches in § 12 StVG begründet ist. Das bekannteste Zeichen für verkehrsberuhigte Bereiche ist die „Spielstraße“ mit dem Zeichen 325.

Zeichen für Autobahnen, Hinweiszeichen und Wegweiser sowie Umleitungszeichen unterstützen den Verkehrsfluss und geben z.B. an, auf welcher Art von Straße man sich befindet oder wann Besonderheiten, wie z.B. Tunnel, in denen das Abblendlicht erforderlich ist, folgen.

Richtzeichen können immer durch Zusatzschilder ergänzt werden, um weitere Informationen für Verkehrsteilnehmer zu vermitteln.

Verkehrseinrichtungen

Verkehrseinrichtungen zählen ebenfalls zu den Verkehrszeichen. Hierbei kann es sich um Schranken, Leiteinrichtungen und Blink- oder Lichtzeichenanlagen handeln. Verkehrseinrichtungen haben Vorrang vor allgemeinen Verkehrsregeln und werden in § 43 StVO geregelt.

Schranken sind in der Regel rot-weiß gestreift und treten häufig an Bahnübergängen auf. Weitere Verkehrseinrichtungen für die Absperrung von Arbeits-, Schaden- und Unfallstellen sind ebenfalls rot-weiß gestreift.

Leiteinrichtungen sind beispielsweise Leitpfosten am Straßenrand. Diese stehen in der Regel in einem Abstand von 50 m. An Gefahrstellen gibt es zusätzlich rot-weiße Leittafeln.

Zusatzzeichen

Auch Zusatzzeichen zählen zu den Verkehrszeichen. Sie dienen der Ergänzung von Verkehrszeichen und beinhalten beispielsweise Angaben zur Entfernung bis zur Gültigkeit eines bestimmten Verkehrszeichens. Bei Zusatzzeichen wird unterschieden zwischen:

  • Allgemeinen Zusatzzeichen
  • Zusatzzeichen zur vorgeschriebenen Fahrtrichtung
  • Frei-Zeichen
  • Beschränkte Zeichen
  • Besondere Zusatzzeichen

Allgemeine Zusatzzeichen sind die Zeichen 1000-1012. Diese beinhalten Richtungsangaben, Länge der Verbotsstrecken, Verlauf einer Vorfahrtsstraße, allgemeine Entfernungsangaben, Hinweise auf Gefahren wie Rollsplitt, Rauch oder verschmutzte Fahrbahnen, Hinweise zur Vorfahrt, weitere Hinweise mit Symbolen wie z.B. „Wintersport erlaubt“ und sonstige Hinweise wie „Anfang“ und „Ende“ oder „bei Rot hier halten“.

Zusatzzeichen zur vorgeschriebenen Fahrtrichtung sind beispielsweise in Einbahnstraßen anzutreffen.

Bei den „Frei-Zeichen“ wird unterschieden zwischen Zeichen für Personengruppen, einspurige und besondere Fahrzeuge sowie sonstige Zeichen. Die Zeichen für einspurige Fahrzeuge beziehen sich beispielsweise auf Radfahrer, Mofas oder auch PKW oder sonstige Fahrzeuge wie LKW mit Anhänger, Schienenbahnen oder Straßenbahnen. Bei den besonderen Fahrzeugen wird unter anderem zwischen Taxis, Linienverkehr, Einsatzfahrzeugen oder Elektrofahrzeugen unterschieden. Weitere Frei-Zeichen sind z.B. „bis Baustelle frei“ oder „Anlieger bis Baustelle frei“.

Zusatzzeichen die eine Beschränkung beinhalten sind die Angabe von Wochentagen, Uhrzeiten oder bestimmten Verkehrsteilnehmern. Halteverbote gelten somit, wenn ein Zusatzschild angebracht ist, nur zu den aufgeführten Zeiten. Beschränkungen für Park- und Halteverbote werden durch die Zeichen 1040, 1042 und 1044 in Verbindung mit 283, 286 und 290 gekennzeichnet. Weitere Verkehrsbeschränkungen werden durch die Zeichen 1046, 1048-1050 sowie 1052 und 1053 gekennzeichnet. Hierunter fallen unter anderem das Zeichen „bei Nässe“ (1052-36) und das Zeichen zum zulässigen Gesamtgewicht (1052-35).

 

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