Inhaltsverzeichnis:
- Standortbestimmung im Notfall
- Technologie im Fahrzeug für mehr Sicherheit
- Richtige Verhaltensweise bei einem Unfall
- Fazit für Fuhrparkverantwortliche: Sicherheit durch Vorbereitung
Standortbestimmung im Notfall
Auf einmal ist es passiert, Sie sind mit Ihrem Fahrzeug unterwegs und es kommt zu einem Unfall oder Sie sind die erste Person, die an einem Unfallort eintrifft. Unabhängig von der Unfallursache ist nun schnelles Handeln gefragt, insbesondere dann, wenn es Verletzte gibt. Wie kann aber nun der Standort schnell bestimmt werden?
Die 5 W-Fragen beim Notruf:
- Wo ist es passiert?
- Was ist passiert?
- Wie viele Verletzte gibt es?
- Welche Art von Verletzungen liegen vor?
- Warten auf Rückfragen!

Ein Überblick über die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Standortbestimmung innerorts und außerorts.
Standortbestimmung Innerorts
Innerhalb von Stadtgebieten ist die Standortbestimmung einfach. Straßennamen sind hier die einfachste Möglichkeit, um Rettungskräften den genauen Unfallstandort durchzugeben.
Sind Schilder mit Straßennamen nicht direkt ersichtlich, ist meist das Mobilfunknetz so gut ausgebaut, dass eine Standortbestimmung mittels GPS-Funktion der Karten-Apps möglich ist.
Diese Angaben sind bei der Standortbestimmung innerorts wichtig:
- Ortsname und ggf. Ortsteil
- Straße und Hausnummern in der Nähe
Standortbestimmung Außerorts
Außerorts ist die Standortbestimmung ein wenig schwieriger, aber auch hier gibt es Hilfsmittel, die bei der Positionsbestimmung unterstützen.
Stationszeichen
Auf den sogenannten Stationszeichen, die am Straßenrand stehen, sind verschiedene Informationen angebracht, die eine Bestimmung des Standorts ermöglichen.
Die Stationszeichen enthalten folgende Angaben:
- Straßennummer und Straßenkategorie
- Abschnittsnummer
- Nummer der Station (Kilometerangabe)
Die Stationszeichen sind in Abständen von 200 bis 500 m am Straßenrand aufgestellt.

Quelle: Wikipedia.de
Ist das Stationszeichen einige Meter von der Unfallstelle entfernt, kann die genaue Position mithilfe der Leitpfosten ermittelt werden. Diese stehen in der Regel in einem Abstand von 50 m am Straßenrand.
Standortbestimmung auf Bundesstraßen
Sind in der Nähe keine Stationszeichen zu finden oder wurden diese durch den Unfall beschädigt, können auf Bundesstraßen auch die Straßennummer sowie die letzte und nächste Ortschaft dabei helfen, den Standort des Unfalls einzugrenzen. Zur genaueren Standortbestimmung kann hierfür auch die Kilometrierung auf den Leitpfosten genutzt werden.
Standortbestimmung auf Autobahnen
Auf Autobahnen werden die Autobahnnummer sowie die letzte Anschlussstelle zur Bestimmung der Position herangezogen. Besonders wichtig ist hier die Fahrtrichtung, denn auf der Autobahn ist das Wenden, im Gegensatz zu Bundesstraßen, nicht möglich.
Auch hier können GPS-Daten der Mobiltelefone und Navigationsgeräte bei der Bestimmung des Standorts unterstützen.
Wird der Notruf über eine Notrufsäule ausgelöst, sind keine Angaben zum Standort notwendig, da. dieser automatisch übermittelt wird. Notrufsäulen sind auf Autobahnen im Abstand von 2 km voneinander aufgebaut. Leitpfosten geben durch Pfeile an, in welche Richtung die nächstgelegene Notrufsäule steht.
Technische Lösungen zur Standortbestimmung
Der Standort lässt sich neben physischen Mitteln auch über technische Lösungen bestimmen.
Standortbestimmung über Notruf-App
Eine weitere Lösung zur Bestimmung des Unfallstandorts und Benachrichtigung der Einsatzkräfte ist die nora App. Hierbei handelt es sich um die offizielle Notruf-App der Bundesländer. Die App kann über die gängigen App Stores heruntergeladen werden (Apple / Google).
Über die App können Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst alarmiert werden. Ein Vorteil der App ist, dass der Notruf auch abgesetzt werden kann, wenn das Sprechen nicht möglich ist.
Die App greift zudem auf die Standort-Daten des Smartphones zu und übermittelt diese an die Einsatzleitstelle. So kann der Standort einfach und schnell bestimmt werden.
Standortbestimmung über das Mobiltelefon
Mobiltelefone sind generell mit einem eigenen Notrufsystem (Apple iOS Notruf SOS / Android Notfallinformationen) ausgestattet, dem sogenannten AML. AML steht dabei für „Automatic Mobile Location“.
Die AML-Funktion kann beispielsweise direkt aus dem Sperrbildschirm des Smartphones heraus aufgerufen und über einen Klick aktiviert werden. Dabei löst die AML-Funktion automatisch einen Notruf über die 112 aus und übermittelt gleichzeitig den Standort an die Einsatzleitstelle.
Die Standortübermittlung funktioniert über AML auch, wenn Ortungsdienste, WLAN und GPS ausgeschaltet sind.

Technologie im Fahrzeug für mehr Sicherheit
Moderne Fahrzeuge sind heutzutage mit einer Vielzahl von technischen Lösungen ausgerüstet, die die Sicherheit im Straßenverkehr gewährleisten und unterstützen sollen. Hierzu zählen Fahrerassistenzsysteme, wie der Spurhalteassistent, der Abbiegeassistent oder die Geschwindigkeitsregelanlage, aber auch Lösungen, wie das elektronische Notrufsystem eCall.
Das elektronische Notrufsystem eCall ist seit 2018 in Neuwagen Pflicht und übermittelt automatisch den Standort an die Einsatzkräfte.
Richtige Verhaltensweise bei einem Unfall
Nachdem der Standort bestimmt und der Notruf abgesetzt ist, folgen die nächsten wichtigen Schritte. Wie sie sich vor Ort korrekt verhalten, haben wir in unserer praktischen Unfall-Checkliste für das richtige Verhalten am Unfallort für Sie zusammengestellt. Dabei informieren wir Sie nicht nur über lebensrettende Sofortmaßnahmen, sondern klären auch rechtliche Aspekte - etwa zur Frage der Haftung bei einer ungesicherten Unfallstelle oder welche Strafe bei Fahrerflucht droht.
Doch nicht nur direkt Beteiligte oder Ersthelfer müssen einiges beachten: Wer an einer Unfallstelle vorbeifährt, ist dazu verpflichtet, rechtzeitig eine Rettungsgasse zu bilden, um Bußgelder zu vermeiden. Zudem drohen empfindliche Strafen für Gaffer, die Unfälle fotografieren und Rettungskräfte behindern.
Besondere Fragen kommen auf, wenn der Vorfall im beruflichen Kontext passiert. Ist es zu einem Unfall mit dem Firmenwagen gekommen, fragen sich Dienstwagenfahrer oft, wie es um den genauen Ablauf, die Haftung und die Zahlung steht. Häufig muss in solchen Fällen auch geklärt werden, wie die generelle Haftung bei einem Auffahrunfall geregelt ist. Ein weiteres wichtiges Thema bei der Schadenregulierung ist die Frage, inwiefern bei einem Dienstwagen eine Selbstbeteiligung des Fahrers zulässig ist.
Fazit für Fuhrparkverantwortliche: Sicherheit durch Vorbereitung
Als Fuhrparkmanager wissen Sie: In einer Unfallsituation herrscht beim Dienstwagenfahrer oft Ausnahmezustand. Die beste Fahrzeugtechnik nützt wenig, wenn der Fahrer nicht weiß, wie er seinen genauen Standort übermitteln soll.
Im Rahmen der Halterhaftung und der Fürsorgepflicht sollten Sie Ihre Fahrer aktiv auf solche Situationen vorbereiten.
Checkliste fürs Handschuhfach: Standortbestimmung im Notfall
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Ruhe bewahren & Unfallstelle absichern
- Wo bin ich? Standort ermitteln nach Umgebung
- Innerorts: Straßenschilder suchen. Straßenname, Hausnummer und nächstgelegene Querstraße benennen.
- Außerorts: Auf Stationszeichen am Straßenrand achten oder Leitpfosten zur Orientierung nutzen. Immer die Fahrtrichtung mit angeben, insbesondere auf Autobahnen.
- Technische Helfer nutzen, wenn Schilder fehlen
- Smartphone-Notruf: Wählen Sie die 112 - auch bei gesperrtem Bildschirm.
- Nora App: Nutzen Sie die offizielle Notruf-App der Bundesländer.
- SOS-Teste (eCall): Verfügt der Dienstwagen über eine SOS-Taste drücken Sie diese, um den Notruf abzusetzen.
- Die 5 W-Fragen beim Notruf
- Wo, Was, Wie, Welche Art, Warten!
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