Prinzipien der Prävention: So minimieren Sie Risiken und schützen Ihr Team

Allein 2024 wurden laut Zahlen der DGUV rund 752.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle in Deutschland registriert. Hinter jedem Unfall steckt dabei nicht nur ein menschliches Schicksal, sondern oft auch ein wirtschaftlicher Schaden für Unternehmen. Arbeitssicherheit ist daher kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis sorgfältig durchgeführter stategischer Planung.
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Stefanie Effer
 

Inhaltsverzeichnis:

Auf einen Blick

  • Das STOP-Prinzip legt eine gesetzlich bindende Rangfolge für Arbeitsschutzmaßnahmen fest. Diese reicht von der Substitution (Gefahrenbeseitigung) über technische und organisatorische Lösungen bis hin zu personenbezogenen Maßnahmen.
  • Während die vollständige Vermeidung einer Gefahr die wirksamste Methode ist, müssen bei verbleibenden Risiken technische Barrieren errichtet werde. Zusätzlich müssen auch organisatorische Abläufe sowie Verhaltensweisen festgeschrieben werden.
  • Die herkömmliche manuelle Verwaltung dieser Maßnahmen (z. B. via Excel) ist oft fehleranfällig, zeitintensiv und birgt durch lückenhafte Dokumentation erhebliche Haftungsrisiken im Falle eines Unfalls.
  • Digitale Lösungen wie LapID automatisieren organisatorische und personenbezogene Prozesse, wie etwa die Führerscheinkontrolle oder Unterweisungen. So wird eine rechtssichere, effiziente und lückenlose Dokumentation gewährleistet.

Das STOP-Prinzip: Die Rangfolge der Schutzmaßnahmen

Um Gefährdungen richtig zu begegnen geben Gesetzgeber und Berufsgenossenschaften eine klare Reihenfolge vor. Hierbei handelt es sich um die Prinzipien der Prävention. Die Reihenfolge ist dabei bindend und lässt sich einfach als STOP-Prinzip zusammenfassen.

Das STOP-Prinzip im Überblick

  • S = Substitution = Die Gefahr beseitigen
  • T = Technische Maßnahmen = Die Gefahr abschirmen
  • O = Organisatorische Maßnahmen = Den Ablauf sichern
  • P = Personenbezogene Maßnahmen = Den Mensch schützen

Substitution – die erste Stufe

Die wirksamste Maßnahme zur Reduzierung von Gefahren und Risiken ist, die Gefahrenquelle vollständig zu ersetzen oder zu entfernen.

Praktische Beispiele zur Substitution

  • Ersatz eins giftigen Reinigungsmittels durch eine ungiftige Alternative zur Gebäudereinigung.
  • Vermeidung von risikoreichen Fahrten (z.B. bei schlechten Witterungsbedingungen), stattdessen Videokonferenzen.
  • Nutzung der Bahn statt des Pkws bei Übermüdungsgefahr durch lange Termine.

Der Vorteil der Substitution: Wo keine Gefahr ist, kann auch kein Unfall entstehen. Hierdurch wird das Haftungsrisiko gesenkt.

Technische Maßnahmen – die zweite Stufe

Lässt sich die Gefahrenquelle nicht vollständig ersetzen oder entfernen, müssen technische Lösungen eingesetzt werden, um den Kontakt der Mitarbeiter mit der potenziellen Gefahrenquelle zu verhindern.

Praktische Beispiele für technische Maßnahmen

  • Einsatz von Lichtschranken an Maschinen, um einen automatischen Stop auszulösen, wenn man in den Gefahrenbereich gelangt
  • Bremsassistenten bei Gabelstaplern und Flurförderzeugen, die auf dem Betriebsgelände unterwegs sind.
  • Beschaffung von Fahrzeugen mit modernen Fahrassistenzsystemen
  • Einbau von Trennwänden und Lagerungssystemen in Transportern zur Sicherstellung der Ladungssicherung

Organisatorische Maßnahmen - die dritte Stufe

Können auch die technischen Maßnahmen den Kontakt zur Gefahrenquelle nicht vollständig ausschließen, müssen Prozesse und Verhaltensweisen geregelt werden. Diese dienen der Gefahrenprävention und schützen die Mitarbeiter.

Praktische Beispiele für organisatorische Maßnahmen

  • Klare Trennung von Fuß- und Fahrwegen auf dem Betriebsgelände
  • Regelung von Arbeits- und Pausenzeiten zur Vermeidung von Ermüdung
  • Regelmäßige Führerscheinkontrollen bei Mitarbeitern, die Firmenfahrzeuge nutzen.
  • Festgelegte Intervalle für die Überprüfung von Arbeitsmitteln, wie die UVV-Fahrzeugprüfung oder die DGUV V3 Ladekabel-Prüfung

Personenbezogene Maßnahmen – die vierte Stufe

In letzter Instanz müssen die Mitarbeiter zum Umgang mit dem Risiko oder der Gefahrenquelle geschult und für die potenziellen Risiken sensibilisiert werden. Ein typisches Mittel hierfür sind Unterweisungen, die in regelmäßigen Abständen für alle Mitarbeiter durchgeführt werden.

Praktische Beispiele für personenbezogene Maßnahmen

  • Ausrüstung der Mitarbeiter mit der erforderlichen persönlichen Schutzausrüstung
  • Regelmäßige Unterweisung der Mitarbeiter nach DGUV Vorschrift 1, Arbeitsschutzgesetz und Betriebssicherheitsverordnung

Der manuelle Prozess: Warum Excel-Listen keine Sicherheit bieten

In vielen Unternehmen werden organisatorische und personenbezogene Maßnahmen oft noch manuell verwaltet. Der Prozess sieht dabei oft umständlich aus und ist fehleranfällig. Er bindet Ressourcen, die eigentlich für die aktive Gestaltung der Sicherheit benötigt würden.

Die vier häufigsten Probleme sind:

  1. Unübersichtliche Terminverwaltung: Fristen für UVV-Prüfungen oder Unterweisungen werden in Excel gepflegt. Nicht aktualisierte und veraltete Listen führen schnell dazu, dass Termine übersehen werden.
  2. Hoher Zeitaufwand: Verantwortliche Personen im Unternehmen, sei es die Fachkraft für Arbeitssicherheit oder der Fuhrparkmanagermüssen den Kollegen hinterherlaufen, um z.B. Unterschriften für durchgeführte Unterweisungen einzusammeln.
  3. Fehlende Dokumentation: Im Falle eines Arbeitsunfalls fordert die Berufsgenossenschaft entsprechende Nachweise. Ein verlorener Papierbeleg kann schnell teuer werden und zu Regressforderungen, dem Verlust des Versicherungsschutzes oder Bußgeldern führen.
  4. Mangelnde Flexibilität: Insbesondere Mitarbeiter im Außendienst oder im Homeoffice sind für Präsenzschulungen oder physische Kontrollen schwer zu erreichen. Termine werden verschoben und am Ende aufgrund der fehlenden Flexibilität vergessen.

Der LapID Prozess: Prävention digital und automatisiert

Der Schlüssel zu mehr Sicherheit im Unternehmen ist die Digitalisierung, denn Sie trägt dazu bei, Prozesse einfach und schlank zu gestalten, um den Prinzipien der Prävention gerecht zu werden. LapID unterstützt Unternehmen dabei, ihren Pflichten im Rahmen der Prävention rechtssicher nachzugehen. Einfach integriert in den Arbeitsalltag – ohne operative Hektik.

So unterstützt LapID die Prinzipien der Prävention

Das „O“ im STOP-Prinzip

Automatisierung organisatorischer Maßnahmen

Das „P“ im STOP-Prinzip

Stärkung personenbezogener Maßnahmen

  • Führerscheinkontrolle: Ob für den Dienstwagenfahrer oder den Gabelstaplerfahrer: Das System erinnert automatisch an anstehende Kontrollen und dokumentiert die Ergebnisse rechtssicher.

  • Terminmanagement: Termine für erforderliche Prüfungen (wie die Fahrzeugprüfung nach UVV oder die DGUV 3 Prüfung) werden im System erstellt und dort überwacht. Das System eskaliert automatisch, wenn Fristen überschritten werden.

  • Unterweisungen: Statt unflexibler Präsenztermine absolvieren die Mitarbeiter ein flexibeles E-Learning – jederzeit, ortsunabhängig und digital.

  • Aufgabenmanagement: Informationen zur persönlichen Schutzausrüstung können den Mitarbeitern digital zur Verfügung gestellt werden (z.B. die Abholung neuer PSA)

  • Dokumentation: Nach erfolgreichem Abschluss der Unterweisung wird das Zertifikat automatisch erstellt und die Durchführung im System hinterlegt.

Die Vorteile im direkten Vergleich

Anforderung

Manueller Prozess

Mit LapID

Überblick

Dezentrale Listen, oft veraltet und fehleranfällig.

Zentrales Dashboard mit Fahrzeugakte und Personenverwaltung

Erinnerung

Manuell via E-Mail oder Telefon direkt an den Mitarbeiter.

Automatisch per E-Mail, SMS und/oder Push-Benachrichtigung.

Rechtssicherheit

Risiko für Lücken in den Daten und fehlende Unterlagen in den Akten.

Lückenlose, rechtssichere Historie über alle Erinnerungen, Eskalationen und durchgeführten Termine.

Aufwand

Hoch durch manuelle Verwaltung und Kontrolle

Gering (Management by Exception)

Die Prinzipien der Prävention sind mehr als nur eine gesetzliche Vorgabe. Sie sind ein wirtschaftlicher Faktor und ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber den eigenen Mitarbeitern. Während Substitution und technische Maßnahmen oft mit Investitionen verbunden sind, lassen sich organisatorische und personenbezogene Maßnahmen heutzutage leicht mit digitalen Lösungen effizient gestalten.