Inhaltsverzeichnis:
- Wissenwertes über Reifen
- Das Reifenprofil
- Wie alt dürfen Reifen eigentlich sein?
- Reifendruck und Einfluss auf Verschleiß
Wissenswertes über Reifen
Um die Sicherheit im Straßenverkehr für sich und andere zu gewährleisten, muss auf den Zustand der Reifen und deren Profiltiefe geachtet werden. Außerdem sollten die Reifen einen ausreichenden Druck vorweisen, um möglichst kosteneffizient zu fahren.
Das Reifenprofil
Beim Reifenprofil handelt es sich um die Struktur und das Muster aus Rillen und Lamellen, welche der Reifen auf seiner Lauffläche hat. Diese variiert von Hersteller zu Hersteller.
Die Lamellen sollen für eine optimale Haftung auf der Fahrbahn sorgen und die Rillen das Fahrverhalten bei jeder Geschwindigkeit und Witterung, vor allem bei Schnee und Regen, positiv beeinflussen.
Vorgeschrieben ist eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm bei Pkws und Motorrädern. Dies ist in Paragraf 36 Absatz 3 der StVZO festgelegt:
„Das Hauptprofil muss am ganzen Umfang eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimeter aufweisen; als Hauptprofil gelten dabei die breiten Profilrillen im mittleren Bereich der Lauffläche, der etwa 3/4 der Laufflächenbreite einnimmt. Jedoch genügt bei Fahrrädern mit Hilfsmotor, Kleinkrafträdern und Leichtkrafträdern eine Profiltiefe von mindestens 1 mm.“
Fabrikneue Autoreifen haben in der Regel eine Profiltiefe von 8 mm (Sommerreifen) bis 9 mm (Winterreifen), je nach Hersteller und Modell.
Der TÜV Rheinland empfiehlt einen Reifenwechsel spätestens bei 3 mm (Sommerreifen) bzw. 4 mm (Winterreifen) Profiltiefe.
Grund dafür ist die Haftung des Reifens, die auf einer regennassen Fahrbahn proportional mit schwindendem Profil abnimmt. So ist der Bremsweg auf nasser Straße mit eine Profil von 8 mm nur etwa halb so lang wie der mit 1,6 mm Profiltiefe. Das liegt daran, dass die Kräfte (Beschleunigung, Bremsen, Lenken) bei abgefahrenem Profil nicht mehr ausreichend auf die Reifen übertragen werden können.
Methoden zur Messung der Profiltiefe
Reifenverschleißanzeige oder auch Abnutzungsindikator
Moderne Autoreifen haben sog. Abriebindikatoren. Das sind kleine Stege in den Längsrillen des Profils. Ob der Reifen abgefahren ist, können Sie anhand der dreieckigen Symbole, die mit dem Hinweis TWI (Tread-Wear-Indicator) versehen sind, erkennen. Bilden die Buchstaben eine Ebene mit dem Profil, muss der Reifen gewechselt werden.
Haben Sie keine Reifen mit einer solchen Anzeige und wollen die Tiefe des Reifenprofils messen, gibt es jedoch noch andere Möglichkeiten.
Weitere Möglichkeiten zur Messung der Profiltiefe
- Mit einer 1-Euro-Münze können Sie keine millimetergenaue Messung vornehmen. Sie können damit aber grob abschätzen, ob der Reifen schon zu stark abgefahren ist. Der goldene Rand der 1-Euro-Münze ist 3 mm breit. Ist der goldene Rand beim Anlegen der Münze in der Mitte des Reifenprofils noch sichtbar, sollte zeitnah ein Reifenwechsel erfolgen. Verschwindet der goldene Rand der Münze hingegen im Profil, können Sie bedenkenlos weiterfahren.
- Nutzen Sie einen handelsüblichen Profiltiefenmesser. Diesen setzen Sie zwischen zwei Profilblöcke und schieben die Messstange in die Richtung des Profilgrunds. So können Sie die Profiltiefe ablesen. Ein solches Messgerät finden Sie u.a. in einem gut sortiertenBaumarkt.
- Die letzte Methode ist die Lasertriangulation. Sie ist am aussagekräftigsten und wird von Kfz-Werkstätten genutzt. Die Triangulation kann sogar Aufschluss darüber geben, ob die Reifen ungleichmäßig abgenutzt sind. Das Messgerät befindet sich hierbei im Fahrbahnbelag und die gesuchten Werte werden beim Überfahren gemessen.
Mit der digitalen Fahrzeugverwaltung von LapID können Sie regelmäßig die aktuelle Profiltiefe direkt bei Ihren Fahrern abfragen und die Werte digital übermitteln lassen. Sie haben Sie im Fuhrparkmanagement jederzeit einen Überblick über den Zustand der Reifen.
Wie alt dürfen Reifen eigentlich sein?
Eins vorweg: Es gibt keine gesetzlichen Vorschriften zum Reifenalter. Bei neuen Reifen sollte man jedoch darauf achten, dass diese nicht schon zu lange liegen und das Produktionsjahr nicht zu lange zurück liegt. Das Reifenalter lässt sich über die DOT-Nummer ermitteln.
Das Reifenalter mit der DOT-Nummer bestimmen
Seit dem Jahr 2000 haben Reifen vierstellige in ein Oval eingebettete Kennungen. Diese gab es bereits zuvor, jedoch waren sie dreistellig und dadurch ungenauer.
Die ersten beiden Stellen der vierstelligen Kennungen geben die Produktionswoche des Reifen an, die beiden letzten das Produktionsjahr.
Beispiel Kennung: “3415” bedeutet 34. Kalenderwoche des Jahres 2015.
Empfehlungen zum Reifenalter
Der Bundesverband Reifenhandel gibt folgende Empfehlungen bzw. Definitionen ab:
- Neue Reifen bis zu einem Alter von drei Jahren: gelten als fabrikneu
- Neue Reifen bis zu einem Alter von fünf Jahren: gelten als neu
Bei neuen, unbenutzten Reifen mit einem Alter von fünf Jahren gilt die Montage als unbedenklich. Jedoch ist hier auf die ordnungsgemäße Lagerung zu achten. Hier ergibt ein intensiverer Blick auf die Beschaffenheit des Reifens Sinn.
Generell werden laut ADAC folgende Wechselzeiträume empfohlen:
- Winterreifen: nach sechs bis acht Jahren
- Sommerreifen: nach acht bis zehn Jahren
Winterreifen verlieren bereits nach 6 Jahren einen Teil Ihrer Wintereigenschaften und eigenen sich dann nur noch bedingt für den Einsatz. Relevant für die Nutzungsdauer eines Reifens bleibt aber immer die Profiltiefe. Ist diese bereits vorher unter die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter gefallen, müssen die Reifen erneuert werden.
Reifendruck und Einfluss auf Verschleiß
Der richtige Reifendruck und Verschleiß von Reifen stehen in direktem Zusammenhang. Der Luftdruck in den Reifen bestimmt, wie diese auf der Straße aufliegen und wie stark sich der Reifen während der Fahrt verformt.
Unterschieden wird zwischen
- Zu niedrigem Reifendruck
- Zu hohem Reifendruck
- Optimalem Reifendruck
|
Kriterium |
Zu niedriger Reifendruck |
Zu hoher Reifendruck |
|
Verschleißbild |
Der Reifen verschleißt stark an den beiden Außenkanten (Reifenschultern). |
Der Reifen verschleißt vorzeitig in der Mitte der Lauffläche. |
|
Grund |
Da der Druck in der Mitte fehlt, drückt das Fahrzeuggewicht den Reifen platt. Die Mitte der Lauffläche wölbt sich leicht nach innen und hat weniger Kontakt zur Straße, während die Außenkanten die Hauptlast tragen. |
Der Reifen bläht sich wie ein Ballon auf. Dadurch hat nur noch die Mitte des Reifens vollen Kontakt zur Fahrbahn, während die Schultern den Boden kaum berühren. |
|
Folgen |
Der Reifen "walkt" stärker (er verformt sich bei jeder Umdrehung zu stark). Dadurch entsteht Hitze, die die Reifenstruktur schädigt und im schlimmsten Fall zum Reifenplatzer führen kann. Der Kraftstoffverbrauch steigt durch den höheren Rollwiderstand. |
Die Haftung (Grip) nimmt ab, da weniger Gummi auf der Straße aufliegt (längerer Bremsweg). Der Fahrkomfort sinkt (das Auto federt schlechter). Der Reifen ist anfälliger für Beschädigungen durch Schlaglöcher oder Bordsteine, da er weniger Energie absorbieren kann. |
Abgefahrene Ränder deuten daher auf zu wenig Luft im Reifen hin, wohingegen eine abgefahrene Reifenmitte zu viel Luft im Reifen hat.
Achtung: Einseitig abgefahrene Reifen haben meistens nichts mit dem Druck zu tun, sondern sind Indikator für eine verstellte Fahrwerksgeometrie.
Bei einem optimalen Reifendruck hingegen nutzt sich der Reifen gleichmäßig über die gesamte Breite ab. Das Ergebnis ist eine maximale Lebensdauer des Reifens, beste Haftung, Kurvenstabilität und ein optimaler Kraftstoffverbrauch.
Empfehlung: Prüfen Sie den Reifendruck regelmäßig und explizit vor langen Fahrten bei kalten Reifen. Die Herstellervorgaben zum Reifendruck finden Sie meist im Tankdeckel, am Türholm der Fahrerseite oder im Handbuch.
Neu zugelassene Fahrzeuge verfügen seit 2014 außerdem über ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS). Dieses kontrolliert den Reifendruck des Fahrzeugs und warnt bei Abweichungen vom eingestellten Sollwert.
Schreiben Sie den ersten
Kommentar!