Reifenkennzeichnungen: Was bedeuten sie?
Viele wichtige Informationen rund um den Reifen lassen sich an der Außenseite des Gummis ablesen. Gerade beim Kauf sind Angaben zur Reifen- und Felgengröße, Art und Bauweise, Tragfähigkeit oder maximaler Geschwindigkeit ausschlaggebend.

Quelle: bfp eigene Darstellung
Wie erkennt man die Reifengröße?
Die Reifengröße setzt sich aus der Reifenbreite in Millimeter (im Beispiel 205 mm) und dem prozentualen Höhen-Breiten-Verhältnis (55 Prozent) zusammen. Dabei reichen die Reifengrößen-Dimensionen bei Pkw von 125 bis 335 mm.
Welche Reifenbauarten gibt es?
Es wird zwischen Diagonalreifen, Diagonal-Gürtelreifen und Radialreifen unterschieden. Die Bauart des Reifens gibt an, wie die Karkassen im Reifen angeordnet sind. Eine Karkasse ist das Herzstück eines jeden Reifens und dient als tragendes Gerüst. Die meisten Karkassen sind radial angeordnet (Kennzeichnung „R“), lediglich bei älteren Fahrzeugen lassen sich noch diagonale (Kennzeichnung „D“) Aufstellungen finden. Runflat-Reifen, die funktionsbedingt eine andere Bauweise besitzen, erkennt man durch ein zusätzliches „F“.
Wie erkennt man die Felgengröße?
Die dritte Zahl auf dem Reifen gibt an, für welchen Felgendurchmesser (16 Zoll) der Pneu vorgesehen ist. Die Felgengröße wird dabei in Zoll gemessen und ist abhängig von den Vorgaben des Fahrzeugs. Die zulässige Felgengröße ist in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs hinterlegt. Je größer die Felge ist, desto größer ist auch deren Breite sowie der Durchmesser. Dies verringert die Höhe der Reifenflanken und hat wiederum Einfluss auf den Fahrkomfort.
Was bedeutet Tragfähigkeit bei Reifen?
Der Tragfähigkeitsindex, oder auch Lastindex, definiert, wie belastbar der Reifen ist. Der Indexwert (91) gibt dabei an, wie viel Kilogramm Last bei einem bestimmten Reifendruck für den Pneu zulässig sind. Die Tragfähigkeit des Reifens steht in Abhängigkeit zum Reifendruck, der Reifenbauart und des Geschwindigkeitsindexes. Bei einem Druck von 2,5 bar kann ein Reifen mit einem Lastindex von 91 maximal 615 Kilo tragen. „Reinforced-Reifen“ oder auch „XL-Reifen“ zeichnen sich durch eine besonders hohe Tragfähigkeit aus.
Welche Bedeutung hat der Geschwindigkeitsindex von Reifen?
Der Geschwindigkeitsindex, oder auch Speed-Index, gibt an, wie schnell man mit einem Reifen fahren darf. Dieser Wert wird mit einem Buchstaben neben dem Tragfähigkeitsindex gekennzeichnet. Der Speed-Index „V“ steht für maximal 240 km/h. Ist es möglich, mit dem Fahrzeug schneller als 240 km/h zu fahren, sollten auch die Reifen an diese Geschwindigkeit angepasst werden. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs ist dem Fahrzeugschein zu entnehmen.
Was sind laufrichtungsgebundene Reifen und wie erkennt man diese?
Die Laufrichtung wird beim Pneu mit den Begriffen „Rotation“ oder „Direction“ sowie einem Pfeil abgebildet. Dieser zeigt die Abrollrichtung des Reifens an und ist somit wichtig für die ordnungsgemäße Montage – laufrichtungsgebundene Reifen, die in entgegengesetzter Laufrichtung aufgezogen werden, gewährleisten keine optimale Bodenhaftung. Profilmusterungen in „V“ oder „U“ Formen sorgen für eine verbesserte Wasserverdrängung, Stabilität und für eine reduzierte Geräuschentwicklung. Laufrichtungsungebundene Reifen oder auch asymmetrische Reifen weisen unterschiedliche Profile auf, die ein besseres Fahrgefühl und Kurvenstabilität versprechen. Sie sind am Reifen jeweils als „Inside“ oder „Outside“ markiert.
Wie sind Winter- oder Allwetterreifen gekennzeichnet?
Reifen, die für winterliche Straßenbedingungen konzipiert sind, müssen mit dem Alpine-Symbol gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung mit M+S ist seit September 2024 nicht mehr ausreichend, damit Reifen auch im Winter sicher genutzt werden können.
Was bedeutet das E-Prüfzeichen am Reifen?
Das E-Prüfzeichen bestätigt, dass der Reifen alle ECE-Regelungen und Sicherheitsauflagen für genehmigungspflichtige Bauteile erfüllt. Die Zahl daneben (E1) weist auf das Land hin, das die Genehmigung erteilt hat: Die Ziffer 1 steht hierbei für Deutschland.
Was ist die DOT-Nummer?
Diese Nummer gibt Aufschluss über das Produktionsdatum, das man an den letzten vier Ziffern der Zahlen- und Buchstabenfolge ablesen kann. In unserem Fall (3919) wurde der Reifen in der 39. Kalenderwoche im Jahr 2019 hergestellt.
Was verrät das EU-Reifenlabel?
Seit Mai 2021 gilt das neue EU-Reifenlabel, das Verbrauchern und Fuhrparkmanagern eine schnelle Einschätzung der Reifenqualität ermöglicht. Das Reifenlabel bewertet dabei drei Hauptkriterien:
- dieKraftstoffeffizienz (Rollwiderstand, Klassen A niedrig bis G hoch),
- dieNasshaftung (Bremsweg auf nasser Fahrbahn) und
- dasexterne Rollgeräusch (in Dezibel).
Das EU-Reifenlabel ist nicht direkt auf dem Reifen angebracht, sondern wird zusätzlich zu den Reifen mit ausgehändigt. Darüber hinaus enthält das EU-Reifenlabel Angaben zur Kilometerleistung und Verschleißfestigkeit, dem Grip auf Eis und Schnee und einen QR-Code. Dieser führt direkt zur europäischen Produktdatenbank (EPREL). Gerade für die Kostenkalkulation im Fuhrpark (TCO) ist der Rollwiderstand ein wichtiger Indikator.
Wie finde ich die Verschleißanzeige (TWI)?
Um die Profiltiefe schnell zu prüfen, besitzen Reifen sog. Tread Wear Indicators, kurz TWI. Hierbei handelt es sich um 1,6 mm hohe Stege, die in den Hauptprofilrillen des Reifens eingelassen sind. An der Reifenflanke ist die Position dieser Stege oft durch das Kürzel „TWI“ gekennzeichnet.
Fazit
Wenn Sie etwas über die Gegebenheiten eines Reifens erfahren möchten, lohnt sich ein Blick auf die Außenseite.
Doch damit nicht genug: Halten Sie sich bei den regelmäßigen Reifenchecks an diese Faustregel: „4 x 3 x 6“. Sie besagt: Vier gleiche Reifen, drei Millimeter Mindestprofiltiefe und höchstens sechs Jahre Reifenalter. Damit sind Sie und Ihre Fahrer sicher unterwegs.

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