Häufige Stauursachen auf deutschen Straßen

Zu Beginn und zum Ende der Ferienzeiten aber auch um Feier- und Brückentage herum kommt es auf deutschen Straßen immer wieder zu kilometerlangen Staus. Gerade für Pendler stellt dies eine enorme Belastung auf dem täglichen Weg zur Arbeit dar. Wie Sie den Arbeitsweg optimal nutzen können, haben wir bereits berichtet, doch was sind überhaupt die Ursachen für Staus und wie kann man zur Stauvermeidung beitragen?

ADAC Staubilanz 2017

Laut Staubilanz des ADAC kam es im Jahr 2017 zu 723.000 Stauereignissen (+4,1% im Vergleich zu 2016) auf deutschen Straßen, bei denen 1.448.000 km Stau entstanden sind. Angeführt wird die Statistik der Stauereignisse von den Bundesländern Nordrhein-Westfalen (35%), Bayern (18%) und Baden-Württemberg (11%). Eine Vielzahl der Stauereignisse ist nach dieser Statistik auf Baumaßnahmen zurückzuführen. Im letzten Jahr gab es  4.662 Baustellen auf deutschen Autobahnen. Neben Baustellen gelten folgende Punkte als häufige Stauursachen auf deutschen Straßen: 

  • Überlastung der Straßen und hohes Verkehrsaufkommen
  • Geschwindigkeitsunterschreitungen z.B. „Elefantenrennen“
  • Unfälle und defekte Fahrzeuge
  • Wetter

Der staureichste Tag im Jahr 2017 war der Donnerstag. Reisende am Wochenbeginn und am Wochenende standen hingegen deutlich weniger im Stau. Neben der Überlastung der Straßen und Baustellen sind auch noch andere Faktoren für die Entstehung von Staus verantwortlich.

Wie entsteht ein Stau?

Laut ADAC-Experten handelt es sich um einen Stau sobald die Fahrgeschwindigkeit 20 km/h unterschreitet und  diese Geschwindigkeit für über einen Kilometer oder länger als fünf Minuten gehalten wird. Ab einer Geschwindigkeit unter 40 km/h wird von einer Verkehrsstörung gesprochen. Geschwindigkeiten zwischen 40km/h und 20 km/h deuten auf stockenden Verkehr hin. Bei der Entstehung eines Staus muss zwischen lokalen Verengungen und witterungs- oder verhaltensbedingten Auslösern unterschieden werden.

Bei lokalen Verengungen handelt es sich beispielsweise um Baumaßnahmen, Spursperrungen bei Unfällen oder Fahrbahnverengungen, beispielsweise vor Tunneln. In der Regel sind deutsche Straßen für 1500-2500 Fahrzeuge pro Stunde und Fahrbahn ausgelegt. Bei lokalen Verengungen kann diese Verknappung, der zur Verfügung stehenden Fahrbahn, die Bildung von Staus verstärken.

Witterungsbedingte Auslöser sind beispielsweise Schnee, Regen oder Glatteis. Kommen verhaltensbedingte Auffälligkeiten hinzu, wie z.B. Schaulistige bei Unfällen, die besonders langsam an den Gefahrenstellen vorbeifahren, kann dies auch die Bildung von Staus begünstigen. Weitere verhaltensbedingte Stauauslöser sind Ferienzeiten, Berufsverkehrzeiten, zu dichtes Auffahren oder abruptes Bremsen.

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Besonderheit: Phantomstau

Die Reaktion bzw. das Verhalten eines einzelnen Autofahrers kann nach der Theorie des Schmetterlingseffekts bereits zur Entstehung eines Staus beitragen. Wird der Sicherheitsabstand nicht eingehalten und es kommt durch starkes Bremsen zu einer Verringerung der Geschwindigkeit, überträgt sich dieses Verhalten auf die nachfolgenden Verkehrsteilnehmer.

Phantomstaus entstehen nach einer Untersuchung der Universität Köln durch folgende menschliche Fehlverhalten:

  • Zu dichtes Auffahren
  • Zu schnelles Aufschließen auf vorausfahrende Fahrzeuge
  • Kontraproduktives Fahren (z.B. Kolonnenspringen, falsch angewendetes Reißverschlussverfahren, oder „Gaffen“ bei Unfällen)

Staus entstehen demnach durch fortlaufende kleine Geschwindigkeitsunterschiede, die dazu beitragen, dass der Sicherheitsabstand nicht konstant gehalten werden kann. Die durch das Ausgleichen des Sicherheitsabstands entstehende Kettenreaktion durch Beschleunigen und Abbremsen begünstigt die Entstehung von Verkehrsstaus.

Tipps zur Stauvermeidung

Da Staus u.a. auch durch zu dichtes Auffahren entstehen, empfehlen Verkehrsexperten die Fahrgeschwindigkeit an das vorausfahrende Auto anzupassen. Abruptes Bremsen kann hierdurch vermieden werden. Ein weiterer Tipp zur Vermeidung von Staus ist die Einhaltung des Sicherheitsabstandes. Der Sicherheitsabstand wird in § 4 Abs. 1 StVO geregelt. Für Autobahnen gilt hier die Zwei-Sekunden-Regel oder die Formel „halber Tacho in Metern“. Wird der Sicherheitsabstand nicht eingehalten, kann dies mit Bußgeldern von bis zu 400€ und ein bis zwei Punkten im Verkehrszentralregister geahndet werden.

Neben der Anpassung der Fahrweise ist auch der Fahrzeitpunkt entscheidend für die Vermeidung von Staus. Antizyklisches Fahren, beispielsweise außerhalb der Berufsverkehrszeiten oder in Ferienzeiten unter der Woche anstelle von Wochenenden, trägt zur Stauvermeidung bei. Steht man doch einmal im Stau, ist es ratsam auf einer Spur zu bleiben. Ständiges Wechseln der Fahrbahn löst mitunter weitere Stauwellen aus, die den Stau verlängern und verstärken. Weitere Tipps zum richtigen Verhalten im Stau und zur Bildung einer Rettungsgasse haben wir  in unserem Beitrag Verhalten im Stau zusammengefasst.

 

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