Wann ist eine unterjährige Unterweisung sinnvoll?

Die regelmäßige Durchführung von Unterweisungen ist sowohl im Fuhrpark als auch im Unternehmen generell verpflichtend und sollte, sofern nicht anders vorgeschrieben, mindestens einmal im Jahr stattfinden. Wir erläutern, wann eine unterjährige, also häufigere Unterweisung sinnvoll und notwendig ist und geben Tipps, wie kürzere Intervalle umgesetzt werden können.

Inhaltsverzeichnis:

Notwendigkeit von Unterweisungen

Unterweisungen sind ein Mittel zur Sicherstellung des Arbeitsschutzes im Unternehmen und dienen dazu, Mitarbeitern das sicherheitsgerechte Verhalten am Arbeitsplatz zu vermitteln. Die Unterweisungen enthalten dabei Informationen über potenzielle Gefahren im Arbeitsumfeld und Maßnahmen, wie diesen Gefahren entgegengewirkt werden kann.

Rechtlich begründet sind die Unterweisungen im Arbeitsschutzgesetz. Weitere Informationen zu den rechtlichen Hintergründen der Unterweisung im Allgemeinen:

Die Unterweisung im Fuhrpark ergibt sich aus den gesetzlichen Regelungen zum Arbeitsschutz sowie der DGUV Vorschrift 70. Sie dient dem Schutz der Mitarbeiter und der Absicherung des Unternehmens, denn es werden wichtige Verhaltensgrundlagen im Straßenverkehr vermittelt, mit denen Gefahren und Unfälle vermieden werden können.

Diese Fahrerunterweisung sollte nach gesetzlichen Vorgaben mindestens jährlich wiederholt werden. Bei Bedarf kann das Intervall zwischen zwei Unterweisungsterminen auch kürzer ausfallen.

Laden Sie hier unser kostenloses Merkblatt rund um die Fahrerunterweisung  herunter - mit Tipps zur Durchführung!

Halbjährliche Unterweisungspflicht

Grundsätzlich sind die meisten Unterweisungen jährlich zu wiederholen, so auch die Fahrerunterweisung nach UVV. In speziellen Anwendungsfällen ist jedoch per Gesetz eine halbjährliche Unterweisung vorgeschrieben. Hierbei handelt es sich um folgende Fälle:

Paragraf 28, Absatz 2 des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG)„Die Unterweisungen sind in angemessenen Zeitabständen, mindestens aber halbjährlich, zu wiederholen.“

Paragraf 20, Absatz 1 der Druckluftverordnung (DruckLV)„[…] Die Belehrungen sind in angemessenen Zeitabständen, mindestens in Abständen von sechs Monaten, zu wiederholen.“

Paragraf 63, Absatz 1 der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV): „Die Unterweisung ist erstmals vor Aufnahme der Betätigung oder vor dem erstmaligen Zutritt zu einem Kontrollbereich durchzuführen. Danach ist die Unterweisung mindestens einmal im Jahr zu wiederholen.

Gründe für kürzere Unterweisungsintervalle

Neben den gesetzlich vorgeschriebenen halbjährlichen Unterweisungen gibt es im Unternehmen immer wieder Gründe, aus denen eine Verkürzung sinnvoll sein kann. Die Gründe für die Verkürzung des Unterweisungsintervalls können verschieden sein. Hierzu zählen:

  • Einstellung neuer Mitarbeiter
  • Umsetzung bestehender Mitarbeiter (z.B. Wechsel von Innen- in Außendienst)
  • Änderungen des Beschäftigungsfeldes (z.B. Wechsel auf anderes Fahrzeug)
  • Aktuelle Ereignisse, wie z. B. Unfälle
  • Vermehrte Rückfragen von Mitarbeitern

Bei zentral organisierten Unterweisungsterminen, die beispielsweise fix im ersten Quartal eines Jahres durchgeführt werden, sind unterjährige Neueinstellungen nicht berücksichtigt. In diesen Fällen muss ein weiterer, individueller Termin für neu eingestellte Mitarbeiter geplant und organisiert werden. Gleiches gilt auch für die Umsetzung bestehender Mitarbeiter. Wechselt beispielsweise ein Mitarbeiter vom Innen- in den Außendienst, ist die Unterweisung im Umgang mit dem Dienstfahrzeug erforderlich. Diese Unterweisung ist für Innendienstmitarbeiter, die kein Firmenfahrzeug nutzen, in der Regel nicht notwendig. Mit der Umsetzung einhergehend ist auch die Änderung des Beschäftigungsfeldes. Wechselt ein Mitarbeiter innerhalb des Außendienstes auf eine andere Position, mit der auch die Bedienung eines anderen Fahrzeuges (Wechsel von Pkw auf Lkw) verbunden ist, ist eine unterjährige Unterweisung und somit ein kürzeres Unterweisungsintervall sinnvoll und notwendig.

Neben wechselnden Bedingungen im Arbeitsverhältnis kann eine unterjährige Unterweisung und somit ein kürzeres Unterweisungsintervall auch dann Sinn ergeben, wenn hierzu akut Bedarf besteht. Sind in letzter Zeit bei einer oder mehreren Personen vermehrt Unfälle oder Schäden verursacht worden oder Ordnungswidrigkeiten begangen worden, ist es sinnvoll, die Inhalte der Unterweisung erneut zu thematisieren. Akuter Bedarf kann auch aufgrund vermehrter Rückfragen von Mitarbeitern entstehen, beispielsweise wenn bestimmte Themen unklar sind oder vermehrt im Arbeitsalltag auftreten.

Wie können kürzere Unterweisungsintervalle umgesetzt werden?

Zur Umsetzung kürzerer Intervalle ist zunächst die Art der Durchführung der Unterweisung genauer zu betrachten. Handelt es sich um eine reine Präsenzveranstaltung zur Unterweisung, sind hierfür mehrere Termine zu organisieren und anzubieten. Neue Mitarbeiter oder Mitarbeiter in neuen Positionen haben somit die Möglichkeit, den nächsten freien Unterweisungstermin zu wählen.

Handelt es sich um eine online gestützte Unterweisung in Form eines E-Learning-Systems, kann die Unterweisung jederzeit durch den Mitarbeiter durchgeführt werden. Im Fuhrpark- oder Personalmanagement sind hierfür lediglich die notwendigen Intervalle im System zu hinterlegen. Selbst wenn der Mitarbeiter die Unterweisung bereits durchgeführt hat, kann er bei akutem Bedarf erneut zu einer Unterweisung aufgefordert werden.

Dokumentationspflicht bei Unterweisungen

Die Durchführung von Unterweisungen muss schriftlich dokumentiert werden. Kommen neben den jährlich durchzuführenden Unterweisungen halbjährliche Unterweisungen hinzu, entweder weil diese per Gesetz vorgeschrieben sind oder weil dies anlassbezogen erforderlich ist, steigt auch der Aufwand für die Dokumentation. An dieser Stelle ist die Art und Weise der Dokumentation entscheidend.

Manuelle Dokumentationsprozesse sind komplex und zeitaufwendig. Nutzt man digitale Dokumentationsmöglichkeiten, die z. B. direkt mit dem E-Learning-System für die Durchführung der Unterweisung verknüpft sind, werden diese Aufgaben automatisch durch das Unterweisungssystem durchgeführt.

Weitere Informationen zum Unterweisungsnachweis und der Dokumentationspflicht:

Fahrerunterweisung im Fuhrpark  Im Rahmen von Unfallverhütungs- und Arbeitssicherheitsmaßnahmen ist der  Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet, Mitarbeiter, die einen Dienstwagen  nutzen, zu unterweisen. Diese Fahrerunterweisung nach UVV muss mindestens  einmal im Jahr erfolgen. Mitarbeiter werden dabei im richtigen Umgang mit  Dienstfahrzeugen geschult.  Sie haben Fragen zur Fahrerunterweisung nach UVV oder benötigen Hilfe bei der  Durchführung?Dann schreiben Sie uns gerne.


Stefanie Effer

Stefanie Effer


Lesezeit

Durchschnittliche Lesezeit: 3 min




Im Blog suchen


    Sie haben Themenwünsche?



    Schreiben Sie den ersten Kommentar: