Hygiene am Arbeitsplatz: 9 Tipps

Die Kaffeetheke klebt und in der Tastatur sammeln sich Krümel. Schlechte Bürohygiene gefährdet die Gesundheit Ihres gesamten Teams. Schützen Sie Ihre Kollegen: Mit diesen 9 einfachen Tipps sorgen Sie sofort für ein gesundes Arbeitsumfeld.
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Hygiene am Arbeitsplatz: 9 Tipps © bongkarn – stock.adobe.com/ LapID Service GmbH
Sarah Brüdigam
 

Teil 1: Hygiene am Schreibtisch – So leiten Sie Ihr Team an

Der Schreibtisch ist der tägliche Lebensmittelpunkt Ihrer Mitarbeiter im Büro oder auch im Homeoffice. Als Compliance- oder Gesundheits-Beauftragter liegt es in Ihrer Hand, das Team zu motivieren, diesen Bereich konsequent sauber zu halten. So minimieren Sie im Vorfeld die Verbreitung von Keimen deutlich.

1. Tipp: Sensibilisieren Sie Ihr Team für die regelmäßige Reinigung der Arbeitsmittel

Ihrer Kollegen berühren täglich mit ihren Händen unzählige Male Maus, Tastatur oder Telefon. Dabei essen sie mal eine Kleinigkeit oder niesen. Diese Geräte gelten daher als die größten Keimschleudern im gesamten Büro. Natürlich steigt Risiko, wenn sich mehrere Personen einen Arbeitsplatz oder das Telefon teilen. Sie und Ihr Team sollten folgende Verhaltensweisen beherzigen:

  • Reinigungsmittel: Stellen Sie die benötigten Reinigungsmittel zur Verfügung – Reinigungstücher, Desinfektionsmittel und Bildschirmsprays. Am besten für jeden Raum oder jede Schreibtisch-Gruppe einen. Dann kann sich jeder Mitarbeiter nehmen, was er braucht und es gibt keine Ausreden wie: „Ich konnte den Reiniger nicht finden!“
  • Schreibtischoberfläche: Bitten Sie Ihre Mitarbeiter, die eigene Arbeitsfläche mindestens einmal pro Woche feucht abzuwischen.
  • Tastatur und Maus: Ermutigen Sie das Team, die Tastatur regelmäßig umzudrehen und vorsichtig auszuklopfen. So wird gleichzeitig auch die Lebensdauer der Geräte verlängert.
  • Telefon und Headset: Weisen Sie darauf hin, Hörer und Headset am besten täglich oder direkt nach jeder intensiven Nutzung abzuwischen.

2. Tipp: Etablieren Sie die Handhygiene als feste Routine im Büro

Die Hände übertragen die meisten Krankheitserreger. Machen Sie das Händewaschen im Unternehmen zu einer fest etablierten Routine.

  • Richtiges Händewaschen: Erinnern Sie Ihre Belegschaft (bspw. durch freundliche Hinweisschilder) daran, die Hände nach jedem Toilettengang, vor dem Essen, nach dem Naseputzen und beim Betreten des Büros zu waschen oder zu desinfizieren. Weisen Sie auf die Regel hin, sich dafür mindestens 20 bis 30 Sekunden Zeit zu nehmen.
  • Desinfektionsmittel bereitstellen: Platzieren Sie Handdesinfektionsmittel an strategischen Punkten als sinnvolle Ergänzung. Dies empfiehlt sich besonders in der Nähe von gemeinschaftlich genutzten Geräten wie dem Kopierer oder dem Touchscreen der Kaffeemaschine oder auch dem Eingang ins Büro.
  • Unterweisungen durchführen: Damit die Mitarbeiter wissen, was zu tun ist, helfen jährliche Hygiene-Unterweisungen. So etablieren Sie ein einheitliches Verständnis von Hygiene im Unternehmen. 

3. Tipp: Schaffen Sie klare Regeln für Snacks am Schreibtisch

Ein Snack am Schreibtisch spart Ihren Mitarbeitern zwar Zeit, birgt aber hygienische Tücken. Kommunizieren Sie hier klare Verhaltensregeln:

  • Reste sofort entsorgen: Organische Abfälle wie Bananenschalen oder Apfelreste gehören direkt in den Müll in der Küche. Im Papierkorb unter dem Schreibtisch verursachen sie unangenehme Gerüche und ziehen schnell Fruchtfliegen an.
  • Geschirr umgehend wegräumen: Bitten Sie Ihre Kollegen, schmutzige Tassen und Teller nicht tagelang stehenzulassen. Diese bilden den perfekten Nährboden für Bakterien und Schimmel. Zusätzlich wirkt stehengelassenes Geschirr gegenüber Besuchern wenig professionell.
  • Krümel vermeiden: Raten Sie dem Team, beim Essen einen Teller zu nutzen und nicht direkt über der Tastatur zu essen. Heruntergefallene Krümel wischen die Mitarbeiter am besten nach der Mahlzeit sofort weg.

4. Tipp: Führen Sie eine konsequente Clean-Desk-Policy ein

Ein aufgeräumter Schreibtisch sieht nicht nur professionell aus, sondern die Reinigungskräfte können ihn auch wesentlich leichter und gründlicher reinigen. Fordern Sie Ihre Mitarbeiter auf, Papierstapel auf ein Minimum zu reduzieren, da diese als regelrechte Staubfänger wirken. Wenn Akten und Notizen am Ende des Arbeitstages in die dafür vorgesehenen Schränke geräumt werden, fördern Sie nicht nur die Hygiene, sondern tragen auch aktiv zum Schutz sensibler Daten bei.

Teil 2: Sauberkeit in Gemeinschaftsbereichen strategisch fördern

Hygiene in Gemeinschaftsbereichen wie der Küche oder Besprechungsräumen funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Hier sind Sie als Vorbild und Kommunikator gefragt.

5. Tipp: Fördern Sie die gemeinsame Verantwortung in der Büroküche

Die Küche ist das Herzstück des Büros und wird von jedem genutzt. Daher sollten Ihre Mitarbeiter gemeinsam dazu beitragen, diese auch ordentlich zu halten.

  • Spülmaschine: Weisen Sie das Team an, benutztes Geschirr direkt einzuräumen. Das Spülbecken dient nicht als Ablagefläche. Kommunizieren Sie klar: Wer sieht, dass die Maschine voll ist, schaltet sie an. Wer sieht, dass sie fertig ist, hilft kurz beim Ausräumen.
  • Kühlschrank: Führen Sie die Regel ein, Lebensmittel mit dem eigenen Namen zu beschriften. Fordern Sie die Mitarbeiter auf, abgelaufene oder nicht mehr benötigte Lebensmittel rechtzeitig mit nach Hause zu nehmen oder zu entsorgen. Ein regelmäßiger "Kühlschrank-Putz-Tag" hilft hier Wunder.
  • Oberflächen & Böden: Verschütteter Kaffee auf der Arbeitsplatte oder auf dem Boden sollte sofort aufgewischt werden. Das verhindert klebende Oberflächen oder Böden und schützt andere Kollegen vor dem Ausrutschen.

6. Tipp: Stellen Sie die Rücksichtnahme in Sanitäranlagen sicher

Der Zustand der sanitären Einrichtungen spiegelt die Rücksichtnahme im Team wider. Kommunizieren Sie klar, dass jeder die Toilette stets sauber verlässt. Ganz nach dem Motto: Verlassen Sie die Toilette so, wie Sie sie gerne vorfinden möchten.

Richten Sie als Gesundheitsbeauftragter außerdem einen einfachen Meldeweg ein, damit Mitarbeiter Ihnen oder dem Facility Management sofort Bescheid geben, wenn Seife oder Papiertücher fehlen.

7. Tipp: Setzen Sie Standards für saubere Besprechungsräume

Meetings bringen viele Menschen auf engem Raum zusammen. Bitten Sie die Teilnehmer, nach dem Termin ihre Kaffeetassen, Wasserflaschen und Notizblöcke wieder mit an den Platz zu nehmen und Müll direkt zu entsorgen. Ein besonders wichtiger Punkt für die Lufthygiene: Erinnern Sie die Mitarbeiter daran, den Raum nach der Besprechung für wenige Minuten zu stoßlüften.

Teil 3: Gesundheitskultur und Rücksichtnahme bei Krankheit

8. Tipp: Unterbinden Sie Präsentismus bei Krankheit und schützen Sie das Team

Der mit Abstand größte Beitrag zur Hygiene im Büro besteht darin, dass kranke Mitarbeiter (bspw. starke Erkältung oder andere Infekte) zwingend zu Hause bleiben. Der sog. "Präsentismus" – das Arbeiten im Büro trotz Krankheit – ehrt zwar die Motivation Ihrer Kollegen, gefährdet aber das gesamte Team.

Senden Sie als Gesundheitsbeauftragter eine klare Botschaft: Wer sehr krank ist, sollte nicht nur Zuhause bleiben, sondern auch nicht arbeiten. Denn wer ins Büro kommt, fördert längere Ausfallzeiten und erhöht den Krankenstand im Betrieb. Ermutigen Sie leicht angeschlagene Kollegen, freiwillig mehr Abstand zu halten oder wenn möglich, direkt das Homeoffice zu nutzen.

9. Tipp: Kommunizieren Sie die Husten- und Nies-Etikette klar

Erinnern Sie Ihr Team regelmäßig an die grundlegende Regel: Wenn jemand husten oder niesen muss, geschieht dies niemals in die nackten Hände oder ungeschützt in den Raum. Weisen Sie die Mitarbeiter an, stattdessen in die Armbeuge oder in ein Einwegtaschentuch zu niesen und dieses danach sofort zu entsorgen. So verhindern Sie effektiv, dass Viren über Hände auf Telefone, Türklinken oder andere Arbeitsgeräte und schließlich auf das restliche Team übergehen.

Fazit: Arbeitsschutz und Hygiene im Unternehmen

Betriebshygiene im Büro ist immer eine gemeinsame Verantwortung. Als Arbeitgeber und dessen Vertreter im Rahmen des allgemeinen Arbeitsschutzes sind Sie dazu verpflichtet, die grundlegenden Mittel (Seife, Desinfektionsmittel, Papierhandtücher etc.) zur Verfügung zu stellen. Für die Umsetzung im Alltag helfen Unterweisungen, um einheitliche Hygiene-Regeln zu etablieren.

Regelungen zur Arbeitsplatzgestaltung und zum Gesundheitsschutz gehören zu den zentralen Themenbereichen im Unternehmen. Wenn Sie diese Tipps aktiv kommunizieren und die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, leistet jeder Einzelne seinen täglichen Beitrag. So schaffen Sie als Gesundheitsbeauftragter letztendlich ein sicheres, produktives und angenehmes Arbeitsklima für alle.