Wegeunfall: Wie sind Ihre Mitarbeiter wann versichert?

Ereignet sich ein Unfall auf dem Weg von oder zur Arbeitsstelle, beispielsweise im Straßenverkehr, ist ein Arbeitnehmer in der Regel über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Entscheidend für das Greifen der Unfallversicherung sind zwei grundlegende Faktoren:

Zum einen die Definition eines Wegeunfalls und zum anderen die rechtzeitige Meldung.

  1. Ein Wegeunfall definiert sich durch den direkten, unmittelbaren Weg zwischen Arbeit und Wohnort. Wichtig ist hier zu erwähnen, dass dies  nicht zwingend der kürzeste Weg sein muss. Im Falle einer Baustelle oder auch eines Staus, die ein Abweichen von der kürzesten Strecke erfordern, ist der Versicherungsschutz trotz aller Umstände gewahrt. Nimmt ein Arbeitnehmer allerdings unnötige Umwege privater Natur auf sich, beispielsweise zum Einkaufen, so kann der Schutz durch die Versicherung oftmals aufgehoben werden.

  2. Damit im Falle eines Unfalls ausschlaggebende Beweise zum Tathergang geschützt werden und eine Kostenübernahme durch die Berufsgenossenschaft ohne Probleme erfolgen kann, ist die rechtzeitige Meldung des Wegeunfalls unabdingbar. Dem Arbeitgeber sind hierzu alle ausschlaggebenden Informationen zum Unfallhergang vorzulegen. Des Weiteren sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden, um eventuelle Schadensersatzansprüche aufgrund von Personenschäden umgehend geltend machen zu können. 

Übrigens...
...eine gesetzliche Ausnahme bilden der Transport von Kindern (bspw. zur Kita oder Schule und wieder zurück) sowie Fahrgemeinschaften. Hier stehen Arbeitnehmer trotz alledem unter dem gesetzlichen Unfallversicherungsschutz.

 

Beweislast bei Arbeitsunfällen

Ereignet sich ein Wegeunfall liegt die Beweislast allerdings bei dem Unfallopfer, also dem  Arbeitnehmer selbst. Daher ist grundsätzlich anzuraten einen Fachanwalt für Sozialrecht hinzuzuziehen. Dies zeigte das Urteil des Bundessozialgerichts aus dem Jahre 2016. Ein Arbeitnehmer verfuhr sich auf dem Weg zur Arbeitsstelle und verursachte einen schweren Unfall infolge eines gefährlichen Wendemanövers. Dies kostete den Arbeitnehmer den Versicherungsschutz.

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Versicherungsschutz (auf falschen Wegen) bestünde laut Urteil nur dann, wenn der Irrtum (das Verfahren/ falsch abbiegen) aufgrund besonderer Vorkommnisse entstehen würde, beispielsweise durch schlecht beschilderte Straßen oder Beeinträchtigung der Sicht durch Nebel (Az.: B 2 U 16/15 R).

Aber Achtung!
Verlässt ein Arbeitnehmer nach einem Unfall seinen Wagen ohne ausreichende Gründe (bspw. Nothilfe), muss er laut einem Urteil des Landessozialgerichts Thüringen damit rechnen, dass sein Versicherungsschutz erlischt (AZ.: L1U778/13).

 

 

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