Der TÜV: Aufgaben und Bedeutung für das Fuhrparkmanagement

„Hat dein Auto noch TÜV?“, ist eine gängige Frage, wenn es darum geht, ob das Fahrzeug noch zum Straßenverkehr zugelassen oder überholungsbedürftig ist. Diese Frage kann der TÜV beantworten. Was der TÜV sonst noch kann, die Hintergründe seiner Entstehung und seine Bedeutung für das Fuhrparkmanagement werden in diesem Beitrag näher beleuchtet.

Was ist der TÜV? Eine kleine Historie

Der Technische Überwachungsverein oder kurz TÜV ist eine Selbsthilfeorganisation, die die technische Überwachung für den deutschen Staat übernimmt. So prüft der TÜV beispielsweise Fahrzeuge auf ihre Verkehrstauglichkeit. Die Bezeichnung „TÜV-geprüft“ ist ein Gütesiegel, welches dem Hersteller eines geprüften Geräts oder dem Fahrzeughalter nach der erfolgreichen Hauptuntersuchung Qualität und technische Unbedenklichkeit garantiert.

Wie ist der TÜV entstanden? Im Zeitalter der Industrialisierung, sprich im 19. Jahrhundert, kam es zu immer mehr Unfällen mit Dampfkesseln, weswegen nach einem Unfall in Mannheim 1865 in den Reihen der Kesselbesitzer beschlossen wurde, die Dampfkessel regelmäßig und auf freiwilliger Basis Kontrollen zu unterziehen. So wurde 1866 die Gesellschaft zur Überwachung und Versicherung von Dampfkesseln gegründet. Mit der Zeit schlossen sich weitere deutsche Bundesstaaten an und schließlich waren regionale Überwachungsvereine so erfolgreich, dass die Mitgliedschaft die Inspektion durch einen staatlichen Inspektor obsolet machte und die Mitglieder davon befreit wurden. Damit waren die staatlichen Prüfungen zum Zwecke der Unfallverhütung erfolgreich durch die Dampfkessel-Überwachungs- und Revisions-Vereine (DÜV) privatisiert worden. Es folgte die Ausweitung der Sicherheitsprüfungen unter anderem auf Kraftfahrzeuge und bei der Führerscheinprüfung.

Heute, im 21. Jahrhundert, gibt es mehrere TÜV-Gesellschaften, die eine regionale Bezeichnung haben, wie bspw. TÜV SÜD, TÜV Rheinland und entweder eigenständig oder in Holdings organisiert sind. Die meisten Technischen Überwachungs-Vereine sowie einige Chemieunternehmen, die eine eigene Anlagenüberwachung haben, sind im VdTÜV organisiert (Verband der TÜV). Dieser Verband organisiert unter anderem den Erfahrungsaustausch der deutschlandweit tätigen Sachverständigen.

Im Alltagssprachgebrauch haben sich Formulierungen wie „das Auto muss zum TÜV“, „wie lange hat es noch TÜV“ etc. etabliert, die synonym für technische Prüfungen am Fahrzeug verwendet werden, obwohl das Monopol dafür aufgelöst wurde und andere Gesellschaften ebenfalls die Hauptuntersuchung durchführen können.

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Welche Aufgaben hat der TÜV?

Für was ist der TÜV zuständig? Die Holdings und eigenständigen TÜVs nehmen sogenannte hoheitliche Aufgaben wahr. Vorzugsweise werden Kraftfahrzeuge geprüft, ob diese technisch den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und verkehrssicher oder nicht betriebssicher, sind. Sonst dürfen die Fahrzeuge nämlich nicht am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Doch sind neben dem TÜV auch privatwirtschaftliche Prüforganisationen, wie DEKRA, sowie akkreditierte Werkstätten, berechtigt, diese Untersuchungen durchzuführen und die Kraftfahrzeuge zu zertifizieren. Des Weiteren gibt der TÜV Seminare, zum Beispiel bezüglich des Arbeitsschutzes.

Eine der wichtigsten Aufgaben des TÜV ist die Hauptuntersuchung (HU). Diese muss in der Regel nach der Erstzulassung nach 36 Monaten und danach alle 2 Jahre gemacht werden. Der Halter des Fahrzeugs darf übrigens dabei anwesend sein. Fahrzeuge über einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 t sowie Taxis und Mietfahrzeuge müssen einmal im Jahr zur HU. Der Fahrzeughalter ist dafür verantwortlich, dass sein Fahrzeug fristgerecht zur HU vorstellig wird. Der Untersuchungsumfang der HU ist in der „Richtlinie über die Durchführung der Hauptuntersuchung und die Beurteilung der dabei festgestellten Mängel an Fahrzeugen“ definiert.

Wenn Sie mehr über die HU erfahren wollen, was die HU oder umgangssprachlich was der TÜV kostet oder auch, was geschieht, wenn bei der HU Mängel festgestellt worden sind, haben wir in unserem Beitrag für Sie aufbereitet.

Was passiert, wenn der TÜV abgelaufen ist?

Sollte das Fahrzeug nicht fristgerecht zur HU gebracht und Sie mit abgelaufenem TÜV angehalten werden, wird ein Bußgeld fällig. Die Frist endet nach dem Monats des Jahres, welcher auf der Plakette eingetragen ist.

Der Betrag ist abhängig von der Länge der Fristüberschreitung:

Unter zwei Monaten wird laut bundeseinheitlichem Tatbestandskatalog kein Bußgeld erhoben, aber ab zwei bis vier Monaten Überfälligkeit sind es 15 Euro. Sofern der Halter länger als vier bis acht Monate überfällig für die HU ist, wird ein Bußgeld von 25 Euro erhoben. Ab acht Monaten sind es 60 Euro Bußgeld und ein Punkt im Verkehrszentralregister. Sollte es zu einem Schaden kommen, wenn der TÜV abgelaufen ist, kann die Kfz-Versicherung Regress fordern und da die AU seit 2010 in der HU integriert ist, wird auch hierfür ein Bußgeld fällig. Übrigens: Auch wenn Ihr TÜV weniger als zwei Monate überfällig ist und Sie deswegen noch kein Verwarnungsgeld zahlen müssen, handelt es sich dennoch um eine Ordnungswidrigkeit.

Wird bei der Hauptuntersuchung festgestellt, dass Ihr Fahrzeug mehr als zwei Monate über dem Prüftermin ist, ist die Prüforganisation dazu verpflichtet, eine erweiterte HU durchzuführen. Dafür werden 20 Prozent der Kosten aufgeschlagen.

 

Mit dem Dienstwagen im Ausland
Sollten Sie im Ausland unterwegs sein, obwohl die HU ansteht, müssen Sie nachweisen können, dass der TÜV vor dem Auslandsaufenthalt noch nicht abgelaufen war. Ansonsten riskieren Sie Bußgelder. Sobald Sie zurück in Deutschland sind, holen Sie die Hauptuntersuchung nach.

 

TÜV im Fuhrparkmanagement

Auch im Fuhrparkmanagement hat der TÜV einen sehr hohen Stellenwert. Da „Fuhrparkmanager“ kein Ausbildungsberuf ist, muss das Wissen rund um das Fuhrparkmanagement anderweitig erworben werden – der TÜV bietet Seminare für und sogar Ausbildungen zum zertifizierten Fuhrparkmanager an.

Zu den Verwaltungsaufgaben eines Fuhrparkverantwortlichen gehören neben der regelmäßigen Kontrolle der Verkehrssicherheit der Flotte auch die Führerscheinkontrolle sowie die Fahrerunterweisung der Mitarbeiter, die einen Dienstwagen oder Poolfahrzeuge nutzen. Diese Aufgaben sind gesetzlich vorgeschrieben und können sehr zeitintensiv sein – je nach Größe und Verteilung der Flotte. Wenn es darum geht das Fuhrparkmanagement zu unterstützen, sollte es sich um eine geprüfte, qualitativ hochwertige und intuitiv zu bedienende Lösung handeln. Auch hier kommt der TÜV ins Spiel, denn der TÜV prüft Lösungen zur elektronischen Führerscheinkontrolle beziehungsweise Unternehmen, die solche Lösungen anbieten. In diesem Betätigungsfeld ist es essenziell, dass das Fuhrparkmanagement und auch die Dienstwagenfahrer sowie Poolnutzer sicher sein können, dass die strikten Datenschutzrichtlinien eingehalten werden. So wird jährlich vom TÜV SÜD geprüft, ob bei LapID die Richtlinien gemäß Datenschutzgrundverordnung bei der Auftragsverarbeitung eingehalten werden.

 

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