Günstig tanken und weitere Tipps rund um die Tankstelle

Die Tankstelle ist ein Ort für sich – das wird sogar in der Straßenverkehrsordnung berücksichtigt. Ist man mit dem Auto unterwegs, stellt man sich vielleicht die Frage, was beim Befahren und dem Aufenthalt an der Tankstelle überhaupt zu beachten ist. Neben den Dos and Don’ts an Tankstellen geben wir auch Tipps, wann Sie am besten günstig tanken können und wie Sie einen Schaden am Auto vermeiden.

Inhaltsverzeichnis: 

 

Dos – Hilfreiche Tipps für Ihren Tankstellenbesuch

Nicht nur das Fahrzeug betanken, sondern auch an den Benzinkanister denken.
Einen Benzinkanister mit sich zu führen ist nicht verkehrt, denn er ist günstig und leicht zu verstauen. Zudem kann er sehr nützlich sein, wenn man in einer entlegeneren Gegend, wo die nächstgelegene Tankstelle zu weit weg ist, feststellt, dass man kaum mehr Kraftstoff hat. Ein Benzinkanister muss der DIN-Norm 7274 oder 16904 entsprechen und aus Plastik oder Metall bestehen sowie dicht, bruchsicher und fest verschließbar sein. Sie können also nicht einfach eine leere Flasche aus dem Auto nutzen, um darin Kraftstoff abzufüllen. Der Behälter darf überdies nicht älter als fünf Jahre sein – das Herstellungsdatum ist in der Regel aufgedruckt oder eingeprägt. Zudem sollte er aus Sicherheitsgründen (z. B. Brandgefahr) im Kofferraum, also so weit wie möglich von den Reisenden, entfernt gelagert werden. Manche Fahrzeuge haben hierfür eine Vorrichtung im Kofferraum, wo der Reservekanister kippsicher gelagert werden kann.

Wie viel Benzin beziehungsweise Kraftstoff man im Auto mitnehmen darf, unterscheidet sich von EU-Land zu EU-Land. Der ADAC empfiehlt für Deutschland und die EU, nicht mehr als 10 Liter mitzuführen, wobei in Deutschland bis zu 60 Liter Reservekraftstoff in Privatfahrzeugen erlaubt sind. In der EU gelten unterschiedliche Bestimmungen und Zollvorschriften, ob und wie viel Kraftstoff in einem Reservekanister mitgenommen werden darf. In der Regel sind es 10 Liter (Belgien, Niederlande, Portugal, Österreich, Tschechien), in manchen Ländern 20 Liter (Estland, Litauen, Polen, Slowakei) oder gar 25 Liter (Liechtenstein, Schweiz, Türkei). In Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Luxemburg und Rumänien hingegen ist die Mitnahme verboten. Vor der Reise ins Ausland ist also zu prüfen, ob die Mitnahme eines Reservekanisters im Durchreise- und/oder Zielland erlaubt ist.

Achtsam sein: Tankstellen sind andere Straßenteile

Laut der Straßenverkehrsordnung (§ 10 StVO) gehört die Tankstellenfläche zu den sogenannten anderen Straßenteilen, ebenso wie Parkplätze und Radwege. Das bedeutet nichts anderes, als dass diese nicht zur Fahrbahn gehören. Beim Ein- und Befahren sowie beim Verlassen (Anfahren des Fahrbahnrandes) dieses Straßenteils muss der Fahrzeugführer besonders sorgsam sein. Sollte es zu einem Unfall kommen, ist es nicht unüblich, dass die Schuldfrage mit 50:50 gewichtet wird. Komplett von Schuld wird man in der Regel nicht freigesprochen. Fahren Sie also besonders vorsichtig!

Clever und günstig tanken nach dem Cost-Average-Effekt?

Fragen Sie sich auch immer, wann der günstigste Zeitpunkt zum Tanken ist? Es gibt diverse Webseiten, die die günstigste Tankstelle in der Nähe heraussuchen, und es heißt, dass man an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Uhrzeiten günstiger tankt. Ob dies nun stimmt und sich wissenschaftlich belegen lässt, können wir nicht beantworten. Worauf wir Ihr Augenmerk jedoch lenken möchten, ist ein mathematisches (und belegbares) Phänomen, nämlich der Cost-Average-Effekt oder auch Durchschnittskosten-Effekt genannt. Dieser Effekt sagt, dass man bei Produkten mit hohen Preisschwankungen einen Gewinn erzielt, wenn man dieses immer für einen gleich hohen Geldbetrag einkauft. Aufs Tanken bezogen, tankt ein Autofahrer günstiger, wenn er immer für den gleichen Betrag tankt statt immer die gleiche Menge Kraftstoff.

Durchschnittskosteneffekt_Beispielgrafik

Quelle: Volkswagen Financial Services

Eine Zeit lang hieß es, dass montags zu tanken am günstigsten ist. Doch das trifft heutzutage nicht mehr zu. Womöglich stammt dies noch aus einer Zeit, als Tankwarte die Preise noch manuell umstellen mussten. Inzwischen sind die Preise an Tankstellen starken Schwankungen ausgesetzt. Dank der Digitalisierung lassen sich die Preise heute schnell und problemlos aktualisieren. Dies geschieht in der Regel auch zentral beim jeweiligen Mineralöl-Unternehmen. Pächter haben im Normalfall keinen Einfluss auf den Preis. Sie erhalten nur eine Provision für verkauften Kraftstoff. Tendenziell ist es jedoch so, dass die Preise zu den Stoßzeiten besonders hoch sind und häufig gegen Abend etwas günstiger werden. Das ist jedoch kein festgeschriebenes Gesetz.

 

Hinweis: Manchmal weichen die Preise an der Anzeigetafel von denen an der Zapfsäule ab. Hier gilt jedoch der Preis an der Zapfsäule, da die Anzeigetafel bei einer Preisaktualisierung erst etwas später aktualisiert wird.

Wenig Reifendruck steigert den Verbrauch

Was eher klingt wie ein Mythos, ist tatsächlich wahr: Ein zu niedriger Reifendruck sorgt für einen erhöhten Kraftstoffverbrauch – ein nicht unerheblicher Kostentreiber im Fuhrpark. Denn zu wenig Reifendruck sorgt für eine Erhöhung des Rollwiderstands des Fahrzeugs. Dadurch steigen der Verbrauch und der Reifenverschleiß. Aus dem Grund sollten Sie Ihren Reifendruck regelmäßig kontrollieren. Insbesondere bei starken Temperaturschwankungen kann es sinnvoll sein, den Reifendruck alle zwei bis drei Wochen zu kontrollieren. Wie Sie Ihre Reifen richtig befüllen können Sie in der Betriebsanleitung, im Tankdeckel oder im Türholm nachlesen.

Mehr Wissenswertes und Tipps rund um Autorreifen finden Sie in den nachfolgenden Beiträgen:

Erst nach dem Tanken bezahlen?

Dies ist sogar erwünscht, beachten Sie jedoch, dass im Ausland durchaus andere Gepflogenheiten gelten können. Hier kann auch eine Vorauszahlung oder Vorauswahl des Zahlbetrags vor dem eigentlichen Tankvorgang erforderlich sein. Möchten Sie sich nach dem Tankvorgang noch eine gewisse Zeit in der Tankstelle aufhalten, empfiehlt es sich, einen freien Parkplatz auf dem Tankstellengebiet aufzusuchen, nachdem Sie den Tankvorgang inkl. Bezahlung beendet haben. Blockieren Sie in keinem Fall die Zapfsäule, wenn Sie sich länger in der Tankstelle aufhalten. Für Kassierer ist es überdies ein Stressfaktor, sollten Sie Ihr Fahrzeug umparken bevor Sie gezahlt haben, denn diese müssen dann davon ausgehen, dass Sie nicht mehr zurückkehren, um zu zahlen.

Sollten Sie hingegen das Tankstellengelände verlassen und gar nicht bezahlen, drohen strafrechtliche Konsequenzen. Der Tankstellenbetreiber kann neben der Bezahlung der Tankrechnung auch die zusätzlichen, anfallenden Kosten von Ihnen verlangen. Darunter fallen z. B. die Kosten für die Videoauswertung, einen Detektiv und Anwaltsgebühren. Mit letzteren Kosten sind zwar die des Tankstellenbetreibers gemeint, doch sollten Sie sich, wenn Sie wegen Tankbetrugs angezeigt wurden, auch einen Anwalt nehmen.

Mit 500-Euro-Schein bezahlen?

Der meist an den Zapfsäulen sichtbare Hinweis des Tankstellenbetreibers, dass 500-Euro-Scheine nicht akzeptiert werden, ist rechtlich in Ordnung. Sollte der Hinweis nicht existieren und Sie bei der Barzahlung abgewiesen werden, muss der Tankstellenbetreiber für die Fahrtkosten aufkommen, die entstehen, wenn Sie zur nächsten Bank zum Wechseln fahren müssen.

E-Auto „tanken“ – Darauf sollten Sie achten

Viele Tankstellen bieten mittlerweile Ladestationen für Elektrofahrzeuge an. Bevor Sie den Ladevorgang starten, sollten Sie überprüfen, ob die Verbindung zwischen Ladesäule und Elektroauto korrekt hergestellt ist, also beispielsweise nicht verkantet. Auch kann es passieren, dass sich der Stecker nicht direkt vom Fahrzeug trennen lässt. An AC- und DC-Ladestationen kann es bereits ausreichen, das Fahrzeug einmal zu und wieder aufzuschließen. Bei DC-Ladestationen kann man sonst auch versuchen, das Ladekabel leicht anzuheben. Möglicherweise blockiert das Gewicht des Kabels das Entriegelungssystems.

Don’ts an der Tankstelle: Das ist verboten bzw. nicht gerne gesehen

Nachdem wir die Dinge betrachtet haben, die man an der Tankstelle machen darf und sollte, kommen wir nun zu den Themen, die für manch einen Besucher einer Tankstelle eine Einschränkung bedeuten.

Handy-, Rauch- und Helmverbot an der Tankstelle

Das Handyverbot an Tankstellen ist kein Gesetz, sondern wird von den Pächtern der Tankstelle ausgesprochen. Der Grund dafür ist, dass es (eher bei den sehr alten Handy-Modellen) zu Funkenbildung kommen kann, wenn das mobile Telefon zu Boden fällt. Obwohl kein solcher Fall bekannt ist, verzichten noch nicht alle Tankstellen auf dieses Verbot. Innerhalb des Fahrzeugs zu telefonieren ist hingegen kein Problem.

Das Rauchverbot hingegen ist stark begründet, auch wenn die Kraftstofftanks tief in den Boden eingelassen sind. Da beim Betanken Sprittropfen zu Boden fallen und trotz Entgasungsanlagen Gas in die Luft gelangen kann, wäre eine brennende Zigarette in diesen Fällen lebensbedrohlich. Doch wie auch beim Handyverbot können Sie im geschlossenen Fahrzeug rauchen, jedoch müssen Fenster, Dach und Türen dann auch wirklich geschlossen sein.

Da der Tankstellenbetreiber Hausrecht hat, darf er ein Helmverbot aussprechen (Hinweisschilder). Hierbei handelt es sich um eine Sicherheitsanweisung, nicht um ein Gesetz. Sollten Sie das Tankstellengebäude betreten und Ihren Motorradhelm nicht absetzen, kann Ihnen der Zutritt verweigert und sogar ein Hausverbot ausgesprochen werden.

Übertankung des Autos vermeiden

Im Normalfall kann der Tank eines Fahrzeugs nicht überlaufen, da die Zapfsäulen bei einem gewissen Füllstand automatisch abschalten. Man kann jedoch manuell nachtanken. Dabei sollte jedoch drauf geachtet werden, dass der Tank nicht überläuft. Das schadet nicht nur dem Fahrzeug, sondern auch der Umwelt. Zudem ist es für den Tankstellenbetreiber immer mit Aufwand und Ärger verbunden, wenn die Fahrbahn erst mal noch von Tankrückständen gereinigt werden muss. Im Sommer sollten Sie das Fahrzeug nicht komplett betanken, da sich Benzin bei der teils sehr hohen Außentemperatur schnell ausdehnt und dann droht überzulaufen.

Autowäsche am Sonntag ist nicht überall gestattet

In NRW ist es beispielsweise verboten, sein Fahrzeug an Sonn- und Feiertagen zu waschen – sowohl auf dem privaten Grundstück als auch an der Tankstelle. In anderen Bundesländern, wie Bayern, ist die sonntägliche Autowäsche grundsätzlich erlaubt, doch entscheidet die Gemeinde, ob dies auch umgesetzt werden darf. In Hessen dürfen Sie Ihr Fahrzeug in der Waschanlage waschen lassen, doch nur, wenn bestimmte bauliche Voraussetzungen erfüllt sind.

Schaden am Auto – wer haftet?

Sie haben die Zapfpistole richtig bedient, es ist jedoch ein Schaden an Ihrem Auto entstanden? Dann haftet der Tankstellenbetreiber, wenn er seine Versicherungspflicht schuldhaft verletzt hat. Der Betreiber der Tankstelle muss dafür sorgen, dass die Zapfsäulen den Sicherheitsvorschriften entsprechen und keine technischen Defekte aufweisen. Was der Tankstellenbetreiber hingegen nicht muss, ist, nach jedem Tankvorgang zu prüfen, ob der Kunde den Zapfhahn richtig eingehängt hat oder Kraftstoff verschüttet wurde. Auch haftet er nicht, wenn ein Schaden dadurch entsteht, dass der Kunde den Zapfhahn nicht richtig festhält und dieser deswegen aus der Tanköffnung fällt. Als Betreiber einer Tankstelle ist man jedoch dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass Verunreinigungen, die möglicherweise nicht von Kunden gemeldet wurden, nicht zu einer Gefahrenquelle werden.

Sollte Ihnen etwas beim Tanken zustoßen, sollten Sie beispielsweise in einer Kraftstoffpfütze ausrutschen, können Sie unter Umständen Schadenersatz und Schmerzensgeld verlangen. Wenn Sie hingegen aufgrund witterungsbedingter Nässe ausrutschen, haftet der Tankstellenbetreiber nicht. Mit dieser allgemeinen Gefahr müssen Sie rechnen – nicht nur auf einer Tankstelle.

 

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Kathrin Mikalay

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