Steuererklärung: Dienstwagen und Arbeitsweg richtig angeben

Ein Dienstwagen zur privaten Nutzung ohne Kostenbeteiligung – davon träumt so mancher Arbeitnehmer. Doch der Dienstwagen macht sich dann in der Steuererklärung bemerkbar. Im Gastbeitrag erklärt bfp, wie das Finanzamt rechnet, was man in der Steuer angeben muss, wenn der Wagen auch für private Fahrten wie Wochenendeinkäufe oder Urlaubsreisen genutzt wird, und wie die Kosten eines Unfalls mit dem Dienstwagen steuerlich behandelt werden.

Ein-Prozent- und 0,03-Prozent- Regel

Wer seinen Dienstwagen auch privat nutzen darf, erhält dadurch einen geldwerten Vorteil. Dieser muss, wie jedes andere Einkommen auch, versteuert werden. Da greift die sogenannte „Ein-Prozent-Regel“. Sie bedeutet, dass der geldwerte Vorteil ein Prozent vom Bruttolistenpreis des Wagens beträgt und angegeben werden muss.

Anders ist es mit den Wegen zur Arbeit. Auch die Fahrten von der Wohnung zur ersten Arbeitsstätte müssen in der Steuererklärung angegeben werden, denn auch hier entsteht ein geldwerter Vorteil. Das Standardmodell für die Berechnung ist die sogenannte 0,03-Prozent-Regel, die unabhängig von der Ein-Prozent-Regel anzuwenden ist. Dabei werden 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises mit den Kilometern zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte multipliziert und berechnet. Die Berechnung erfolgt monatlich. Insgesamt können bis zu 180 Tage pro Jahr (das entspricht 15 Tage pro Monat) angegeben werden. Durch diese Regelung werden Nutzungsausfälle durch Krankheit oder Urlaub pauschal berücksichtigt.

Einzelbewertung gegen Übersteuerung und Escapeklausel

Dienstwagennutzer können jedoch auch darauf bestehen, dass ihre Fahrten von der Wohnung zur Arbeitsstätte im Lohnsteuerabzugsverfahren nicht pauschal, wie bei der 0,03-Prozent-Regel, sondern einzeln bewertet werden. Das ist mühsam, aber in vielen Fällen gerechter, da sich ein Dienstwagen schließlich auch in der Steuererklärung bemerkbar macht. Mit der neuen Regelung ist dies aber für alle Dienstwagennutzer möglich. Auf Verlangen des Arbeitnehmers muss der Arbeitgeber also eine Einzelbewertung durchführen. Dabei werden die tatsächlichen Fahrten mit 0,002 Prozent des Listenpreises je Entfernungskilometer steuerlich berechnet.

Wie das funktioniert, hat das Bundesministerium für Finanzen vorgegeben:

Das große Stichwort lautet „Fahrtenbuch“. Der Arbeitnehmer hat gegenüber dem Arbeitgeber kalendermonatlich und fahrzeugbezogen schriftlich festzuhalten, an welchen Tagen (mit Datumsangabe) der Dienstwagen für Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte genutzt wurde. Die bloße Angabe der Anzahl der Tage reicht nicht aus. Arbeitstage, an denen der Dienstwagen mehrmals für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte benutzt wird, werden nur einmal erfasst. Insgesamt können auch hier 180 Tage geltend gemacht werden.

Ein konkretes Rechenbeispiel finden Sie im Beitrag Dienstwagen mit oder ohne Privatnutzung.

Diese Erklärungen des Arbeitnehmers hat der Arbeitgeber als Belege zum Lohnkonto aufzubewahren. Der Arbeitgeber hat aufgrund der Erklärungen des Arbeitnehmers den Lohnsteuerabzug durchzuführen, sofern der Arbeitnehmer nicht erkennbar unrichtige Angaben macht.

Die Einzelbewertung ist ein Schritt hin zu mehr Steuergerechtigkeit, da so bei Dienstwagennutzern, die nicht täglich zur Arbeitsstätte fahren, eine Überbesteuerung vermieden werden kann.

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Der Klassiker: Die Kilometerpauschale

Eine Alternative zur 0,03-Prozent Regel und Einzelbewertung bietet die fahrzeugunabhängige Entfernungspauschale. Diese beträgt 0,30 Euro pro Kilometer zur Arbeitsstelle. Diese Variante ist nicht an die Begrenzung von 180 Tagen pro Jahr gebunden. Die Finanzverwaltung erkennt bei einer Fünf-Tage Woche bis zu 230 Fahrten und bei einer Sechs-Tage Woche bis zu 280 Fahrten an. Ab einem bestimmten Behinderungsgrad können auch erhöhte Pauschalen greifen.

Achtung: Erhält der Arbeitgeber einen Kostenzuschuss zu den Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, muss dieser von der Entfernungspauschale abgezogen werden. Nur die Nettobelastung wirkt sich steuermindernd aus!

 

Unfallkosten in der Steuererklärung

Ein Unfall - und dann auch noch mit dem Dienstwagen. Das ist nie angenehm. Doch auch auf die Steuererklärung wirkt sich ein Unfall aus. Seit 2011 werden die Kosten durch einen Unfall mit Dienstwagen neu behandelt: Es kann zu einem geldwerten Vorteil für den Dienstwagennutzer kommen. Und der ist steuerpflichtig.

Ereignet sich der Unfall auf einer Dienstfahrt oder auf dem Weg zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, ist der Arbeitnehmer raus. In der Übernahme der Unfallkosten durch den Arbeitgeber ist kein geldwerter Vorteil zu sehen.

Anders sieht es bei einem privat verursachten Unfall mit dem Dienstwagen aus. Dann sind die Unfallkosten der allgemeinen Lebensführung des Dienstwagennutzers zuzurechnen. Ein Verzicht des Arbeitgebers auf Kostenerstattung führt hier zu einem geldwerten Vorteil. Dies gilt aber nur, wenn die Reparaturkosten (ohne MwSt) 1.000 Euro übersteigen.

 

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