Reifenmanagement: Outsourcing und Wissenswertes über Reifen

Viele Unternehmen suchen im Bereich des Fuhrparkmanagements nach effizienten Lösungen, um Kosten einzusparen und Prozesse zu optimieren. Hinsichtlich dessen werden diverse Full-Services erfolgreich und effizient von externen Dienstleistern übernommen und entlasten das Fuhrparkmanagement zunehmend. Das Reifenmanagement gehört, wie die Koordination von Inspektions- und Wartungsarbeiten, ebenfalls zum Angebotsspektrum. Was gilt es über Reifen zu wissen und lohnt sich das Outsourcing des Reifenmanagements?

Wissenswertes über Reifen

Um die Sicherheit im Straßenverkehr für sich und andere zu gewährleisten, muss auf den Zustand der Reifen und deren Profiltiefe geachtet werden. Außerdem sollten die Reifen einen ausreichenden Druck vorweisen, wie wir bereits hinsichtlich der Kostenersparnis in unserem Beitrag ausgeführt haben.

Beim Reifenprofil handelt es sich um die Struktur und das Muster aus Rillen und Lamellen, welche der Reifen auf seiner Lauffläche hat. Diese variiert von Hersteller zu Hersteller. Die Lamellen sollen für eine optimale Haftung auf der Fahrbahn sorgen und die Rillen das Fahrverhalten bei jeder Geschwindigkeit und Witterung, vor allem bei Schnee und Regen, positiv beeinflussen.

Vorgeschrieben ist eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm bei Pkws und Motorrädern, dies ist in § 36 Absatz 3 der StVZO festgelegt:

„Das Hauptprofil muss am ganzen Umfang eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimeter aufweisen; als Hauptprofil gelten dabei die breiten Profilrillen im mittleren Bereich der Lauffläche, der etwa 3/4 der Laufflächenbreite einnimmt. Jedoch genügt bei Fahrrädern mit Hilfsmotor, Kleinkrafträdern und Leichtkrafträdern eine Profiltiefe von mindestens 1 mm.“

Fabrikneue Autoreifen haben in der Regel eine Profiltiefe von 8 mm (Sommerreifen) bis 9 mm (Winterreifen), je nach Hersteller und Modell. Der TÜV Rheinland empfiehlt einen Reifenwechsel spätestens bei 3 mm (Sommerreifen) beziehungsweise 4 mm (Winterreifen) Profiltiefe. Grund dafür ist die Haftung des Reifens, die auf einer regennassen Fahrbahn proportional mit schwindendem Profil abnimmt. So ist der Bremsweg auf nasser Straße mit Autoreifen, deren Profil 8 mm tief ist, nur etwa halb so lang wie der mit Autoreifen, deren Profiltiefe 1,6 mm beträgt. Grund sind die Kräfte (Beschleunigung, Bremsen, Lenken), die nicht mehr ausreichend auf die Reifen übertragen werden können, je mehr die Reifen abgefahren sind.

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Methoden zur Messung der Profiltiefe

Reifenverschleißanzeige oder auch Abnutzungsindikator

Moderne Autoreifen haben sogenannte Abriebindikatoren. Das sind kleine Stege in den Längsrillen des Profils. Ob der Reifen für einen Wechsel stark genug abgefahren ist, können Sie anhand der dreieckigen Symbole, die mit dem Hinweis TWI (Tread-Wear-Indicator) versehen sind, erkennen. Denn bilden die Buchstaben eine Ebene mit dem Profil, muss der Reifen gewechselt werden.

Haben Sie keine Reifen mit einer solchen Anzeige und wollen die Tiefe des Reifenprofils messen, gibt es jedoch noch andere Möglichkeiten:

  1. Mit einer 1-Euro-Münze können Sie keine millimetergenaue Messung vornehmen, doch werden Sie sehen können, ob der Reifen schon zu stark abgefahren ist. Der goldene Rand der 1-Euro-Münze ist 3 mm breit. Ist der goldene Rand beim Anlegen der Münze an die Mitte des Reifenprofils noch sichtbar, sollte zeitnah ein Reifenwechsel erfolgen. Verschwindet der goldene Rand der Münze hingegen im Profil, können Sie bedenkenlos weiterfahren.
  2. Nutzen Sie einen handelsüblichen Profiltiefenmesser. Diesen setzen Sie zwischen zwei Profilblöcke und schieben die Messstange in die Richtung des Profilgrunds. So können Sie die Profiltiefe ablesen. Ein solches Messgerät finden Sie unter anderem in einem gut sortierten Baumarkt.
  3. Die letzte Methode, die jedoch eher Autohäuser als Privatpersonen nutzen, ist die Lasertriangulation. Sie ist am aussagekräftigsten. So kann die Triangulation sogar Aufschluss darüber geben, ob die Reifen ungleichmäßig abgenutzt sind. Das Messgerät befindet sich hierbei im Fahrbahnbelag und die gesuchten Werte werden beim Überfahren gemessen.

Das Reifenalter mit der DOT-Nummer bestimmen

Seit bald 20 Jahren, genauer seit 2000, haben Reifen vierstellige in ein Oval eingebettete Kennungen. Davor gab es solche Kennungen bereits, jedoch waren sie dreistellig und dadurch ungenauer. Die ersten beiden Stellen der vierstelligen Kennungen geben die Produktionswoche an, die beiden letzten das Produktionsjahr. So steht dann beispielsweise “3415” für die 34. Kalenderwoche des Jahres 2015. Bei den Nummern vor 2000 war es ähnlich, nur dass ausschließlich die letzte Ziffer das Produktionsjahr angegeben hat und bei „345“ wäre dann fraglich, ob es sich um die 34. KW 1985 oder 1995 handelt.

Autoreifen sollten übrigens nicht länger als 10 Jahre genutzt werden, da das Profil dann in der Regel abgefahren ist.

Bußgeldkatalog: Winter-, Sommer- und Ganzjahresreifen

Haben Sie bereits die der Saison und den Wetterverhältnissen angepassten Reifen aufgezogen? Sollte dem nicht so sein, kann ein Bußgeld von 60 Euro sowie ein Punkt in Flensburg auf Sie zukommen. Verursachen Sie einen Unfall aufgrund falscher Bereifung, sind es 120 Euro und ein Punkt. Was die Profiltiefe betrifft, so folgt ein Bußgeld bei nicht ausreichenden Profilrillen von 60 Euro und einem Punkt. Dies gilt für Kraftfahrzeuge und Anhänger. Sind Sie der Halter des Fahrzeugs, jedoch nicht der Fahrer, beträgt Ihr Bußgeld beim letztgenannten Tatbestand sogar 75 Euro und einen Punkt. Bei einem Mofa, dessen Profil nicht ausreichend ist, sind es 25 Euro, jedoch kein Punkt in Flensburg. Welche weiteren Tatbestände wie hoch bestraft werden, können Sie im Bußgeldkatalog einsehen.

Winterreifenpflicht?

Es gibt kein vorgeschriebenes Datum oder einen Zeitraum, zu dem man die Winterreifen aufziehen muss. Jedoch gilt die sogenannte situative Winterreifenpflicht für Fahrzeughalter und -führer. Fahren Sie bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen, werden ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro sowie ein Punkt in Flensburg fällig. Bei Gefährdung werden es 100 Euro und ein Punkt. Weitere aktuelle Sanktionen können Sie hier einsehen.

 
Outsourcen ja oder nein - Welcher Leistungsbedarf besteht?

Bei der Entscheidung, ob das Reifenmanagement outgesourct werden soll, spielt insbesondere die Größe des Fuhrparks eine bedeutende Rolle. Ist das Reifenmanagement in kleineren Fuhrparks überschaubar und möglicherweise mit Hilfe einer Vertragswerkstatt gut zu organisieren, zeigt sich in großen Fuhrparks ein überproportionaler Anstieg an Aufwand, der keinesfalls nebenher organisiert werden kann.

Welche Vorteile sind mit dem Outsourcen verbunden?

Die Auslagerung des Reifenmanagements an einen externen Dienstleister kann zu einer personellen Entlastung führen. Teure Mitarbeiter werden oftmals durch den externen Dienstleister ersetzt beziehungsweise haben wieder freie Kapazitäten für anderweitig anfallende Aufgaben. Ein weiterer, möglicher Vorteil kann zusätzliches Knowhow sein, welches durch den Spezialisten (externen Dienstleister) gewonnen wird. Oftmals sind diese so hoch spezialisiert, dass sie dem Unternehmen, das ihre Services in Anspruch nimmt, einen Mehrwert bieten. Des Weiteren kann ein externer Dienstleister Kosteneinsparpotenziale schaffen. Ein geringerer Verwaltungsaufwand, bessere Konditionen beim Einkauf und die Möglichkeit, den Fokus auf die Kernkompetenzen zu legen, sind mögliche Aspekte, die für das Outsourcing sprechen.

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