Technologien zur Smartphone-Führerscheinkontrolle im Vergleich

Das Smartphone löst in vielen Bereichen ehemals analoge Abläufe ab. Auch im Fuhrparkmanagement ist dieser Wandel zunehmend spürbar, zum Beispiel bei der elektronischen Führerscheinkontrolle. Bei der Suche nach einem passenden Anbieter ist dabei die von ihm eingesetzte Technologie das wichtigste Entscheidungskriterium, wenn es um die Qualität einer Führerscheinkontrolle geht. Warum dies so ist und worauf es bei der Auswahl des passenden Anbieters ankommt, zeigen wir in diesem Beitrag.

Die smartphonebasierte Führerscheinkontrolle

Die Kontrolle des Führerscheins über das eigene Smartphone des Fahrzeugnutzers ist eine Innovation, die das Fuhrparkmanagement effizienter macht. Dabei öffnet der Fahrer einfach eine Anwendung auf seinem Smartphone und macht Aufnahmen von seinem Führerschein. Diese werden geprüft und fertig ist die Kontrolle.

Unterschiede zur elektronischen Führerscheinkontrolle ohne Smartphone:

Bei der klassischen elektronischen Führerscheinkontrolle wird ein Funktionsmedium auf dem Führerschein aufgebracht (zum Beispiel ein RFID-Siegel). Der Fahrer initiiert seine Führerscheinkontrolle, indem er den Führerschein an eine Prüfstation hält. Wie dies genau funktioniert und welche Technologien es hierbei gibt, können Sie hier nachlesen.

 

Der Fahrer kann die Smartphone-Kontrolle überall und zu jeder Zeit durchführen. Das ist ein klarer Mehrwert gegenüber der klassischen elektronischen Führerscheinkontrolle ohne Smartphone. Aber nicht alle Anwendungsfälle lassen sich derzeit über das Smartphone abbilden. Wenn Fahrer beispielsweise kein Smartphone haben, dies nicht nutzen möchten oder können, oder die Fahrer noch keinen EU-Kartenführerschein besitzen, stellt die elektronische Führerscheinkontrolle nach wie vor eine wertvolle Ergänzung dar, um die Prozesse rund um die Führerscheinkontrolle gänzlich zu automatisieren.

Aus Haltersicht ist die Frage, wie der Original-Führerschein geprüft wird, das wichtigste Entscheidungskriterium und der Kernunterschied der Technologien am Markt. Im Folgenden erläutern wir daher, wie und ob bei den folgenden drei Technologien festgestellt wird, dass die Prüfung am Original-Führerschein erfolgt ist.

1. Selektive Mustererkennung durch App

Bei bekannten Apps mit selektiver Mustererkennung kann nicht verlässlich festgestellt werden, ob ein Führerschein im Original bei der Kontrolle verwendet wurde. Das ist problematisch. Schließlich muss eine elektronische Führerscheinkontrolle so sicher wie die manuelle Sichtkontrolle eines Originalführerscheins durch den Fuhrparkleiter sein. Da dies bei der selektiven Mustererkennung nicht sichergestellt ist, ist bei Einführung dieses Verfahrens von einem unveränderten Haftungsrisiko für den Fahrzeughalter auszugehen.

Zeichnungen werden als Führerschein erkannt

Warum mit dieser Technologie keine verlässliche Führerscheinprüfung stattfinden kann, zeigt sich schnell: Eine am Markt erhältliche App mit selektiver Mustererkennung hat bei einer Führerscheinkontrolle mittels Smartphone diese rudimentäre Zeichnung als einen Original-Führerschein befunden und die Prüfung als erfolgreiche Führerscheinkontrolle gewertet:

Zeichnung Führerschein
Selektive Mustererkennung ermöglicht keine Echtheitsprüfung

Dass Apps mit selektiver Mustererkennung mit einer simplen Zeichnung getäuscht werden können, liegt an der Technik selbst. Die App sucht mit Hilfe der Smartphone-Kamera nach bestimmten optischen Merkmalen, die ein EU- Kartenführerschein haben sollte. Da sich komplexe Merkmale wie Hologramme zum derzeitigen Stand der Technik nicht automatisiert erkennen lassen, muss sich die App auf ganz eindeutige, simple Merkmale beschränken:

  1. Ist ein rechteckiges Objekt zu erkennen?
  2. Sind links auf mittlerer Höhe ein Dreieck, ein Kreis und eine Raute zu erkennen?
  3. Sind im Kundensystem hinterlegte Zeichenfolgen zu erkennen?

Alle anderen Merkmale eines Führerscheins sind damit also nicht Teil der Echtheitsprüfung. Damit hält diese Technologie dem erforderlichen Vergleich mit einer Sichtkontrolle nicht stand.

Für Fahrzeughalter ist dies ein Risiko

Fuhrparkleiter können sich bei dieser Technologie nicht darauf verlassen, dass Fahrer für die appbasierte Prüfung tatsächlich einen gültigen Führerschein verwendet haben. Da diese Art der Führerscheinkontrolle nicht so sicher wie eine Sichtkontrolle anhand des Original-Führerscheins ist, kann das nach § 21 Abs. 1 Nr. 2 StVG und § 130 OWiG zu Konsequenzen für den Fahrzeughalter führen. Denn er hat ein System zur Führerscheinkontrolle eingeführt, bei dem ein Dienstfahrzeugnutzer ohne größeren Aufwand und ohne technische Fachkenntnisse eine ordnungsgemäße Führerscheinkontrolle ganz einfach vortäuschen kann.

2. Fotokontrolle durch den Fuhrparkleiter

Bei der Fotokontrolle durch den Fuhrparkleiter übermitteln Fahrer über das Smartphone Aufnahmen ihres Führerscheins an das Kundensystem. Der Fuhrparkleiter muss die Führerscheine anschließend anhand dieser Aufnahmen im Kundensystem auf Echtheit prüfen. Bei dieser Methode ist der Fuhrparkleiter in der Verantwortung für die Echtheitsprüfung und er hat zusätzlich den damit verbundenen Arbeitsaufwand.

Ob eine verlässliche Kontrolle am Original-Führerschein stattfinden kann, ist fraglich

Auch bei dieser Variante ist zweifelhaft, ob sich eine verlässliche Echtheitsprüfung sicherstellen lässt:

  • Wenn ein Fahrer verstanden hat, wie die Kontrolle abläuft, könnte er die erforderlichen Aufnahmen als ausgedruckte Fotos oder digitale Bilddateien „auf Vorrat“ anfertigen. Übermittelt er nun bei einer Kontrolle Aufnahmen dieser Fotos, ist es für den Fuhrparkleiter schwierig zu erkennen, ob dies wirklich eine soeben gefertigte Aufnahme des Original- Führerscheins ist oder das zu einem vorherigen Zeitpunkt erstellte Führerscheinfoto einfach abfotografiert wurde.
  • Es gibt in der Regel kein Vier-Augen-Prinzip. Die Entscheidung, ob ein Führerschein echt ist, wird also nicht durch eine zweite Person bestätigt.

Der Fahrzeughalter ist in der Verantwortung

Vorgetäuschte Führerscheinkontrollen, die ohne größeren Aufwand und ohne technische Fachkenntnisse möglich sind (wie besagte Fotos vom Führerschein), muss der Halterverantwortliche als solche identifizieren. Schließlich liegt die Führerscheinprüfung in seiner Verantwortung. Erkennt er die einfache Täuschung nicht, können ihm strafrechtliche Konsequenzen drohen. Denn bei einer manuellen Kontrolle des Führerscheins wäre ihm sofort aufgefallen, dass nur ein Foto und nicht der Original-Führerschein verwendet wurde. Um weitere Haftungsrisiken zu minimieren, sollten der Fahrzeughalter und alle kontrollierenden Mitarbeiter geschult werden, anhand welcher Sicherheitsmerkmale ein echter Führerschein erkannt werden kann und mit welchen Methoden die Kontrolle manipuliert werden könnte.

Auch der mit jeder Kontrolle einhergehende Aufwand ist nicht zu unterschätzen: Denn das Fuhrparkmanagement sollte mindestens zwei Mal jährlich den Führerschein jedes Dienstfahrzeugnutzers kontrollieren. Je mehr Führerscheinfotos zu kontrollieren sind, desto weniger praktikabel ist diese Lösung.

3. Ganzheitliche App-Kontrolle von LapID

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, eine smartphonebasierte Führerscheinkontrolle zu entwickeln, die eine verlässliche Echtheitsprüfung ermöglicht. Bei unserer LapID Driver App wird dies über technische und organisatorische Vorkehrungen sichergestellt - ohne dass der Fuhrparkleiter damit Arbeit hat.

Hologramme sind das wichtigste Sicherheitsmerkmal

Eine elektronische Führerscheinkontrolle sollte so sicher sein wie eine Sichtprüfung, bei der der Kontrolleur den Führerschein in der Hand hält. Daher werden bei der Kontrolle über die LapID Driver App nicht nur leicht erkennbare Muster, wie beispielsweise die Führerscheinnummer, erfasst, sondern auch die Hologramme eines Führerscheins auf Echtheit geprüft. So wird eine verlässliche Echtheitsprüfung des Führerscheins sichergestellt.

Aufnahmeverfahren macht Hologramme sichtbar

Während der Kontrolle werden Kamera und Blitz im Millisekunden-Bereich von der LapID Driver App intelligent gesteuert und erzeugen eine Bildsequenz. Durch dieses Aufnahmeverfahren werden Sicherheitsmerkmale, wie Hologramme, sichtbar gemacht. Vorher gefertigte Fotos oder digitale Bilddateien eines Führerscheins lassen sich dementsprechend leicht als solche identifizieren – schließlich sind hierbei keine sich verändernden Hologramme in der Bildsequenz sichtbar. Möglich ist ein solches Sicherheitsverfahren nach derzeitigem Stand der Technik nur mit einer App. Browser-gestützte Lösungen ermöglichen dieses Aufnahmeverfahren nicht.

Verlässliches Prüfverfahren durch Mensch und Maschine

Anschließend erfolgt in einem zweistufigen Verfahren eine Echtheitsprüfung auf Basis mehrerer Sicherheitsmerkmale: Zunächst werden durch einen Prüfalgorithmus eine Vielzahl verschiedener Sicherheitsmerkmale kontrolliert, die auf einem EU- Kartenführerschein vorhanden sein müssen. Im zweiten Schritt wird das Ergebnis im Vier-Augen-Prinzip durch LapID-Agents validiert. Die hohe Qualität erzielen wir durch mehrere organisatorische und technische Vorkehrungen:

  • Die Agents sind darin geschult, deutsche EU-Kartenführerscheine zu unterscheiden und zu identifizieren. Auch auf mögliche Manipulationsszenarien werden unsere Agents geschult.
  • Referenzdatenbanken zeigen, welche Sicherheitsmerkmale bei spezifischen Führerscheingeneration vorhanden sein müssen.
  • Die LapID-Software macht Täuschungsversuche über Videos, Bildschirmfotos und ähnliches sichtbar.
  • Mit jeder Kontrolle lernt der Algorithmus hinzu - von dieser künstlichen Intelligenz profitieren unsere Kunden.
  • Die Auftragsverarbeitung nach der DGSVO durch LapID für den Kunden ist durch den TÜV Süd zertifiziert.

Fazit

Die smartphonebasierte Führerscheinkontrolle ist für Dienstfahrzeugnutzer besonders praktisch. Orts- und zeitunabhängig initiieren sie die Führerscheinkontrolle mit dem eigenen Smartphone. Wichtig ist, dass ein solches System verlässlich feststellt, ob ein Führerschein im Original zur Kontrolle genutzt wurde. Denn wenn dies nicht der Fall ist, drohen dem Fahrzeughalter Haftungsrisiken.

Methode Wie erfolgt Echtheitsprüfung? Ist Echtheitsprüfung verlässlich? Komfort für das Fuhrparkmanagement Rechtssicherheit der Technologie
Apps mit selektiver Mustererkennung App sucht nach Mustern Nein Hoch Nein
Fotokontrolle durch Fuhrparkleiter Fuhrparkleiter prüft Fotos Eingeschränkt Gering Eingeschränkt
LapID Driver App Mensch und Maschine prüfen Muster und Hologramme Ja Hoch Ja


Apps mit selektiver Mustererkennung ermöglichen keine verlässliche Führerscheinprüfung. Bereits mit einer simplen Zeichnung kann dieser Technologie ein echter Führerschein vorgetäuscht werden.

Entscheiden Sie sich für ein System mit Fotokontrolle durch den Fahrzeughalter, sollten Sie die kontrollierenden Mitarbeiter kontinuierlich auf Sicherheitsmerkmale von Führerscheinen und mögliche Manipulationsszenarien schulen. Generell stellt sich die Frage, ob bei einem solchen System Aufwand und Nutzen in einem guten Verhältnis stehen. Denn das Fuhrparkmanagement hat weiterhin den Aufwand der Kontrollen und kann nicht sicher sein, ob tatsächlich der Original-Führerschein der Kontrolle zugrunde lag.

Bei LapID hingegen kann sich der Fuhrparkleiter auf ein ganzheitliches und durchgängiges System von der Aufnahme bis zur Echtheitsprüfung verlassen. Somit ist der Fuhrparkverantwortliche rechtlich auf der sicheren Seite. Gleichzeitig wird er entlastet: Er muss die Kontrollen nicht umständlich selbst überprüfen. Damit ist die Kontrolle über die Driver App die einzige Smartphone-basierte Kontrolle für Fuhrparks, die nicht nur rechtssicher, sondern auch komfortabel ist.

Und das Beste: Wenn Sie für Fahrer mit alten Führerscheinen eine alternative Lösung benötigen oder nicht jeder Fahrer ein Smartphone besitzt, nutzen Sie einfach unsere patentierte Technologie zur Führerscheinkontrolle mit RFID-Siegel.


Hier finden Sie mehr Informationen zu den Vorteilen und dem Ablauf der LapID-Führerscheinkontrolle.

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