Mehr Sicherheit durch ABS und ESP

Fahrsicherheitshilfen wie ABS und ESP erhöhen nun schon seit einigen Jahren die Sicherheit im Straßenverkehr. In Grenzsituationen helfen diese Systeme, das Auto unter Kontrolle zu halten und bestenfalls einen Unfall zu verhindern.  Wir betrachten das Antiblockiersystem und das Elektronische Stabilitätsprogramm in diesem Beitrag genauer.

Sicherheitsstandards ABS und ESP

Das Antiblockiersystem gehört seit 2004 in Europa verpflichtend zur Standardausstattung bei modernen Fahrzeugen. Übrigens: Fällt das ABS aus, ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Bremse dennoch uneingeschränkt funktioniert. Auch spielt der Sicherheitsaspekt eine Rolle; so trägt das ESP zur Unfallverhinderung bei oder mildert diese ab, wie eine Studie ergab.

So funktionieren ABS und ESP

Die erste Fahrdynamikregelung (auf Englisch Electronic Stability Control, ESC) beziehungsweise das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) wurde Mitte der Neunziger Jahre von Bosch für ein Mercedes-Modell entwickelt. Fahrdynamikregelungen sind seit 2014 bei der Ausstattung von allen Neufahrzeugen in der Europäischen Union Pflicht. Die Fahrsicherheitshilfe greift jede Sekunde mehrfach auf verschiedene Daten zurück - zum Beispiel auf die des Lenkwinkelsensors, der Raddrehzahlsensoren und des Gierratesensors. Letzterer gleicht das Fahrverhalten mit der Fahrtrichtung ab.

Sobald das Auto bei einer Kurvenfahrt in eine instabile Fahrsituation oder ins Schleudern gerät (Unter- oder Übersteuern), greift das ESP entsprechend ein. Dabei reduziert es automatisch die Leistung des Motors und bremst, wenn nötig, einzelne Räder unabhängig voneinander ab. So wird das Fahrzeug wieder stabilisiert und im besten Falle ein Unfall verhindert. Konkret bedeutet das: Bei einem Übersteuern in einer Rechtskurve wird zum Beispiel das linke Vorderrad abgebremst, um die Drehung des Wagens zu stoppen. Gegensätzlich dazu wird bei einem Untersteuern das kurveninnere Hinterrad abgebremst, um das Fahrzeug in die Drehung der gewählten Lenkrichtung zu zwingen.

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Das Antiblockiersystem (ABS) zeichnet sich durch eine höhere Fahrstabilität, bessere Lenkbarkeit des Fahrzeugs, Verkürzung des Bremsweges und – bei neuen Fahrzeugmodellen – einer randindividuellen Steuerung der Bremskraft aus. Letzteres bezieht sich auf das sogenannte Giermoment, also wenn sich das Fahrzeug um die eigene Hochachse dreht. Das ABS schwächt dieses Moment ab. Betätigt der Fahrer kräftig das Bremspedal, zum Beispiel bei einer Vollbremsung auf regennasser Fahrbahn, rollen die Reifen nicht mehr wie gewohnt ab, sondern befinden sich plötzlich im Bremsschlupfbereich. Hier kann das Rad blockieren. Nun greift das ABS ein. Sobald dies das Blockieren eines Rades erkennt, wird die Bremsleistung automatisch verringert, bis sich das Rad wieder dreht.  So bleibt das Fahrzeug lenkbar und man kann Hindernissen weiterhin ausweichen. Außerdem verkürzt sich der Bremsweg gegenüber einer Bremsung mit blockierten Rädern.

ABS und ESP arbeiten zusammen

Beide Systeme verfügen über diverse Sensoren, deren Daten durchgehend durch die Steuergeräte verarbeitet werden. So nutzt das ABS hauptsächlich die Raddrehzahlsensoren. Stellt das Steuergerät fest, dass bei einer Bremsung (z. B. auf regennasser Fahrbahn) ein oder mehrere Räder blockieren, dann reduziert das System den Bremsdruck auf den blockierenden Rädern, bis sich diese wieder drehen. Danach wird die Bremskraft wieder erhöht, um eine optimale Verzögerung zu erhalten.

Durch diese Maßnahmen bleibt das Fahrzeug lenkbar und man kann Hindernissen weiterhin ausweichen. Setzt das ABS ein, spürt man dies meistens sehr deutlich durch ein Ruckeln oder Vibrieren im Bremspedal.

So werden Fahrsicherheitshilfen wie das ABS getestet

Haben Sie schon einmal vom Elchtest gehört? Hierbei handelt es sich um einen Test der Fahrdynamik, um die Seitenstabilität bei einem Ausweichmanöver mit dem Fahrzeug zu prüfen. Ein ungebremster Spurwechsel nach links, dann kurz geradeaus und schließlich nach rechts fahren – das ist der Ablauf beim Elchtest. Dieser Test wurde erstmals in Schweden durchgeführt. Da dort das Szenario einem Elch auszuweichen nicht selten ist, wurde der Ausweichtest Elchtest genannt. Um Autofahrer zu unterstützen, wenn sie Elchen oder anderen Hindernissen im Alltag ausweichen müssen, wurden diverse Fahrsicherheitshilfen entwickelt.


Fazit: Sicherheit ist auch eine Frage des Trainings

Fahrsicherheitshilfen wie ABS, ESP und weitere Fahrsicherheitssysteme wie der Abbiegeassistent für Busse und Lkw sorgen für mehr Sicherheit auf der Straße. Doch sollten Sie sich nicht allein auf elektronische Unterstützung verlassen: Neben der jährlichen Fahrerunterweisung ist ein Fahrsicherheitstraining für Pool- und Dienstwagenfahrer, bei dem man beispielsweise Gefahrenbremsungen, Gegenlenken und das Fahren bei Blitzeis trainiert, eine sinnvolle Ergänzung. Ob nun privat oder vom Unternehmen im Rahmen eines Firmenevents organisiert, ist es wichtig, die eigenen Fähigkeiten zu schulen.

Im vergangenen Jahr hat das Europaparlament ein Konzept erstellt, dass Fahrzeughersteller ab Mai 2022 Neuwagen mit diversen Assistenzsystemen ausstatten sollen. Die Systeme sollen nicht nur mittelfristig Autofahrer unterstützen oder gar entlasten, sondern langfristig den Weg der Entwicklung des autonomen Fahrens ebnen und dadurch Unfälle durch menschliches Fehlverhalten vermeiden.

Welche Situationen haben Sie schon erlebt, in denen Sie froh waren, ABS und EPS im Auto zu haben?

 

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