Die Rettungskarte im Fahrzeug: Ein Überblick

Nach einem Unfall muss es manchmal schnell gehen. Befinden sich Personen in Lebensgefahr, zählt für Rettungskräfte und Feuerwehr jede Sekunde. Manchmal sind die Insassen so schwer verletzt oder irgendwo im Fahrzeug eingeklemmt, dass sie das Fahrzeug ohne fremde Hilfe nicht verlassen können. Die Technik in den Fahrzeugen wird zwar immer zuverlässiger und das Autofahren somit auch immer sicherer, aber die steigende Anzahl komplexer Baukomponenten und Technologien im Vehikel können die Bergung Verletzter erschweren. Die simple, aber überaus hilfreiche Lösung des Problems: Die Rettungskarte. Wir klären die wichtigsten Fragen rund um die Rettungskarte und geben Tipps für das Fuhrparkmanagement.

Inhaltsverzeichnis:

Die Rettungskarte: Was ist das?

Bei der Rettungskarte, oder auch Rettungsdatenblatt genannt, handelt es sich um eine kleine Karte oder eine DIN A4-Übersicht, die Rettungskräften im Falle eines Verkehrsunfalls Aufschluss über die Bauweise des jeweiligen Fahrzeugs liefern kann. Jedes Fahrzeugmodell bzw. jede Fahrzeugmodellgruppe hat eine typenspezifische Rettungskarte. Die Karte enthält eine Frontal- und Draufsicht des Fahrzeugmodells sowie eine dazugehörige Legende. An letzterer kann abgelesen werden, wo sich bestimmte technische Einheiten im Wagen befinden, wie z. B. Karosserieverstärkung, Steuergerät, Batterie, Kraftstofftank oder Airbag. Diese werden farbig in der Fahrzeugskizze gekennzeichnet. Dank dieser Skizze kann die Rettungszeit der Einsatzkräfte gesenkt werden, was wiederum höhere Überlebenschancen für (Schwer-)Verletzte bedeutet.

Die Rettungskarte wurde von der ADAC Unfallforschung in Zusammenarbeit mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e. V. (vfdb) im Jahr 2009 entwickelt und 2011 mit dem Innovationspreis „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet. Mittlerweile bieten nahezu alle Hersteller die vom ADAC entwickelte, standardisierte Rettungskartenvorlage an.

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Rettungskarte

Abb.: Animation - Beispiel einer Rettungskarte (eigene Darstellung, LapID Service GmbH)

Wie hilft die Rettungskarte den Einsatzkräften?

Kommt es im Straßenverkehr zu einem schweren Unfall, bei dem Verletzte nicht mehr ohne Hilfe aus dem Fahrzeug aussteigen können, stehen Einsatzkräfte häufig vor der Schwierigkeit, die Insassen schonend aus dem Fahrzeug zu befreien. Komponenten wie Karosseriestrukturen oder die Sensorik und Pyrotechnik von Airbags sowie Gurtstraffern werden immer komplexer konstruiert und erschweren dadurch die Rettungsarbeiten. Mithilfe der farbigen Markierungen auf der Rettungskarte können Unfallhelfer wie die Feuerwehr auf einen Blick erkennen, an welcher Stelle der Karosserie Spreizer und Schneidegerät anzusetzen sind. Außerdem können sie anhand der Rettungskarte Vorsichtsmaßnahmen einleiten, damit sich beispielsweise Airbags nicht nachträglich auslösen.

Wo und wie wird die Rettungskarte aufbewahrt?

Damit Einsatzkräfte schnell reagieren können, sollte sie schnell auffindbar sein. Der ADAC sowie andere Prüfstellen oder Versicherer empfehlen, die Rettungskarte hinter der Fahrersonnenblende aufzubewahren. Dieser Ablageort ist auch den internationalen Rettungsstellen bekannt.

Die Rettungskarte kann sich jeder Fahrer kostenlos bei den Webseiten der Hersteller herunterladen. Unter anderem stellen der ADACDEKRA oder der TÜV Süd hierfür Linklisten parat. Achten Sie beim Ausdrucken der Rettungskarte darauf, dass diese in Farbe gedruckt wird. Nur so werden die Problembereiche des jeweiligen Autos schnell für Rettungskräfte ersichtlich. Gleichen Sie zur Sicherheit nochmal die Typenbezeichnung auf der Rettungskarte mit den Angaben in Ihrem Fahrzeugschein ab, bevor sie diese in Ihren Wagen legen.

Die bereits genannten Prüfstellen wie auch der Bundesverband Fuhrparkmanagement e.V. bieten zudem einen Aufkleber für die Windschutzscheibe an, der darauf hinweist, dass sich im Wagen eine Rettungskarte befindet („Rettungskarte im Fahrzeug“). Diese sind in den jeweiligen Geschäftsstellen oder online erhältlich.

Auch international gesetzt

Die Rettungskarte ist übrigens nicht nur in Deutschland oder im deutschsprachigen Raum erhältlich. Auch in vielen europäischen Ländern wird das „rescue sheet“ – wie die Karte international heißt – inzwischen eingesetzt. Die weitestgehend international einheitlich verwendeten Symbole sowie die Farbgebung auf der Rettungskarte machen es Einsatzkräften über die geografischen Grenzen hinaus einfach, schnell Hilfe zu leisten.

Ist die Rettungskarte Pflicht?

Eine gesetzliche Grundlage zum Mitführen der Rettungskarte im Fahrzeug existiert nicht. Es besteht somit also auch keine Pflicht. Jenes Mitführen wird dennoch von Experten empfohlen. Der ADAC fordert sogar, dass Neuwagen bereits bei Auslieferung mit einer typenspezifischen Rettungskarte ausgestattet werden. Der Automobilclub möchte so die Hersteller mehr in die Pflicht nehmen. Auch bei der Nachrüstung bestimmter Fahrzeugmodelle oder einzelner Fahrzeuge liegt die Erstellung einer aktualisierten Rettungskarte bei den Herstellern. Fragen Sie einfach bei den Herstellern nach, wenn bei Ihnen eine Nachrüstung durchgeführt wurde.

Rettungskarte nur für Pkw?

Während es mittlerweile für fast jeden Pkw Rettungskarten gibt, sind Rettungsleitfäden für Nutzfahrzeuge und Busse noch nicht so weit verbreitet. Die Hersteller ziehen jedoch auch hier allmählich nach. Auch für Fahrzeuge mit alternativen Antriebsmöglichkeiten wie Hybrid, Elektro oder Gas gibt es vermehrt entsprechende (erweiterte) Rettungskarten. Diese sind besonders wichtig, da viele Einsatzkräfte noch wenig Erfahrung mit den alternativen Antrieben in Unfallsituationen haben. Beschädigte Stromleitungen bei Elektro- oder Hybridwagen können demnach auch für die Unfallhelfer vor Ort eine große Gefahr darstellen.

Tipps fürs Fuhrparkmanagement: Rettungskarte dabei?

Rettungskarten können echte Lebensretter sein. Aus diesem Grund sollten Fuhrparkverantwortliche darauf achten, dass (neue) Firmenfahrzeuge (Dienstwagen und Poolfahrzeuge) mit den jeweiligen Karten ausgestattet sind oder nun damit ausgestattet werden. Viele Automobilhersteller bieten die Rettungskarte als QR-Code-Aufkleber an, der im Tankdeckel angebracht werden kann. Dies ist jedoch nur bedingt sinnvoll, da die Rettungskarte schnell für Rettungskräfte auffindbar sein soll. Sie müssen sich bei einem Unfall auf die Rettung von Unfallopfern konzentrieren und haben wahrscheinlich kein Handy zum Scannen des QR-Codes griffbereit. Die Rettungskarte sollte daher in jedem Fall zusätzlich hinter der Sonnenblende des Fahrzeugs aufbewahrt werden.

Darüber hinaus ist es empfehlenswert, auch die Dienstwagennutzer über die Karte in Kenntnis zu setzen. Wenn ein Fahrer den Wagen vor Fahrtantritt auf seine Funktionsfähigkeit überprüft, so wie es im Rahmen der Fahrerunterweisung vorgesehen ist, ist es ein Leichtes, auch das Vorhandensein der Rettungskarte zu checken. Das eigene Leben der Fahrer kann unter Umständen dadurch gerettet werden.

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Anna Lena Otto

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