Inhaltsverzeichnis:
- Unterschiede: Abgasnorm, Schadstoffklasse & Umweltplakette
- Wo steht die Abgasnorm im Fahrzeugschein?
- Wo steht die Schadstoffklasse im Fahrzeugschein?
- Die Umweltplakette kaufen und am Fahrzeug anbringen
- Umweltplakette: Wann Ihnen ein Bußgeld droht
- Brauchen Fahrzeuge eine Umweltplakette im europäischen Ausland?
- Benötigen im Ausland zugelassene Fahrzeuge auch die Umweltplakette?
- Schadstoffklasse und CO2-Bilanz im Fuhrpark
Unterschiede: Abgasnorm, Schadstoffklasse & Umweltplakette
Was sind Abgasnormen?
Eine Abgasnorm legt die Grenzwerte für den Ausstoß von Luftschadstoffen für Kraftfahrzeuge fest. Je nach Motor- und Kraftfahrzeugtyp sind die Grenzwerte unterschiedlich hoch. In der Europäischen Union gelten Grenzwerte für die folgenden Schadstoffe: Kohlenstoffmonoxid, Stickstoffoxid, Kohlenwasserstoff. Auch für Partikelmasse und Partikelanzahl gibt es Grenzwerte.
Was ist eine Schadstoffklasse?
Bei der Schadstoffklasse handelt es sich um die individuelle Einstufung eines Fahrzeugs anhand der ausgestoßenen Menge an gesundheits- und umweltschädlichen Abgase. Hierzu zählt nicht nur das bekannte CO2, sondern auch Stickoxide, Kohlenstoffmonoxid und Feinstaub.
Was ist eine Umweltplakette?
Die Umweltplakette oder auch Feinstaubplakette genannt, ist ein Aufkleber, den jedes Fahrzeug haben muss, wenn es in deutsche Städten genutzt werden soll. Die Plakette muss vorschriftsmäßig innen angebracht werden und in dem weißen Feld muss das Kennzeichen des zugehörigen Fahrzeugs stehen.
Insgesamt gibt es drei Farben – rot, gelb und grün. Allerdings gibt es auch Fahrzeuge, die aufgrund ihres Schadoffaustoßes keine Plakette bekommen. Die Vergabe der Plaketten ist abhängig von der Schadstoffklasse bzw. der daraus resultierenden Euro-Norm.
Welche Bereiche einer Stadt für die einzelnen Plaketten freigegeben sind, definieren solche Beschilderungen:
Abbildung: Zusatzzeichen 1031, frei Umweltzone
Umweltzone: Ein Gebiet, meist städtische Ballungsräume, in dem nur schadstoffarme Fahrzeuge fahren dürfen. Ziel ist die Verbesserung der Luftqualität. Umweltzonen werden deswegen auch Niedrig-Emissions-Gebiet genannt. In elf Ländern in Europa gibt es bisher über 300 Umweltzonen nach den europäischen Richtlinien 96/62/EG, 1999/30/EG und 2008/50/EG.
In Deutschland werden Umweltzone bzw. die Aufhebung wie folgt gekennzeichnet:
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Abbildungen: Zeichen 207.1, Umweltzone, und Zeichen 207.2, Umweltzone Ende
Wo steht die Abgasnorm im Fahrzeugschein?
Die Abgas- bzw. Euro-Norm eines Fahrzeugs findet sich im Fahrzeugschein unter Schlüsselnummer 14. Sie ergibt sich aus der Schadstoffklasse, ist aber nicht mit der Farbe der Umwelplakette gleichzusetzen.
Wo steht die Schadstoffklasse im Fahrzeugschein?
Die Schadstoffklasse findet sich im Fahrzeugschein unter 14.1. Die hier eingetragene Emissionsschlüsselnummer gibt Auskunft über Zuordnung der Abgasnorm.
Die Schadstoffklassen bei Lkw und Bussen über 3,5 t haben übrigens römische Ziffern. Für neu zugelassene Fahrzeuge gilt die Klasse Euro VI.
| Schadstoffklasse Emissionsschlüsselnummer (14.1) |
Euro-Norm/ Abgasnorm |
Umweltplakette |
| 01, 02, 03, 04, 09, 11, 12, 13, 14, 16, 18, 21, 22, 77 | Euro 1: Erstzulassung (EZ) ab 01.01.1993 | Keine Plakette Ausnahme: - Diesel mit Partikelfilter rote Plakette - Benziner mit Partikelfilter grüne Plakette |
| 25, 26, 27, 28, 29, 34, 35, 40, 41, 49, 71 | Euro 2: EZ ab 01.01.1997 | Rote Plakette Ausnahme: - mit Partikelfilter gelbe Plakette |
| 30, 31, 36, 37, 42, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61 | Euro 3: EZ ab 01.01.2001 | Gelbe Plakette Ausnahme: - mit Partikelfilter grüne Plakette |
| 32, 33, 38, 39, 43, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70 | Euro 4: EZ ab 01.01.2006 | Grüne Plakette |
| 35A0 bis 35M0 | Euro 5: EZ ab 01.01.2011 | Grüne Plakette |
| 36N0 bis 36Y0 | Euro 6*: EZ ab 01.09.2015 | Grüne Plakette |
| 00, 05,06,07,08, 10, 15, 17, 19, 20, 23, 24, 88 | Euro 0: andere Schadstoffklassen | Keine Plakette |
*Was ist die Euro 6e Norm?
Zu der Euro 6-Norm gibt es mittlerweile weitere Unterkategorien, wie z.B. Euro 6d oder Euro 6e. Diese beziehen sich auf die Erstzulassung einzelner Fahrzeuge seit 2015. Die Regelungen verschärfen sich für Neufahrzeuge immer weiter, um neue Standards für den Schadstoffaustoß zu etablieren. Auch diese Fahrzeuge bekommen weiterhin eine grüne Umweltplakette.
Die Umweltplakette kaufen und am Fahrzeug anbringen
Die Umweltplakette kann online, bei Prüfgesellschaften wie der DEKRA, dem TÜV, der KÜS und der GTÜ sowie bei AU-berechtigten Werkstätten in Deutschland gekauft werden. Der Kostenpunkt liegt bei ca. 5 bis 20 Euro. In der Regel wird die Umweltplakette von innen, rechts unten auf der Windschutzscheibe angebracht.
Für den Erwerb der Umweltplakette müssen Sie den Fahrzeugschein vorlegen. Er gibt Auskunft über die Schadstoffklasse des Fahrzeugs und welcher Abgasnorm es zuzuordnen ist.
Umweltplakette: Wann Ihnen ein Bußgeld droht
Sind Fahrer ohne oder mit der falschen Plakette in einer Umweltzone unterwegs, riskieren sie immer ein Bußgeld. So hoch sind die Kosten:
|
Beschreibung |
Bußgeld / Strafe |
|
Falsche Umweltplakette am Fahrzeug |
100 Euro |
|
Umweltzone verkehrswidrig befahren oder geparkt (ohne oder mit falscher Umweltplakette) |
100 Euro |
|
Mit gefälschter Umweltplakette gefahren/ Urkundenfälschung nach Paragraf 267 StGB |
Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahre |
|
Nicht-Übereinstimmen des eigetragenen Kennzeichens mit dem tatsächlichen Kennzeichen |
100 Euro |
|
Umweltplakette falsch angebracht (nicht unten rechts in der Windschutzscheiber) |
100 Euro |
Die Manipulation der Feinstaubplakette, bspw. das Austauschen der Farben von gelb auf grün, stellt kein Kavaliersdelikt dar und kann von den Behörden strafrechtlich verfolgt werden. Denn eine nicht korrekte Umweltplakette stellt immer einen Mangel bei der Hauptuntersuchung dar. Fällt die Manipulation bei Überprüfung auf, wird die HU-Plakette verweigert.
Brauchen Fahrzeuge eine Umweltplakette im europäischen Ausland?
Wenn Ihre Fahrer mit einem in Deutschland zugelassenen Fahrzeug ins europäische Ausland fahren, gilt: Informieren Sie sich, welche Zulassungsbeschränkungen gelten und was sie vor dem Auslandsbesuch tun müssen!
Die deutsche Umweltplakette hat mit der allgemein gültigen Euro-Norm nichts zu tun. Daher gilt sie nicht automatisch für andere EU-Staaten. Müssen Ihre Fahrer z.B. nach Brüssel muss das Fahrzeug vorab registriert werden. Ansonsten drohen empfindliche Bußgelder. In manchen Ländern gelten die Fahrverbote nur zu bestimmten Uhrzeiten oder wenn die Luftverschmutzung sehr stark ist. So in Norwegen: Oslo und Bergen werden zu Umweltzonen, wenn zwischen 6 und 22 Uhr Luftverschmutzungsalarm ist. In den Niederlanden hingegen gelten – wie in Deutschland – Umweltzonen und die entsprechenden Fahrverbote rund um die Uhr. Die Pendants zu den deutschen Umweltplaketten erhalten Sie im Ausland zum Beispiel vorab online, an Mautstationen oder Kfz-Prüfstellen.
Benötigen im Ausland zugelassene Fahrzeuge auch die Umweltplakette?
Wer in Deutschland mit einem im Ausland zugelassenen Fahrzeug unterwegs sein möchte, braucht ebenfalls eine Umweltplakette. Sollte die EG-Abgasrichtlinie in den ausländischen Fahrzeugpapieren nicht eingetragen sein, braucht der Fahrer einen Nachweis, bspw. vom Fahrzeughersteller. Falls beides nicht vorliegt, entscheidet das Jahr der Erstzulassung, in welche Schadstoffgruppe das Vehikel fällt und somit welche Umweltplakette anzubringen ist.
Schadstoffklasse und CO2-Bilanz im Fuhrpark
CO2-Grenzwerte betreffen nicht nur Autohersteller, sondern auch Firmenflotten, da es auch hier Nachhaltigkeitsziele gibt. Diese werden in den meisten Fällen in der Car Policy verankert und haben direkte Auswirkung auf die Wahl der Firmenwagen.
Die Auswahl der Fahrzeuge orientiert sich dabei maßgeblich an den neuesten Schadstoffklassen und niedrigen CO2-Werten. Dienstwagen mit einer sehr guten Schadstoffklasse und geringen oder keinen CO2-Emissionen (wie Elektroautos) senken nicht nur den durchschnittlichen Flottengrenzwert des Unternehmens, sondern bieten auch attraktive finanzielle Vorteile. So profitieren Fahrer und Unternehmen in Deutschland von einer deutlich günstigeren Dienstwagenbesteuerung und vermeiden gleichzeitig zukünftige Compliance-Risiken oder drohende Fahrverbote in Innenstädten.

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