CNG schont die Umwelt und das Portemonnaie

Der Hype um die E-Mobilität ist groß, da geraten mit Erdgas betriebene Fahrzeuge schnell in Vergessenheit. Dabei haben sie deutlich weniger Anteil an CO2-Emissionen und sind zudem günstiger im Unterhalt.

Eine kürzlich vom ADAC herausgegebene Klima-Studie kommt zu einem eindeutigen Ergebnis:  „Erdgasautos haben derzeit die beste Klimabilanz aller gängigen Antriebsarten.“

Weiter heißt es in der aktuellen Lebenszyklus-Analyse der Forschungsgesellschaft Joanneum Research: „Alle relevanten Energieaufwendungen über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs zusammengerechnet, schneiden sie klar besser ab als Benziner, Diesel und sogar als Elektroautos – bei Nutzung des aktuell gültigen Strommix.“

Für die Untersuchung wurden Fahrzeuge der so genannten „Golfklasse“ herangezogen, deren jährliche Fahrleistung 15.000 Kilometer und die Gesamtlebensdauer 15 Jahre beträgt.

Steuerprivilegien und Förderungen fürs Erdgas-Auto

Tatsächlich emittieren CNG-betriebene Motoren (engl. Compressed Natural Gas, dt. komprimiertes Erdgas) bis zu 25 Prozent weniger CO2 als Benziner, im Vergleich zu Diesel entstehen zudem rund 96 Prozent weniger Stickoxide, heißt es beim Verein „Zukunft Erdgas“. Feinstaub werde nahezu gar nicht emittiert. Durch seine hohe Energiedichte ist CNG zudem günstiger im Verbrauch als Benzin oder Diesel.

In vielen Regionen fördern Gasversorger den Kauf eines Erdgas-Autos, hinzu kommt ein ermäßigter Steuersatz, der bis 2026 fortgeführt wird.

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Unterschied CNG und Autogas

Da lohnt es sich doch, diesen alternativen Antrieb näher zu betrachten. CNG wird bei 200 bar komprimiert, damit eine ausreichende Energiemenge im Fahrzeug gespeichert werden kann.

Hauptbestandteil von CNG ist Methan. Je nach Höhe des Methan-Anteils wird zwischen „High“ und „Low“ unterschieden. Beides kann getankt werden – Fahrzeugsensoren erkennen den Unterschied. Es wird in Kilogramm verkauft, sodass die Preise nicht direkt mit anderen Kraftstoffen verglichen werden können. Als Faustregel gilt aber laut „Zukunft Erdgas“: Ein Kilogramm Erdgas entspricht 1,5 Litern Benzin oder 1,3 Litern Diesel.

Daneben gibt es noch das Flüssig- oder Autogas LPG (engl. Liquefied Petroleum Gas), das ist ein Gemisch aus Propan und Butan und fällt als Nebenprodukt bei der Erdölraffinerie an.

Vorsicht! 
Als Kraftstoffe sind Erdgas und Autogas nicht untereinander austauschbar. An den Tankstellen findet man für beide unterschiedliche Zapfhähne, sodass eine Verwechslungsgefahr ausgeschlossen ist.

 

Mono- und bivalente Fahrzeuge

Es gibt monovalente und bivalente Erdgas-Fahrzeuge. Monovalent bedeutet, dass sie dafür vorgesehen sind, möglichst im CNG-Betrieb zu fahren. Ein Benzin-„Nottank“ ist maximal 15 Liter groß und tatsächlich nur als Reserve gedacht. Bivalente Erdgas-Fahrzeuge werden mit Erdgas und Benzin betankt. Sie starten immer im umweltschonenden Erdgas-Modus und schalten automatisch auf Benzin um, wenn der Erdgas-Tank leer ist. Bei sehr tiefen Außentemperaturen greift der Motor auch mal kurzzeitig auf Benzin zurück. Zu sehen ist das eigentlich nur an den zwei getrennten Kraftstoffanzeigen im Cockpit.

In der Kombination aus Erdgas- und Benzintank kann man laut „Zukunft Erdgas“ auf Strecken über 1.000 Kilometer kommen. Tanken kann man an derzeit bundesweit etwa 900 Tankstellen, europaweit sind es rund 3.500. Das Tanken selbst geht übrigens genauso schnell und komfortabel wie bei einem Benziner oder Diesel.

Anschließend hat man komprimiertes Gas im Tank – ist das auch sicher? Ist es, denn bei CNG-Fahrzeugen gelten hohe Sicherheitsstandards. Der TÜV schreibt für die Erdgas-Tanks einen Berstdruck von 600 bar vor, dem die Behälter standhalten müssen. Die Belastung bei Unfällen ist deutlich niedriger. Außerdem verfügen die Tanks über Sicherheitsventile, über die sich das Erdgas kontrolliert in der Atmosphäre verflüchtigen kann. Eine Explosionsgefahr besteht nicht.

Erdgas lässt sich synthetisch herstellen

Fassen wir zusammen: Das Fahren mit CNG ist sicher, günstig und sauber, die Reichweiten sind akzeptabel. Wie sieht die zukünftige Entwicklung aus?

Der ADAC schreibt in seiner oben erwähnten Klima-Studie: „Wie gut konventionelle Antriebe in der Treibhausgas-Bilanz sein können, zeigt das positive Abschneiden des Erdgas-Fahrzeugs. Mit einer Erhöhung des Anteils von Biomethan aus Abfall- und Reststoffen zum Beispiele wären noch weiter Verbesserungen möglich.“

Biomethan wird also künstlich hergestellt. Mit Audi E-Gas ist erstmals ein Automobilhersteller in die Produktion von synthetischem Erdgas aus CO2 und erneuerbarem Strom eingestiegen. Zum Betrieb der Anlage dient regenerativer Strom, etwa aus überschüssiger Windenergie, Sonnenenergie oder Biomasse.

Audi stellt also mit der Power-to-Gas-Technologie seinen eigenen Strom her. Dabei wird genau so viel CO2 ausgestoßen wie zuvor bei der Produktion gebunden wurde. Wer mit Bio-CNG fährt, ist damit nahezu klimaneutral unterwegs. Elektroautos mit Strom aus dem deutschen Energiemix sind dagegen nur lokal emissionsfrei. Bio-Erdgas bieten mittlerweile viele Tankstellen an.

Bestand an Erdgas-Fahrzeugen zuletzt gestiegen

Trotz der vielen Vorteile sind CNG-Autos im öffentlichen Bewusstsein nur schwach vertreten. Laut den "Autotrends 2019" finden nur drei Prozent der potenziellen Käufer Gasantriebe interessant, davon ein Prozent Erdgas und zwei Prozent Flüssiggas. Mehr als zehn Mal so viele Befragte votieren für E-Autos oder Hybride, ergab die Studie im Auftrag der Creditplus Bank.

Allerdings ist der Bestand an Erdgas-Fahrzeugen laut Kraftfahrtbundesamt zuletzt gestiegen. Zum 1. Januar 2019 waren insgesamt 96.531 Erdgas-Fahrzeuge in Deutschland zugelassen, das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr. 80.776 davon entfallen auf den Pkw-Bereich, hier gab es sogar einen Zuwachs um sieben Prozent.

Eine Beispielrechnung

Einige Hersteller setzen auf CNG als Antriebsalternative, neben Audi sind das Volkswagen, Skoda, Fiat und Seat. Vor allem Seat pusht derzeit seine CNG-Modelle. Anhand des Seat Leon ST abschließend noch ein kurzer Betriebskostenvergleich:

Das CNG-Modell Seat Leon ST 1.5 TGI mit 130 PS schlägt mit einem Nettolistenpreis von 23.782 Euro zu Buche und ist damit teurer als der vergleichbare Benziner Seat Leon ST 1.5 TSI für 21.092 Euro netto.

Seine monatliche Leasingrate bei 36 Monaten Laufzeit liegt mit 445 Euro höher als die des Benziners mit 393 Euro. Dafür sind die Kfz-Steuer (6 Euro versus 10 Euro) und die Kraftstoffkosten (123 Euro beim CNG-Modell, 246 Euro beim Benziner) deutlich geringer.

Insgesamt liegen die monatlichen Kosten beim CNG-Fahrzeug bei 899 Euro, der Benziner kostet 980 Euro. Das macht bei den Gesamtkosten über drei Jahre beim Erdgas-Fahrzeug 32.360 Euro, der Benziner kostet insgesamt 35.280 Euro, also knapp 3.000 Euro mehr.

 

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