Wallbox für E-Autos: den Dienstwagen zu Hause laden

Immer mehr Unternehmen setzen auf Fahrzeuge mit Elektroantrieb. Um diese aufzuladen, stehen den Mitarbeitern in der Regel Ladesäulen auf dem Firmengelände zur Verfügung. Doch es besteht auch die Möglichkeit, das Fahrzeug zu Hause zu laden - dafür benötigt: eine Wallbox. Wir verschaffen einen Überblick über die Wallbox und fassen die wichtigsten Fragen rund um das Laden des Dienstwagens zu Hause zusammen.

Definition Wallbox: Was ist das und wie funktioniert‘s?

Der weit verbreitete Begriff „Wallbox“ bezeichnet eine Wandladestation, die das Aufladen von Elektrofahrzeugen ermöglicht. Durch die Wallbox, Wandladestation oder auch Wall Connector genannt, wird eine Verbindung zwischen dem Ladekabel des Autos und dem Stromnetz hergestellt. Im Vergleich zu Ladesäulen werden Fahrzeuge über eine Wallbox deutlich langsamer geladen. Ladesäulen stehen in der Regel im öffentlichen Raum zur Verfügung, weshalb ein möglichst schnelles Laden gewährleistet werden muss. Wallboxen hingegen sind fast ausschließlich in Privathaushalten installiert. Das Aufladen zu Hause ist dafür jedoch günstiger als an öffentlichen Ladestationen. Im/ am Haus dient die Box als Alternative zur haushaltsüblichen Schuko-Steckdose (Akronym für Schutz-Kontakt; weit verbreitet in Europa), mit denen das Aufladen eines E-Fahrzeugs auch grundsätzlich möglich ist. Empfohlen wird dies allerdings nicht. Das lange Laden unter hoher Last kann zu einer Überhitzung der Stecker und der Steckdose führen. Zudem ist die Ladezeit über eine Wallbox deutlicher kürzer als über eine Haushaltssteckdose. Für gewöhnlich wird die Wallbox mit dem Stromanschluss verbunden, welcher auch für Elektroherde genutzt wird. Das bedeutet, sie wird an 400 Volt mit 16 oder 32 Ampere angeschlossen. Die Wandboxen sind für Innenräume oder geschützte Außenbereiche geeignet. Eine Garage oder ein Carport eignen sich besonders gut, weil das Auto dort für längere Zeit steht und lange Ladezeiten somit problemlos möglich sind.

Installation und Kosten

Im Internet lassen sich zahlreiche Anleitungen finden, wie eine Wallbox selbst im/ am Haus installiert werden kann. Ohne die nötigen Vorkenntnisse und fachliche Ausbildung können wir allerdings nur davon abraten. Die Starkstromleitung von 400 Volt sollte ausschließlich von Fachkräften verlegt werden. Alles andere wäre nicht nur leichtsinnig, sondern auch lebensgefährlich. Zudem kann es zu Problemen bei der Versicherung kommen, wenn Schäden an der Wallbox entstanden sind und diese zuvor nicht fachgerecht installiert wurde. In jedem Fall muss die Wallbox vor der Montage beim jeweiligen Netzbetreiber angemeldet werden. Dort findet man auch Unterstützung, wenn man auf der Suche nach der passenden Lösung ist.

Die Preise für eine Wallbox starten meist bei rund 500 Euro und betragen, je nach benötigtem Modell, Anbieter und Voraussetzungen bis zu 2.000 Euro. Die Montage der Box schlägt zusätzlich noch mit 100 bis 500 Euro zubuche. Dies ist unter anderem davon abhängig, wie weit die Wallbox vom Sicherungskasten entfernt ist. Je nach Bundesland, Stromanbieter und Gemeinde ist ein Zuschuss zum Einbau der Wallbox möglich. Hier muss man allerdings Acht geben, dass diese manchmal an bestimmte Stromtarife bzw. Energieversorger gebunden sind, die deutlich teurer sind als Anbieter ohne Förderung. Auch Sie als Selbstständige und Unternehmen können von Förderprogrammen profitieren. Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau, Förderbank) beispielsweise gewährt günstige Kredite für entsprechende Investitionen.

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Welche Wallbox für welches Fahrzeug?

Ausschlaggebend für die Wahl der Wallbox sind die Rahmenbedingungen rund um Ladestation und Elektroauto. So gibt es beispielsweise unterschiedliche Anschlussstecker. Der in Europa am weitesten verbreitete Stecker ist der Typ-2-EU-Stecker. Im asiatischen Raum bzw. bei asiatischen Herstellern findet man eher den Typ-1-Stecker. Für den europäischen Markt wurde dann ein entsprechender Eurostecker entwickelt, der auf der einen Seite einen Typ-2-Stecker und auf der anderen Seite einen Typ 1-Stecker hat. Auch die Ladeleistung von E-Autos ist wichtig bei der Auswahl einer Wallbox. Diese liegt meist bei einer Spannung von 3,7 bis 22,0 kW. Je nach Modell hat das Einfluss auf die Dauer des Ladevorgangs. Der ADAC beispielsweise nennt bei einem 30-kWh-Akku an einer 3,7-kW-Wallbox (230 V, einphasig, 16 A) eine Vollladezeit von rund zehn Stunden. Bei einer 11-kW-Wallbox (400 V, dreiphasig 16 A) liegt die Ladezeit nur noch bei drei Stunden. Die Ladeleistung des Autos muss allerdings auf die Wallbox ausgelegt sein. Ist die Leistung zu gering, ist der Einsatz einer leistungsstärkeren Wallbox nicht sinnvoll. Die Ladeleistung wird zudem vom Bordladegerät des Fahrzeugs bestimmt. Je nach Modell sind diese ein-, zwei- oder dreiphasig ausgelegt. Einphasige AC-Ladegeräte (Alternating Current, zu Deutsch Wechselstrom) sind am günstigsten.

Weitere Unterschiede bei Wallboxen gibt es bezüglich ihres technischen Aufbaus und Bedienkomforts. Je nach Modell haben die Boxen beispielsweise eine Zugriffssicherung, die nur berechtigten Personen den Zugriff auf die Box ermöglicht. Zudem gibt es einige Modelle, bei denen eine Schutzeinrichtung nicht standardmäßig integriert ist und erst durch einen Elektriker installiert werden muss. Das erhöht die Kosten der Installation. Ladekabel können fest angebracht oder abnehmbar sein. Das bedeutet, dass das Ladekabel im Fahrzeug gelagert werden und zu jedem Ladevorgang herausgenommen werden muss. Zudem gibt es „smarte“ Wallboxen, die via Bluetooth, W-Lan und Co. bedient werden können und über einen integrierten Stromzähler verfügen.

Die Wallbox als Dienstwagenfahrer einbauen und nutzen?

Für Fahrer, deren Dienstwagen ein Elektrofahrzeug ist, besteht die Möglichkeit das Dienstauto auch zu Hause zu laden. Doch wie genau läuft das ab? Welche Vorteile bringt die Wallbox? Wird die Wallbox vom Arbeitgeber gestellt oder muss der Dienstwagenfahrer die Installation und Abrechnung selbst bezahlen?

Wenn Fahrer mit Verbrennungsmotoren über eine Tankkarte verfügen, kann der Nutzer eines Elektrofahrzeugs, im Sinne des arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatzes, eine Übernahme bzw. Beteiligung an den Kosten für eine Wallbox fordern (vgl. fuhrpark.de).

Der Gesetzgeber hat bei der steuerlichen Behandlung von Wallboxen in den letzten Jahren einige Möglichkeiten geschaffen, wie Arbeitgeber ihren Dienstwagenfahrern eine Ladestation zu Hause zur Verfügung stellen und abrechnen können. Dazu zählen:  

1. Dem Arbeitnehmer die Wallbox schenken

Übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für die Wallbox (Listenpreis) und schenkt dem Fahrer diese, ist dies als Arbeitslohn zu werten. Dann muss entweder der Arbeitnehmer oder der Arbeitgeber den geldwerten Vorteil (pauschal) versteuern. Die Versteuerung erfolgt mit 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls der Kirchensteuer.

Der Vorteil für den Arbeitnehmer besteht darin, dass dieser nicht mehr mit der Lohnsteuer belastet wird. Der geldwerte Profit beträgt derzeit 0,5 Prozent des Anschaffungspreises. Zudem sparen beide Parteien Sozialversicherungsabgaben.

2. Zuschuss zur Wallbox

Der Arbeitnehmer kann mit dem Arbeitgeber vereinbaren, dass er die Anschaffung der Wallbox bezuschusst. Das hat den Vorteil, dass auch hier wieder die Pauschalversteuerung greift. Zudem ist der Zuschuss sozialabgabenfrei. Der verbrauchte Strom für die Ladung kann separat abgerechnet werden.

Zahlung des Stroms für die Wallbox

Um Elektrofahrzeuge zu laden, fallen Stromkosten an. Wenn die Autos am Firmengelände kostenfrei oder verbilligt geladen werden können, bleibt dies steuerfrei – das hat der Gesetzgeber entschieden. Bei der Aufladung des Dienstwagens zu Hause kann der Arbeitnehmer eine monatliche Pauschale geltend machen, die 50 Euro beträgt. Voraussetzung ist, dass er das Fahrzeug ausschließlich zu Hause lädt. Wird das Fahrzeug ergänzend dazu beim Arbeitgeber geladen, beträgt die Pauschale noch 20 Euro.


3. Wallbox wird dem Arbeitnehmer überlassen

Liegt eine Überlassung oder eine Verleihung der Wallbox an den Arbeitnehmer vor, stellt dies ebenfalls einen Zufluss zum Arbeitslohn dar. Der dabei entstehende geldwerte Vorteil ist lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, wenn der Arbeitgeber Eigentümer der Wallbox bleibt. Eine Gehaltsumwandlung ist allerdings nicht zulässig, es muss als zusätzlicher Arbeitslohn erfasst werden.

Bleibt der Arbeitgeber Eigentümer der Wallbox, ist zu beachten, dass dieser weiterhin die Kosten für Wartungen und Reparaturen trägt.

4. Leasing mit anschließender Überlassung

Eine Wallbox kann dem Arbeitnehmer auch im Rahmen eines Leasings überlassen und am Ende der Laufzeit geschenkt werden. Dann ist der Restwert wieder als zusätzlicher Arbeitslohn einzustufen. Die steuerliche Behandlung gleicht der oben genannten bei der Überlassung der Box. Der Arbeitgeber kann auch hier wieder die pauschale Versteuerung übernehmen.

Verwendung einer Schuko-Steckdose?

Entscheiden sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber gegen eine Wallbox und für die Aufladung über eine haushaltsübliche Steckdose, sollte sich das Unternehmen in jedem Fall die fachmännische Installation der genutzten Steckdose durch den Dienstwagennutzer schriftlich bestätigen lassen. So ist der Arbeitgeber im Schadenfall abgesichert.

Einbau der Wallbox bei Mehrfamilienhaus?

Möchte ein Mieter eine Wallbox in einem Mehrfamilienhaus anbringen, war dies bislang fast unmöglich. Im Frühjahr 2020 hat dies die Bundesregierung erleichtert. Nach den jetzigen Regelungen des Wohnungseigentumsmodernisierungs-Gesetz (WEMoG) können Wohnungseigentümer und Mieter einfacher bauliche Veränderungen zugunsten der Förderung von Elektromobilität vornehmen. 

Ein Wohnungseigentümer kann demzufolge auf den Einbau einer Lademöglichkeit bestehen. Dafür benötigt er nicht mehr die Zustimmung der gesamten Eigentümerschaft. Auch Mieter können veranlassen, dass der Vermieter den Einbau eine Ladestation ermöglicht. Die Kosten dafür trägt der Mieter selbst.

 

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