Elektromobilität: PHEV, BEV und Co. – Was ist das?

Elektrofahrzeuge sind im Trend. Wie bei Verbrennerfahrzeugen gibt es auch hier Unterschiede und Elektroantrieb ist nicht gleich Elektroantrieb. Wenn Sie sich zum ersten Mal mit Elektrofahrzeugen auseinandersetzen, sind Ihnen die Begriffe PHEV, BEV, HEV oder REEV sicher noch nicht geläufig. Wir klären, was unter den Begriffen zu verstehen ist und wie sie sich voneinander unterscheiden. Ein Überblick über die wichtigsten Typen für Elektroautos.
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Elektromobilität: PHEV, BEV und Co. – Was ist das? © MabelAmber - pixabay.com
Sarah Brüdigam
 

Inhaltsverzeichnis:

Elektrofahrzeug: Typenübersicht

Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen wächst stetig. Das liegt nicht zuletzt an der starken Förderung von Elektro- und Hybridautos durch die Bundesregierung. Aber auch die Ladesäuleninfrastruktur wird weiter ausgebaut und technische Komponenten in den Fahrzeugen, bspw. die Batterie, werden immer leistungsfähiger. Laut statista.de ist die Zahl der zugelassenen Elektroautos seit 2021 zwar gestiegen, allerdings sank das Wachstum von 2024 mit 39,06 Prozent auf ein Tief von 17,2 Prozent in 2025. Erst im vierten Quartal verzeichnete der das Wachstum wieder ein leichtes hoch mit 21,49 Prozent. Dies bleibt aber weiterhin unter den Werten von 2024. . Im Oktober 2025 belief sich die Gesamtzahl der Elektrofahrzeuge in Deutschland auf 1,9 Millionen. Ob der Trend weiter nach oben geht, ist fraglich. Zur Zeit machen Elektroautosweiterhin nur einen geringen Teil aller zugelassenen Pkw im Fuhrpark und deutschlandweit aus. Die beliebtesten Antriebsarten im Fuhrpark sind weiterhin Verbrenner wie z. B. Diesel oder Benziner.

 

HEV - Hybrid Electric Vehicle

HEV

Hybrid Electric Vehicle, kurz HEV oder Hybrid bezeichnet Fahrzeuge, die sowohl mit einem Verbrennungsmotor als auch mit einem Elektromotor ausgestattet sind. Letzteres ist besonders für kurze Strecken geeignet, da die Reichweite begrenzt ist, während der Verbrennungsmotor nach wie vor für Langstrecken genutzt werden kann. Hybridfahrzeuge verfügen über keine externe Lademöglichkeit wie bspw. eine Steckdose. Abhängig von ihrem Leistungsanteil werden diese Fahrzeuge nochmal in folgende Kategorien unterteilt (Hybridisierungsgrad):

  • Mild-Hybrid (MHEV – mild Hybrid Electric Vehicle): Bei diesen Fahrzeugen wird der Verbrennungsmotor durch ein elektrisches System unterstützt. Verbaut ist eine 48-Volt-Batterie. Diese reicht aber nicht aus, um das Fahrzeug allein anzutreiben, sondern nur, um die Leistung zu steigern und den Kraftstoffverbrauch des Verbrennungsmotors zu senken. Auch bei Mildhybrid-Fahrzeugen kann die Bremsenergie zum Teil wiedergewonnen werden.

  • Vollhybrid (sHEV – strong Hybrid Electric Vehicle): Vollhybrid (sHEV – strong Hybrid Electric Vehicle): Das Fahrzeug kann bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit (um die 50 Kilometer pro Stunde) bzw. über kürzere Distanzen vollständig elektrisch betrieben werden. Die Leistung des Elektromotors liegt hier zwischen 20 und 40 Kilowatt. Die dafür erforderliche Energie erzeugt der Verbrennungsmotor. Der Vollhybrid ist dafür ausgelegt, Leistung effektiv und nachhaltig umzusetzen.

    • Serieller Hybrid: Diese Art eines Vollhybriden kann ebenfalls voll elektrisch fahren, allerdings werden die Achsen hier ausschließlich durch den Elektromotor betrieben. Der Verbrennungsmotor dient nur als Generator für den Elektromotor und erzeugt die benötigte Energie.

    • Paralleler Hybrid: Auch hier handelt es sich um einen Vollhybriden, allerdings unterstützen sich die Motoren hier gleichzeitig oder lösen sich automatisch ab. Sie halten die Balance zwischen Elektro- und Verbrennerantrieb und es wird ständig geprüft, ob der optimale Betriebsmodus genutzt wird. Dementsprechend harmonieren die Motoren, weshalb während einer normalen Fahrt beide Antriebsquellen zum Einsatz kommen. Entweder unterstützend oder beim Bremsen zur Rückgewinnung von Energie. Aber auch eine manuelle Umstellung auf den EV-Modus (Elektrofahrzeug-Modus) ist möglich. Außerdem wird bei Stillstand der Verbrennungsmotor sofort gestoppt und der Kraftstoffverbrauch sinkt auf null.

Weiter zählen auch Mikro-Hybriden zu dieser Kategorie, allerdings ist hier lediglich die Start-Stopp-Automatik elektronisch, das Fahrzeug ansich wird über einen normalen Verbrennermotor betrieben. Auch der Plug-in-Hybrid ist stenggenommen ein Vollhybrid, erfüllt aber noch weitere Faktoren und bildet daher eine eigene Gruppe.


PHEV - Plug-in-Hybrid Electric Vehicle

PHEV

Strenggenommen handelt es sich beim PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicle) ebenfalls um ein Hybridfahrzeug. Allerdings unterscheidet er sich durch die Fähigkeit, Energie aus einer externen Ladequelle beziehen zu können. Anders aber als bei reinen Hybridmodellen können diese Fahrzeuge über ein Steckersystem („Plug-in“) aufgeladen werden. Die Aufladung kann über Ladesäulen oder auch zuhause über eine Wallbox oder Haushaltssteckdose mit Adapter erfolgen. Durch den deutlich größeren Akku kann deutlich mehr Strom gespeichert werden als bei einem normalen Hybrid. Daher kann ein Plug-in-Hybrid weitere Strecken im Elektromodus zurücklegen und höhere Geschwindigkeiten erzielen.

 

BEV - Battery Electric Vehicle

BEV

 

Die bereits genannten batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV) werden ausschließlich durch einen elektronischen Motor angetrieben. Daher werden sie häufig auch als „reine Elektroautos“ bezeichnet. Um das Fahrzeug zu bewegen, gibt der verbaute Akku Energie ab. Via Aufladung an einer Ladestation wird dem Akku die verbrauchte Energie wieder zugefügt. Ein Teil der Energie kann beim Bremsen zurückgewonnen und wieder in den Akku zurückgespeist werden. Diese Energierückgewinnung nennt man Rekuperation. Die Leistung der Rekuperation ist zum Schutz des Akkus auf die maximale Antriebsleistung des Fahrzeugs (meistens zwischen 50 bis 90 kW) begrenzt.

REEV - Range Extended Electric Vehicle und Range Extender

REEV

Um die Reichweite eines Elektrofahrzeugs zu erhöhen, bauen viele Hersteller einen Reichweitenverlängerer ein. Elektrofahrzeuge mit einem sog. Range Extender nennt man daher auch REEV, Range Extended Electric Vehicle, oder auch REx. Die meisten Elektrofahrzeuge werden derzeit noch mit Akkus von kleinerer oder mittlerer Kapazität ausgestattet, da diese günstiger sind.

Der Range Extender kann die Leistung der Batterie unterstützen. Dabei handelt es sich um einen kleinen Verbrennungsmotor mit einem Generator. Dieser kommt zum Einsatz, wenn der vorhandene Strom weitestgehend aufgebraucht ist und liefert dem Akku zusätzlichen Strom. Dadurch ist eine Reichweite von circa 100 Kilometern zusätzlich möglich. Zum Fahrzeugantrieb eignet sich der Reichweitenverlängerer nicht. Außerdem ist der Spritverbrauch sehr hoch, da Range Extender mit verhältnismäßig großen Motoren verbaut werden. Möchte man ein E-Fahrzeug nutzen, um Ressourcen und Kosten zu sparen oder die CO2-Bilanz zu senken, ist ein Fahrzeug mit verbautem Range Extender keine Alternative.

FCEV - Fuel Cell Electric Vehicle

FCEV

Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb werden ebenfalls über einen Elektromotor angetrieben und gehören daher auch zu den Elektrofahrzeugen. Sie unterscheiden sich aber deutlich von den anderen Typen. Die Energiegewinnung erfolgt hier in einer Brennstoffzelle und nicht über eine Batterie. Dabei reagiert Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser und erzeugt elektrische Energie, die direkt in Bewegung umgewandelt wird oder in einer Traktionsbatterie zwischengespeichert wird. Derzeit steht die Entwicklung von FCEV noch ziemlich am Anfang. Nur wenige Hersteller bieten wasserstoffbasierte Fahrzeuge an und das zu sehr hohen Preisen.

 

Welches Elektroauto für welchen Einsatz im Fuhrpark?

Welches Elektroauto und welche Antriebsart sich für einen eignen, hängt ganz vom individuellen Einsatzzweck ab. Dabei spielen sowohl die Häufigkeit der Nutzung als auch die Länge der Strecken, die man zurücklegen möchte, eine wichtige Rolle. Die Leistung reiner Elektrofahrzeuge ist noch begrenzt (aber stetig steigend), weshalb sie sich vor allem für kurze Strecken eignen. Viel- oder Langstreckenfahrer, wie bspw. Außendienstmitarbeiter, können auf ein Hybrid-Fahrzeug zurückgreifen, bei welchem der Verbrennungsmotor unterstützen kann. Werden die Fahrzeuge vor Ort innerhalb einer Stadt genutzt wie z. B. bei einem Pflegedienst, lohnen sich kleine Elektrofahrzeuge, da diese nicht nur kurze Strecken zurücklegen, sondern auch klein und leicht sind, weshalb die Reichweite größer ist als bei größeren Elektrofahrzeugen.

Einsatzzweck HEV im Fuhrpark

Vollhybride eignen sich besonders für Fahrzeuge im städtischen Stop-and-Go-Verkehr oder für Dienstwagenberechtigte, die viel in Ballungsgebieten unterwegs sind, aber keine Lademöglichkeit zu Hause oder beim Arbeitgeber haben.

Was im Fuhrparkmanagement zu beachten ist:

  • Kosteneffizienz: Hybride sind oft in der Anschaffung günstiger als als Plug-ins oder Elektroautos. Sie senken den Kraftstoffverbrauch im Stadtverkehr merklich, auf der Langstrecke hingegen ist die Ersparniss nur gering, da der Elektromotor nur unterstützend fungiert. Wirklich profitieren kann man aus einer Mischung aus Stadt und Land, damit das Fahrzeug voll ausgenutzt wird.
  • Förderung: In Deutschland profitieren klassische Vollhybriden nicht von denselben steuerlichen Vergünstigungen) oder anderen Prämien. Diese sind meißt Plug-in-Hybriden und Elektrofahrzeugen vorbehalten.

Einsatzzweck PHEV im Fuhrpark

Der Plug-in-Hybrid ist der klassische „Brückenschläger“. Er eignet sich ideal für das Fahrprofil „Pendeln plus Langstrecke“: Mitarbeiter, die ihren täglichen Arbeitsweg (ca. 40–80 km) rein elektrisch zurücklegen können, aber für Kundenbesuche oder Urlaubsfahrten hohe Reichweiten ohne Ladestopps benötigen (z.B. Außendienstvertrieb).

Was im Fuhrparkmanagement zu beachten ist:

  • Ladedisziplin: Das größte Risiko beim Plug-in-Hybriden ist das Nutzerverhalten. Wird das Auto nicht regelmäßig geladen, fährt es als schwerer Verbrenner mit hohem Verbrauch. Fuhrparkleiter sollten Anreize schaffen (z. B. Ladepauschale) und Kontrollmechanismen (Monitoring der Ladekarte vs. Tankkarte) nutzen, um den elektrischen Fahranteil hochzuhalten.
  • Ladeinfrastruktur: Die Anschaffung lohnt sich nur, wenn der Mitarbeiter zu Hause (Wallbox) oder am Arbeitsplatz laden kann und das Laden besonders zu Hause durch eine Pauschale vom Arbeitgeber übernommen wird.
  • Steuern: Oft attraktiv durch reduzierte Dienstwagenbesteuerung, sofern bestimmte Reichweiten- oder Emissionswerte eingehalten werden.

Einsatzzweck BEV im Fuhrpark

E-Autos sind mittlerweile für fast alle Profile geeignet, außer für extreme Langstrecken und Vielfahrer mit hohem Zeitdruck. Sie sind ideal für Poolfahrzeuge, feste Routen (Lieferdienste) und Pendler. Dank gestiegener Reichweiten (400 km+) eignen sie sich zunehmend auch für den Außendienst, sofern Schnellladen in die Pausenzeiten integriert werden kann.

Was im Fuhrparkmanagement zu beachten ist:

  • TCO-Champion: Auch wenn der Anschaffungspreis höher ist, gewinnen E-Autos oft die TCO-Berechnung durch geringere Wartungskosten (weniger Verschleißteile), niedrigere Energiekosten und hohe steuerliche Förderungen.
  • Infrastruktur-Aufbau: Das Management muss sich um Ladelösungen kümmern. Dies inkludiertLadesäulen am Firmensitz und Wallboxen bei den Mitarbeitern zu Hause. Zusätzlich müssen Abrechnungslösungen für den Stromverbrauch der Mitarbeiter gefunden werden.
  • ESG-Ziele (Enviroment, Social, Governance): BEVs sind der stärkste Hebel, um die CO2-Bilanz des Unternehmens (Corporate Carbon Footprint) zu senken.

Einsatzzweck REEV im Fuhrpark

Der REEV ist eine Nischenlösung. Er eignet sich für spezialisierte Einsatzgebiete (z.B. leichte Nutzfahrzeuge, London-Taxis), bei denen der elektrische Antrieb im Vordergrund steht, aber eine „Liegenbleib-Angst“ unter allen Umständen vermieden werden muss. Das Fahren ist immer elektrisch.

Was im Fuhrparkmanagement zu beachten ist:

  • Verfügbarkeit: Die Modellauswahl ist sehr eingeschränkt (z.B. Mazda MX-30 R-EV oder LEVC).
  • Positionierung: REEVs werden steuerlich und strategisch meist wie Plug-in-Hybriden Da moderne Elektroautos mittlerweile sehr hohe Reichweiten haben, verliert der Range Extender im PKW-Flottenmarkt an Bedeutung. Sie sind eher eine Option, wenn BEVs aufgrund fehlender Ladeinfrastruktur im Einsatzgebiet noch zu riskant erscheinen.

Einsatzzweck FCEV im Fuhrpark

Wasserstoff-Fahrzeuge spielen ihre Vorteile dort aus, wo Batterien an physikalische Grenzen stoßen: Hohe Zuladung und extreme Langstrecken bei minimalen Standzeiten. Sie sind aktuell eher für Schwertransporte, Busse oder Logistikflotten relevant, weniger für den klassischen Pkw-Dienstwagen (wenige Modelle wie Toyota Mirai oder Hyundai Nexo).

Was im Fuhrparkmanagement zu beachten ist:

  • Verfügbarkeit: Es handelt sich hier um eine nicht gängige Form von Antrieb. Nur wenige Fahrzeuge haben solch einen Antrieb.
  • Tankstellennetz: Das A und O ist die Prüfung der lokalen H2-Tankstellenverfügbarkeit. Ohne Station in direkter Firmennähe ist der Betrieb unpraktikabel.
  • Kosten: Sowohl die Fahrzeuge als auch der Kraftstoff (Wasserstoff pro kg) sind aktuell noch deutlich teurer als bei BEVs.
  • Zukunftswette: FCEVs sind momentan noch keine praktikable Alternative, sollten aber nicht außeracht gelassen werden, da hier viel Potential für die Zukunft steckt. Sind Unternehmen Technikoffen und wollen sich abheben oder haben spezifische Anforderungen, könnte so ein Fahrzeug jetzt schon relevant sein.

Welche Vergünstigungen gelten für Elektrofahrzeuge?

Im Fuhrpark liegt ein Großteil der Kostenersparnis im Steuervorteil. Denn voll elektrische Fahrzeuge werden mit nur 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil besteuert. Für Plug-in-Hybride gilt eine Grenze von 0,5 Prozent.

Auch bei den Ladekosten können Unternehmen sparen. Diese können eine besondere Belastung für den Mitarbeiter sein, wenn er das Fahrzeug zuhause lädt. Einesteuerfreie Pauschale ist seit 2026 nicht mehr möglich. Damit die Ladekosten steuerfrei erstattet werdenmuss der tatsächliche Verbrauch der Kilowattstunden (kWh) nachgewiesen werden. Bei einer Wallbox ist ein Zähler entweder bereits verbaut oder kann nachgerüstet werden. In beiden Fällen müssen dieser geeicht sein.

Außerdem heißt es für die Fuhrparkverwaltung noch einmal schnell sein: Bis Ende 2027 können über die Turboabschreibung bis zu 75 Prozent des Kaufpreises von der Steuer abgesetzt werden.

2026 kehrt die Förderung für Elektromobilität wieder zurück, diese wird wie 2023 auch wieder über die BAFA abgewickelt. Auch Plug-In-Hybride sind hier mit eingeschlossen, allerdings richtet sich die Förderung ausschließlich an Privatpersonen mit einem kleinen oder mittleren Gehalt von max. 80.000 Euro im Jahr.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, die Kfz-Steuer bis 2035 zu sparen. Ein Erlass ist für alle E-Fahrzeuge möglich, die ab 2026 zugelassen werden. So kann man im besten Fall einen Erlass von 10 Jahren erhalten.