Welche Verkehrsregeln gelten auf Parkplätzen?

Ein Autounfall auf einem Parkplatz ist schnell mal passiert. In den meisten Fällen bleibt es bei kleineren Blechschäden. Doch gilt hier überhaupt die StVO? Wir klären, was Autofahrer auf Parkplätzen beachten müssen und welche Verkehrsregeln gelten.

Straßenverkehrsordnung gültig – ja oder nein?

Die wohl wichtigste Frage, die sich viele Autofahrer stellen, ist die nach der Straßenverkehrsordnung auf Parkplätzen. Viele Parkplätze, bei Geschäften oder Unternehmen weisen mit einem Schild auf die Regeln der StVO hin („Hier gilt die StVO!“). In den meisten Fällen ist dies jedoch gar nicht der Fall. Denn die Straßenverkehrsordnung regelt grundsätzlich den Verkehr auf öffentlichen Straßen.

Aus Sicht der Gerichte sind Parkplätze jedoch davon ausgenommen, da sie nicht als „Straßen“ angesehen werden. Auf die Vorfahrtregel „Rechts-vor-Links“ kann man sich auf Parkplätzen zum Beispiel in der Regel nicht verlassen – insbesondere nicht in inneren Bereichen, die zu Parklücken führen. Auch Richtungspfeile am Boden sind bloß eine Fahrtrichtungsempfehlung, die nicht eingehalten werden muss.

Oberstes Gebot auf einem Parkplatz ist gegenseitige Rücksichtnahme und in §1 der Straßenverkehrsordnung geregelt:

„(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. (2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“

Informieren Sie sich hier zum eLearning zur Fahrerunterweisung nach UVV und  gestalten Sie die Prozesse in Ihrem Fuhrpark einfach und effizient.

Geschwindigkeitsüberschreitung

Hier gilt zunächst auch der Grundsatz der gegenseitigen Rücksichtnahme und der besonnenen Fahrweise (§1). Geschwindigkeiten oberhalb der Schrittgeschwindigkeit können dabei schon zu schnell sein. Empfohlen wird nicht schneller als 10 km/h zu fahren. Kommt es in Folge einer Geschwindigkeitsüberschreitung zu einem Unfall, steigt die Mithaftung der zu schnell gefahrenen Person erheblich an – auch wenn sie beispielsweise gemäß StVO Vorfahrt gehabt hätte.

Die Schuldfrage ist abhängig von der Situation

Weitere Beispiele zeigen die besonderen Umstände auf Parkplätzen und dass die Schuldfrage meist situationsabhängig ist: Wer sein Fahrzeug bei einer Kollision bereits zum Stillstand gebracht hatte, ist nicht automatisch Unfallopfer. Auch ihm kann eine Teilschuld zugesprochen werden (siehe Urteil vom 15.04.2016, Az.: 20 S 95/14 des Karlsruher Landesgerichts). Gleiches gilt bei einer Kollision zwischen einem Vorwärtsfahrer und einem rückwärts ausparkenden Fahrzeug. Auch in diesen Fällen wird die gegenseitige Rücksichtnahme beurteilt und ob beide Parteien so langsam gefahren sind, dass sie jederzeit hätten anhalten können.

Was das Fuhrparkmanagement und Dienstwagenfahrer bei einem Unfall auf einem Parkplatz beachten sollten, klären wir in unserem nächsten Beitrag.

 

Über Fahrerunterweisung informieren

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

Zurück zur Blogübersicht

Lesezeit

Durchschnittliche Lesezeit: 3 min

Beliebteste Beiträge

Neueste Beiträge

Sie haben Themenwünsche?

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil!