Trends im Fuhrparkmanagement 2020

Trends muss man nicht voraussagen. Sie sind längst da, bahnen sich ihren Weg und werden stärker. So ist unsere Welt geprägt von einem wachsenden und sich verändernden Mobilitätsbedarf und – getrieben durch technische Innovationen – einer zunehmender Vielfalt an Mobilitätsformen. bfp befasst sich im Beitrag mit diversen Trend in der Fuhrparkwelt.

Gerade in der betrieblichen Mobilität zeigt sich das deutlich. Das Auto spielt in den Fuhrparks eine große Rolle und wird sie auch weiterhin spielen. Das sieht man unter anderem an den ständig steigenden Neuzulassungen in den Flotten. Doch in Zeiten von Luftverschmutzung, überfüllten Straßen und Parkplatzmangel gibt es in unserer Gesellschaft ein zunehmendes Bewusstsein für die Umwelt und einen schonenden Umgang mit den Ressourcen.

Die neue Mobilität

Diese neue Mobilität hat sich zu einem Trend im Fuhrparkmanagement entwickelt. So ist neben dem nach wie vor beliebten Dienstwagen eine ganze Palette an alternativen Fortbewegungsformen entstanden: Vom Carsharing über das Jobrad und alternative Antriebe bis zu einer verstärkten Nutzung des ÖPNV. Die Akteure der betrieblichen Mobilität ersinnen immer neue Mobilitätskonzepte mit intelligenten und vernetzten Lösungen und treiben so die Entwicklung voran. Das sind die wichtigsten Trends:

Alternative Antriebe

Das Jahr 2020 wird das Jahr der Elektromobilität, oder etwas weiter gefasst, das Jahr der alternativen Antriebe im Fuhrpark. Mehrere Faktoren tragen dazu bei. So kommen im Verlauf des Jahres viele attraktive Elektroautos neu auf den Markt. Hinter dieser Elektro-Offensive der Hersteller steckt auch finanzielles Kalkül, denn Neuwagen dürfen dann nur noch 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen. Dieser Wert wird als Durchschnittsziel pro Hersteller berechnet. Jeder Hersteller muss also mit dem Durchschnitt seiner in Europa neu zugelassenen Pkw den von der EU vorgeschriebenen CO2-Grenzwert einhalten, sonst drohen Strafzahlungen. Und lokal emissionsfreie E-Autos senken natürlich den Schnitt.

Daneben spielt die E-Mobilität eine zentrale Rolle beim Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, die daher die Förderung ausgeweitet hat. So wurde beispielsweise der Umweltbonus verlängert und die Prämie erhöht. Wer ein neues E-Auto oder ein Fahrzeug mit Brennstoffzelle kauft oder least, bekommt bis zu 6.000 Euro, Plug-in-Hybride werden mit bis zu 4.500 Euro gefördert. Hinzu kommen weitere steuerliche Vergünstigungen: Für E-Autos unter einem Preis von 40.000 Euro brutto gilt ab 2020 eine nochmals halbierte Dienstwagensteuer in Höhe von 0,25 Prozent. Für Plug-in-Hybride bleibt es bei der 2019 eingeführten 0,5-Prozent-Besteuerung, wenn sie weniger als 50 Gramm CO2-Emissionen pro Kilometer ausstoßen oder eine elektrische Mindestreichweite von 40 Kilometern haben.

All dies hat Einfluss auf das Fuhrparkmanagement. Dazu ein paar Zahlen aus dem Arval Mobility Observatory (früher Arval CVO Fuhrparkbarometer), einer im Auftrag des Leasinganbieters Arval jährlich durchgeführten Umfrage unter Fuhrparkmanagern in 300 Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) setzt ein oder mehrere Hybrid-, Plug-in-Hybrid- oder Elektroautos bereits heute in ihren Fuhrparks ein oder plant dies innerhalb der nächsten drei Jahre. Noch vor zwei Jahren waren es lediglich 15 Prozent, im vergangenen Jahr schon 35 Prozent.

In einer Befragung von Fuhrparkleitern durch die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) sagten kürzlich 63 Prozent, dass Dienstwagenberechtigte wegen der steuerlichen Vergünstigung verstärkt alternative Antriebsarten nachfragten. Diese Zahl lag im April 2019 noch bei 37 Prozent.

Damit sich die alternativen Antriebe bei den Fuhrparkverantwortlichen auch durchsetzen, muss die Infrastruktur ausgebaut werden. Daher hat die Bundesregierung einen „Masterplan Ladeinfrastruktur“ vorgelegt, dessen Ziel ein flächendeckendes Ladenetz ist.

Dieses Ladenetz muss zudem einfach und intuitiv zugänglich sein. Deswegen werden zahlreiche Dienstleistungen rund um intelligente Ladeinfrastrukturen und die Abrechnung der Leistungen entstehen. Elektromobilität wird also 2020 und in den kommenden Jahren nicht allein ein Wachstumsmarkt für die Automobilbranche sein, sondern auch für Unternehmen aus anderen Branchen, seien es IT-Dienstleister, Energieunternehmen oder auch Start-ups, die sich mit innovativen Ideen rund um das Thema am Markt etablieren.

Im Zuge dessen wird es auch vermehrt zu Kooperationen zwischen Unternehmen unterschiedlicher Branchen kommen, etwa zwischen Automobilherstellern und anderen Mobilitätsanbietern. Nur so können sie das Potential von Elektromobilität und alternativen Antrieben voll ausschöpfen: Bei gemeinsamen Forschungen, zum Beispiel an neuen Antriebstechnologien, fließt ein breiteres Know-how ein, außerdem ermöglichen Partnerschaften den Aufbau von (kundenfreundlichen) einheitlichen Nutzungsstrukturen.

Mobilitätsalternativen

Neben dem Auto etablieren sich neue, multimodale Mobilitätslösungen und Nutzungsmodelle in Unternehmen, die alle dazu beitragen können, den Verkehr zu entlasten und Ressourcen zu schonen. Dazu gehören unter anderem Sharing-Modelle, Jobtickets, Jobräder oder Mobilitätsbudgets.

Ein erneuter Blick ins Arval Mobility Observatory verrät, dass beispielsweise Carsharing deutlich beliebter ist als in den Jahren zuvor. Zeigten sich 2018 nur sieben Prozent der befragten Fuhrparkmanager offen für dieses Modell, konnten sich 2019 bereits 24 Prozent vorstellen, Carsharing jetzt oder in den kommenden drei Jahren einzuführen. Carsharing erlaubt eine flexible Nutzung des Fahrzeugs, wann immer es gebraucht wird. Führen Unternehmen Corporate Carsharing ein, benötigen sie weniger Poolfahrzeuge und sparen dadurch Verwaltungsaufwand und Kosten. Auch Fahrgemeinschaften haben sich weiter durchgesetzt: 27 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, im Vorjahr war es mit 13 Prozent weniger als die Hälfte. Mobilitätsbudgets sind bereits bei 18 Prozent der Unternehmen implementiert oder geplant - bei großen Firmen über 1.000 Mitarbeitern sind es sogar 33 Prozent.

Mit der Etablierung von Mobilitätsalternativen zeichnet sich auch ein Trend ab, dass betriebliche Mobilität und Reisemanagement immer häufiger gebündelt werden. Das erscheint sinnvoll, denn Dienstwagenfahrer fahren häufig auf Dienstreisen, sind dabei auch mit anderen Verkehrsmitteln unterwegs und müssen regelmäßig in Hotels übernachten. Hier gilt es, alle diese Module intelligent zu vernetzen. Damit sind wir beim nächsten großen Trend, der Digitalisierung.

Digitalisierung

Digitalisierung ist das Stichwort der Stunde. Führten die Digitalisierungsexperten ehemals ein Nischendasein, verfügt mittlerweile jedes größere Unternehmen über eine eigene Digitalisierungsabteilung. Das ist auch sinnvoll, denn digitale Technologien verändern unser Leben grundlegend und eröffnen ganz neue Möglichkeiten. So können über digitale Lösungen große Datenmengen verarbeitet und unterschiedliche Systeme miteinander vernetzt werden. Digitale Tools erleichtern Fuhrparkmanagern den Berufsalltag, indem spezielle Apps für Smartphones oder Tablets zum Beispiel bei der elektronischen Führerscheinkontrolle oder beim digitalen Fahrtenbuch zum Einsatz kommen.

Konnektivität und Telematik sind ebenfalls zwei Stichworte, die immer wichtiger werden. Fahrzeuge kommunizieren miteinander, Fahrer können von unterwegs aus via Internet mit dem Arbeitgeber oder mit Kunden in ständigem Kontakt sein.

Bereits heute werden in Fahrzeugen große Datenmengen gesammelt, etwa zur Überwachung von Kraftstoffverbrauch, für Assistenzsysteme oder zur Fahrzeugortung. Digitale Lösungen ermöglichen diese Daten intelligent zu verknüpfen. Allerdings wird Telematik in deutschen Unternehmen bislang noch kaum genutzt. Gerade mal elf Prozent der Befragten in Deutschland verwenden Telematik in ihrem Fuhrpark, im Vorjahr waren es acht Prozent. Sie wird vor allem für die Ortung von Fahrzeugen, die Optimierung der Fahrtstrecken und allgemein zur Reduzierung der Flottenkosten eingesetzt und könnte in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Allerdings muss dabei das sensible Thema Datenschutz beachtet werden.

Auf jeden Fall wird das automatisierte Fahren an Bedeutung gewinnen, getrieben durch fortschreitende Konnektivität und immer weiter entwickelte Navigations- und Fahrassistenzsysteme. Ziel ist es, dass das Fahrzeug Aufgaben des Fahrers übernimmt und sich dieser während der Fahrt mit anderen Aufgaben beschäftigen kann.

SUV

Der SUV (Sport Utility Vehicle, deutsch Sport- und Nutzfahrzeug) etabliert sich im Fuhrpark, vor allem bei User-Chooser-Fahrzeugen. Das klingt nach den vorangegangenen Ausführungen zum gestiegenen Umweltbewusstsein widersprüchlich, weil SUVs allgemeinhin große Autos mit einem hohen Verbrauch sind. Aber SUV ist nicht gleich SUV. Das Angebot an SUVs in den kleineren Segmenten ist größer geworden. Hier fällt der Verbrauchsnachteil im Vergleich zu klassischen Karosserieformen oft überhaupt nicht mehr ins Gewicht. Dieses größere Angebot an SUVs in den verschiedenen Segmenten ist ein wesentlicher Grund für den Trend.

Arbeitgeber setzen die Vergabe von Dienstwagen dazu ein, Mitarbeiter zu motivieren. Da diese heutzutage mehr Mitbestimmungsrechte bei der Auswahl ihrer Fahrzeuge haben als noch vor wenigen Jahren, wählen sie zum einen solche, mit denen sie sich von anderen abheben können. Und eben auch solche, die auch bei ihren privaten Fahrten am besten einsetzbar sind. Hinzu kommt, dass SUVs in Sachen Restwert meist deutlich besser abschneiden als der Durchschnitt.

Und schließlich haben die Hersteller die verschiedenen Trends längst erkannt und bieten zunehmend auch elektrifizierte SUVs an – mit technisch immer ausgefeilteren, intelligenten Navigations- und Assistenzsystemen.

 

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