Punkteabfrage in Flensburg - Welche Möglichkeiten gibt es?

Das beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg geführte Fahreignungsregister feierte Anfang Januar seinen 60-Jährigen Geburtstag. Seitdem werden Ordnungswidrigkeiten, Straftaten oder andere Vergehen von Autofahrern im Straßenverkehr erfasst. Wer Punkte in Flensburg hat, kann sich beim KBA Auskunft über den aktuellen Punktestand geben lassen. Was viele jedoch nicht wissen ist, dass die Abfrage seit einiger Zeit auch online erfolgen kann. Dafür müssen jedoch ein paar (technische) Voraussetzungen erfüllt sein.

Rückblick

Die Erfassung von entzogenen Fahrerlaubnissen ist deutlich älter als mancher denken würde. Als Vorläufer des Kraftfahrt-Bundesamt gilt die im Polizeipräsidium Berlin 1910 eingeführte Sammelstelle für Nachrichten über Führer von Kraftfahrzeugen. 1934 wurde diese um die Sammelstelle für Nachrichten über Kraftfahrzeuge ergänzt. Daraufhin folgten einige Standortwechsel und Umbenennungen bis schließlich 1951 das Kraftfahrt-Bundesamt gegründet wurde. Dort werden bereits seit dem 02. Januar 1958 Vergehen im Straßenverkehr im Fahreignungsregister, damals noch unter dem Namen Verkehrszentralregister und ohne Punktesystem, erfasst.  Die Verstöße galten damals noch nicht als Ordnungswidrigkeiten, sondern als Straftaten minderen Gewichts. Das Ordnungswidrigkeitengesetz trat erst knapp zehn Jahre später in Kraft und das Punktesystem folgte erst im Jahr 1974. 

Männer "sammeln" mehr Punkte

Laut Statistik des KBA sind rund 10 Millionen Fahrer im Fahreignungsregister (FAER) erfasst (Stand Januar 2017). Aufgrund einer Änderung der Verjährungsfrist von Punkten ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,5 Millionen Fahrer angestiegen. Die häufigsten Vergehen im Jahr 2016 waren rund drei Millionen Geschwindigkeitsüberschreitungen, von denen rund 2,5 Millionen von Männern begangenen wurden. Mit knapp 75 Prozent sind auch insgesamt mehr Männer als Frauen im FAER erfasst. Die meisten eingetragenen Fahrer sind zwischen 25 und 44 Jahre alt.

Antrag per Brief oder persönlich

Das Abrufen des aktuellen Punktestands ist grundsätzlich kostenlos, egal für welchen Antragsweg man sich entscheidet. Für Autofahrer, die in und um Flensburg wohnen, ist es am einfachsten, beim Kraftfahrt-Bundesamt vorbeizuschauen. Innerhalb der Öffnungszeiten kann man mit Vorlage des Personalausweises oder des Reisepasses das Abrufen beantragen. Der Antrag per Brief ist die bekannteste Variante. Dafür kann man beispielsweise das Formular des KBA nutzen. Als Identitätsnachweis muss jedoch eine Kopie des Personalausweises oder des Reisepasses hinzugefügt werden. Alternativ lässt man sich seine Unterschrift amtlich beglaubigen. Dies kostet jedoch wieder Zeit und Geld.

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Punkte online abrufen

Die Punkteabfrage online geht in der Regel schneller als über den Postweg. Um das digitale Verfahren jedoch nutzen zu können, sind bestimmte Voraussetzungen notwendig. Die Abfrage funktioniert nur mit einem neuen Personalausweis (nach dem 01.11.2010 ausgestellt). Bei diesem muss zusätzlich die Online-Ausweisfunktion freigeschaltet sein. Die Online-Ausweisfunktion kann beispielsweise bei der Beantragung des Ausweises kostenlos freigeschaltet oder nachträglich hinzugefügt werden. Für das spätere Freischalten wird jedoch in der Regel eine kleine Gebühr berechnet.

Anschließend muss die AusweisApp2-Software auf dem Computer installiert werden. Diese Softwareermöglicht es, sich online auszuweisen und kann auch für andere Onlinedienste genutzt werden. Zusätzlich wird zur Nutzung der Software ein externes Kartenlesegerät benötigt, welches rund 30 Euro kostet. Alternativ kann die Lösung auch als App  auf dem Smartphone oder Tablet installiert werden, so kann das digitale Ausweisen auch ohne Kartenlesegerät erfolgen. Das mobile Endgerät muss dann jedoch über eine NFC-Schnittstelle verfügen.

Ist die Abfragung erfolgreich, erfährt der Fahrer seinen Punktestand innerhalb weniger Minuten. In Einzelfällen kann es jedoch vorkommen, dass der Antrag trotzdem manuell bearbeitet werden muss und das Ergebnis doch erst mit der Post kommt. Gründe dafür können sein, dass sich die Informationen auf Eintragungen der Gerichte beziehen oder die Identität des Fahrers aus Datenschutzgründen separat überprüft werden muss.

Künftig sollen weitere Services des KBA online nutzbar sein. Seit einigen Jahren wird die ganze Verwaltung des Kraftfahrt-Bundesamts zunehmend digitalisiert und ist nach heutigem Stand bereits zu knapp 80 Prozent digital unterwegs. Bis Mai 2019 soll die Umstellung vollständig abgeschlossen sein.


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