Gültigkeit der Führerscheine: Bis wann Sie Ihren EU-Führerschein umtauschen müssen

Bereits seit 2013 werden deutsche EU-Kartenführerscheine nur noch mit einer begrenzten Gültigkeit ausgestellt. Doch auch alte Kartenführerscheine sowie rosafarbene und graue Papierführerscheine müssen aufgrund einer EU-Richtlinie bis zum Jahr 2033 umgetauscht werden. Wir verschaffen Ihnen einen Überblick über den Ablauf  (deutscher) EU-Führerscheine und erklären, bis wann Sie Ihren Führerschein umtauschen müssen.

Eckpunkte:

  • Ausgestellte Führerscheine ab dem Januar 2013 sind auf 15 Jahre befristet.
  • Führerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt worden sind, sind bis spätestens zum 19. Januar 2033 umzutauschen.

Hintergrund: EU-Richtlinie

Maßgebend für die Gültigkeit der Führerscheine ist die 3. EU-Führerscheinrichtlinie (Richtlinie 2006/126/EG) die zum einen die Befristung der EU-Kartenführerscheine ab dem 19.01.2013 auf 15 Jahre festlegt. Dies betrifft die bislang unbefristeten Führerscheinklassen AM, A1, A2, A, B, B1 und BE. Die Führerscheinklassen C, C1, CE, C1E, D, DE, D1, D1E sind bereits mit Ausstellung nach dem 01. Januar 1999 befristet gültig und müssen alle fünf Jahre neu beantragt werden. Zum anderen müssen laut Artikel 3, Abs. 3 alle Mitgliedstaaten sicherstellen, „dass bis zum 19. Januar 2033 alle ausgestellten oder in Umlauf befindlichen Führerscheine alle Anforderungen dieser Richtlinie erfüllen“. Entsprechend wurde die Regelung in Deutschland in Paragraph 24a der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) übernommen. Die Einhaltung der Anforderungen wurde bei allen Führerscheinen ab 2013 direkt umgesetzt. Alle zuvor ausgestellten Führerscheine (EU-Kartenführerscheine, rosafarbene und graue Führerscheine) müssen demnach bis zu diesem Stichtag umgetauscht und auf die Anforderungen der EU aktualisiert sein.

Warum die Befristung?

Grund für die Neuregelung sind laut BMVI die unterschiedlichen Regelungen der EU-Mitgliedsstaaten mit rund 110 verschiedenen Führerscheinvarianten zu vereinheitlichen. Zudem wird durch die Befristung der Führerscheine sichergestellt, dass die Fahrerlaubnisdokumente immer dem neusten Sicherheitsstandard entsprechen und so Führerscheinfälschern entgegenwirken. Die Vereinheitlichung der Fahrerlaubnisdokumente innerhalb der EU erleichtert zusätzlich die Vernetzung und den Informationsaustausch zwischen den EU-Mitgliedsstaaten.

Übrigens: Die Befristung bezieht sich nur auf den Führerschein als Dokument und nicht auf die Fahrerlaubnis selbst.

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Wie lange ist mein Führerschein gültig?

Damit die ausstellenden Behörden entlastet werden und in den Jahren 2032 und 2033 nicht Millionen Deutsche ihren Führerschein umtauschen, hat der Verkehrsausschuss für den Bundesrat bereits 2016 eine Empfehlung zum Umtausch der alten Führerscheine mit Ausstellungsdatum vor 2013 ausgesprochen: Dabei soll sich an dem Geburtsjahr des Führerscheininhabers sowie ab 1999 an dem Ausstellungsjahr des Führerscheins orientiert werden. Dies ist allerdings eine reine Empfehlung ohne bindende Wirkung. Stichtag für den Umtausch bleibt der 19. Januar 2033.

Empfohlene Umtauschdaten für Führerscheine, die bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellt worden sind:

Geburtsjahr des Fahrerlaubnisinhabers

Empfohlener Stichtag des Umtausches

Vor 1953

19.01.2033

1953 – 1958

19.01.2021

1959 – 1964

19.01.2022

1965 – 1970

19.01.2023

1971 oder später

19.01.2024

 

Empfohlene Umtauschdaten für Führerscheine, die ab 01. Januar 1999 ausgestellt worden sind:

Ausstellungsjahr

Empfohlener Stichtag des Umtausches

1999 – 2000

19.01.2025

2001 – 2002

19.01.2026

2003 – 2004

19.01.2027

2005 – 2006

19.01.2028

2007 – 2008

19.01.2029

2009

19.01.2030

2010

19.01.2031

2011

19.01.2032

2012 – 18.01.2013

19.01.2033

 Quelle: Empfehlungen der Ausschüsse 253/1/16

Laut Verkehrsausschuss sind noch rund 15 Millionen Führerscheine, die vor dem 31. Dezember 1998 ausgestellt wurden, ausgehändigt. Ab dem Ausstellungsjahr 1999 sind schätzungsweise weitere 30 Millionen Führerscheine im Umlauf. 

Beantragung neuer Führerschein

Unabhängig von den Empfehlungen des Verkehrsausschusses können Führerscheine jederzeit vor dem Jahr 2033 in der entsprechenden Führerscheinstelle umgetauscht werden. Anders als bei erstmaliger Beantragung muss der Führerscheininhaber jedoch keine erneute Pflichtuntersuchung wie einen Sehtest und einen Erste-Hilfe-Kurs nachweisen. Für den Umtausch werden lediglich ein aktuelles biometrisches Passbild, der umzutauschende Führerschein und der Personalausweis benötigt. Je nach Führerscheinklasse werden gegebenenfalls weitere Bescheinigungen oder Gesundheitstests benötigt. Die Kosten des Umtausches belaufen sich auf rund 25 Euro. Wichtig: Die genannten Punkte gelten nicht, wenn zuvor die Fahrerlaubnis wegen eines Vergehens im Straßenverkehr entzogen wurde. Die Auflagen und Kosten sind dabei erheblich höher.

 

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