Fuhrparks der Zukunft: Vor- und Nachteile von E-Autos

Da die Popularität rein elektronisch betriebener Fahrzeuge stetig zuzunehmen scheint, stellt sich vielen Fuhrparkleitern die Frage nach der Einsatzmöglichkeit von E-Autos im Fuhrpark der Zukunft. Vor allem in sehr großen Unternehmen werden Projektgruppen eingerichtet, die sich mit eben dieser Frage auseinandersetzen und Lösungen finden sollen. Ad hoc lässt sie sich nicht beantworten, schließlich kann niemand in die Zukunft schauen. Jedoch ist es möglich, einen Blick auf den derzeitigen Stand der Entwicklung zu werfen und sowohl anhand dessen als auch der bisherigen Entwicklung eine Prognose für die Zukunft zu stellen.

Was spricht gegen die zukünftige Anschaffung, was dafür?

Vor einigen Monaten wurden Umfrageergebnisse von Bitkom veröffentlicht, denen zufolge die Flotten von etwa der Hälfte der deutschen Firmenfuhrparks aus E-Autos bestehen werden - und das bereits 2027. Das Thema E-Mobilität nimmt immer mehr Raum ein: Die Ladesäuleninfrastruktur wird konstant ausgebaut, Shared Mobility-Anbieter setzen auf E-Fahrzeuge und immer mehr Menschen probieren die alternativen Mobilitätsangebote aus.

Zurzeit gibt es jedoch noch großen Verbesserungsbedarf, bevor die Zukunft den E-Autos gehören kann - so das Ergebnis der Umfrage bei der 506 Unternehmen aus der Industrie befragt wurden.

Sie haben Fragen zu unseren Compliance-Lösungen für Ihren Fuhrpark? Unser  Vertriebsteam berät Sie gerne.

Contra

Die modellspezifische, teils sehr geringe Reichweite der E-Fahrzeuge im Vergleich zu kraftstoffbetriebenen Autos ist sicherlich besonders für Außendienstmitarbeiter ein ausschlaggebender Punkt, weswegen viele Fuhrparkleiter noch nicht auf E-Autos setzen. Hinzu kommt die noch nicht vollständig flächendeckend ausgebaute Ladesäuleninfrastruktur, um die Fahrzeuge mit neuer Energie zu versorgen. Die Akkutechnologie muss noch weiterentwickelt werden, um eine zufriedenstellende Reichweite zu garantieren.

Auch die Dauer des Aufladeprozesses muss für eine optimale Auslastung der Fahrzeuge in einem Fuhrpark mit einkalkuliert werden. Man kann keinen durchschnittlichen und modellübergreifenden Zeitraum für die Ladedauer angeben, da diese von diversen Faktoren abhängig ist. Unter anderem zählen die Ladeleistung der Ladestation oder Steckdose, die Kapazität der Batterie und die Ladetechnik des Fahrzeugs dazu. Logischerweise kann das Fahrzeug während des Ladevorgangs nicht genutzt werden, wodurch die Fahrzeugauslastung verringert wird. Das Auftanken mit fossilen Brennstoffen geht wesentlich schneller und entsprechend können die damit betriebenen Fahrzeuge höher ausgelastet werden. Zumindest zum derzeitigen Stand der Technik.

Sollten noch keine Ladesäulen auf dem Betriebsgelände oder in der Nähe installiert sein, kommen die Anschaffungskosten für diese zu den Kosten der E-Fahrzeuge hinzu. Zudem müssen die Säulen regelmäßig gewartet werden. Ist das Gelingen der betriebswirtschaftlichen Integration nicht absehbar, schmälert dies die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung des Projekts „E-Mobilität“ verständlicherweise, auch wenn ein Teil der Kosten durch vom Staat subventionierte Förderprogramme gedeckt werden kann. Was Fuhrparkverantwortliche ebenfalls bedenken sollten, ist, dass die Witterung Auswirkung auf die Technologie hat. Beispielweise nimmt die Ladezeit bei niedrigen Temperaturen im Winter zu. Optimal sind Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius. Eine Übersicht der Ladedauer je Ladestation finden Sie beispielsweise hier.

Pro

Fahrzeuge mit alternativen Antriebsmöglichkeiten haben bereits bewiesen, dass sie trotz des noch vorhandenen Verbesserungspotenzials einige Vorteile gegenüber den Dieseln und Benzinern haben. So sind die batteriebetriebenen Fahrzeuge aufgrund keiner unmittelbaren und gesundheitsschädlichen Emissionen nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch, da hier regenerative Energiequellen genutzt werden können, ressourcenschonender. Zudem sind E-Autos einfacher zu handhaben, da sie keine Gangschaltung und Kupplung haben. Auch aufgrund der Tatsache, dass die Konstruktion von Elektromotoren mit vergleichsweise weniger Bauteilen als Verbrennungsmotoren auskommt, sind die elektronisch angetriebenen Vehikel weniger wartungsintensiv, was ebenfalls für die Rentabilität im Firmenfuhrpark bzw. das Gelingen der betriebswirtschaftlichen Integration spricht.

Durch das sich immer weiterverbreitende E-Car- und E-Scootersharing-Angebot kann man auch als Privatperson schon heute die Elektromobilität der Zukunft testen, was gleichzeitig auch die Ladesäuleninfrastruktur wachsen lässt. Stellt das Unternehmen seinen Mitarbeitern die Fahrzeuge auch außerhalb der Arbeitszeiten zur Verfügung, können diese natürlich auch privat die E-Poolfahrzeuge testen, falls sie berufsbedingt nicht zwangsläufig mobil sein müssen. Zusätzlich können Unternehmen für die öffentliche Bereitstellung einer Ladesäule von täglich mindestens 12 Stunden eine staatliche Förderung erhalten. Der einmalige Umweltbonus für die Anschaffung eines E-Autos beträgt 4.000 Euro zuzüglich einer zehnjährigen Befreiung von der Kfz-Steuer. So können durch den genannten öffentlichen Zugang der Ladesäulen bis zu 40 Prozent der Kosten für die Ladesäulen (u.a. Installation) gespart werden.

Ebenfalls zu beachten sind die seit einigen Jahren von der EU durchgesetzten Vorgaben für die innerstädtischen Schadstoffgrenzen. Vor allem Dieselfahrzeuge und Benziner sind betroffen – mit einem E-Auto ist man hingegen heute und in Zukunft auf der sicheren Seite. Müssen Außendienstmitarbeiter also für einen Auftrag in eine Stadt fahren, brauchen sie sich keine Gedanken über drohende Fahrverbote bezüglich der Schadstoffgrenzwerte machen.

Nicht nur vielen Privatpersonen ist ihr ökologischer Fußabdruck wichtig, sondern auch Unternehmen. Konsumenten achten vermehrt darauf, wie umweltfreundlich ein Unternehmen/ Dienstleister agiert. Wer also auf E-Mobilität setzt, optimiert sein Image und engagiert sich für die Umwelt.

Fazit

Stehen sich derzeit noch ebenso viele Vor- wie Nachteile gegenüber, ist die langfristige (Weiter-)Entwicklung jedoch nicht außer Acht zu lassen, wenn man eine Prognose für den Einsatz von E-Autos im (zukünftigen) Fuhrpark stellt. Höchstwahrscheinlich wird die intensiv betriebene Forschung im Bereich der E-Mobilität dazu führen, dass sich die Technik zeitnah weiterentwickelt und so die Vorteile die Nachteile überwiegen werden. Allein, dass E-Fahrzeuge keine unmittelbaren und gesundheitsschädlichen Emissionen ausstoßen und die genutzten Stromquellen zunehmend von regenerativen Energiequellen gespeist werden, ist bereits ein Schritt in die richtige Richtung und die Zukunft unseres grünen Planeten. Ob sich E-Auto und Co. jedoch als die alternativen Mobilitätsangebote etablieren, ist noch nicht absehbar. Schließlich wird auch auf dem Gebiet der wasserstoffbetriebenen Fahrzeuge geforscht und die Kostenfrage wird weiterhin ein wichtiges Entscheidungskriterium sein. Es bleibt spannend.

 

Ich möchte mehr Informationen zu LapID

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

Zurück zur Blogübersicht

Lesezeit

Durchschnittliche Lesezeit: 4 min

Beliebteste Beiträge

Neueste Beiträge

Sie haben Themenwünsche?

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil!