Ethik-Regeln zum autonomen Fahren

Im September letzten Jahres hatte Bundesverkehrsminister Dobrindt eine Ethik-Kommission eingesetzt, die Leitlinien für die Programmierung automatisierter Fahrsysteme entwickeln sollte. Diese hat nun ihren Bericht fertiggestellt, in dem Ethik-Regeln zum automatisierten und vernetzten Fahren vorgeschlagen werden.

14 Wissenschaftler und Experten aus den Fachrichtungen Ethik, Recht und Technik saßen im Rahmen der Ethik-Kommission zusammen, um über die Zukunft des autonomen Fahrens und dessen ethische Konsequenzen für die Gesellschaft zu sprechen: „Es geht dabei um die Entscheidung, ob die Zulassung automatisierter Fahrsysteme ethisch verantwortbar oder womöglich sogar geboten ist.“, heißt es im Bericht der Ethik-Kommission. Dafür stelle man sich die Frage, wie abhängig man von „auf künstlicher Intelligenz basierenden Systemen“ sein möchte, um mobiler, sicherer und komfortabler im Straßenverkehr unterwegs zu sein. Die Erstellung von gewissen Regeln ist aus Sicht der Bundesregierung daher unverzichtbar.

Zu den wesentlichen Kernpunkten, die die Kommission festgelegt hat, gehören laut Bundesregierung unter anderem:

  • Die sogenannte „positive Risikobilanz“: Aus ethischer Sicht ist das autonome Fahren nur dann gesetzt, wenn es „weniger Unfälle verursacht als menschliche Fahrer“
  • Die Sicherheit des Menschen geht immer vor: Kommt es zu einer Gefahrensituation muss der „Schutz des menschlichen Lebens“ an erster Stelle stehen, auch wenn es zu einem Sachschaden kommt.
  • Es muss in jeder Situation ersichtlich werden, ob der Mensch oder der Computer für die „Fahraufgabe“ zuständig ist. Dies wird für Haftungsfragen dokumentiert und gespeichert.
  • „Datensouveränität“: Der menschliche Fahrer hat die Entscheidungsmacht, wenn es um die Weitergabe und Verwendung seiner Daten geht.

Auf Basis der vom VDA (Verband der Automobilindustrie) erstellten Automatisierungsgrade des automatisierten Fahrens werden im Bericht zudem weitere offene Diskussionsfragen gestellt, die zum Beispiel die Unterwerfung des Menschen und die Abhängigkeit der Gesellschaft von technischen Systemen kritisch hinterfragt.

Mit den Leitlinien zum autonomen Fahren möchte die Bundesregierung eine Vorreiterrolle bei der Mobilität 4.0 einnehmen und so für zukünftige Herausforderungen gerüstet sein. 

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